Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Dienstag 05.05.2020

Bild: ezstudiophoto / stock.adobe.com

Die Entwicklung der Corona-Krise ist sehr dynamisch. Um Sie zeitnah mit apothekenrelevanten Neuigkeiten zu versorgen, fassen wir laufend die wichtigsten Meldungen zum Thema für Sie zusammen.

16:30 Uhr: Grüne: Apotheken sollen Frauen in Not helfen

Dass Apotheken in Deutschland nach französischem Vorbild als erste Anlaufstelle für Frauen dienen sollen, die während der Coronavirus-Pandemie häusliche Gewalt erfahren, ist schon seit einigen Wochen in der Diskussion. In Bayern legt die Grünen-Landtagsfraktion jetzt einen entsprechenden Antrag vor. Demnach sollen in den Offizinen Beratungsangebote für Opfer häuslicher Gewalt eingerichtet werden.

In NRW stellen der Apothekerverband Westfalen-Lippe und der Dachverband der autonomen Frauenberatungsstellen ebenfalls aktuell ein Projekt auf die Beine: In den kommenden Wochen sollen Informationszettel mit den wichtigsten Hilfsangeboten bei häuslicher Gewalt in den Offizinen ausliegen.

Quelle: daz.online/cm

16:20 Uhr: AMK: Tabellen zum Austausch von Statinen und Bisphosphonaten

Für ACE-Hemmer, Sartane, Inhalative Corticosteroide (ICS), Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und Triptane gab es sie bereits. Jetzt sind zu den Äquivalenzdosistabellen der AMK die Statine und Bisphosphonate hinzugekommen.

Quelle: daz.online/dm

12:13 Uhr: Relevante Engpässe laut BfArM: Versorgung mit Metformin angespannt

Schon Anfang April wurde deutlich: Arzneimittel könnten während der COVID-19-Pandemie knapp werden. Nach der 15. Sitzung des Jour Fixe zum Thema Liefer- und Versorgungsengpässe am 22. April äußert sich dieser nun zu „relevanten Engpässen“. Im Fokus stünden zwar „weiterhin insbesondere Wirkstoffe, die in der intensivmedizinischen Versorgung benötigt werden“, heißt es in der Kurzinformation. Doch auch im ambulanten Bereich sei die Versorgung „u. a. mit Metformin angespannt“.

Quelle: daz.online/cm

12:09 Uhr: Patientenschützer gegen Immunitätsnachweis

Patientenschützer lehnen Pläne der Bundesregierung, auch beim Coronavirus einen Nachweis für eine Immunität zu ermöglichen, rundweg ab. „Der Immunitätsausweis wäre ein tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte“, sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Der Vorschlag gehe „ethisch weit über die aktuelle Bekämpfung der Pandemie hinaus“, beklagte er. „Denn während die Immunisierten Teilhabe am öffentlichen Leben erhalten, wird sie den Nichtimmunisierten verwehrt. Das ist zutiefst diskriminierend.“ Zudem verleite der Immunitätsausweis zu vorsätzlichen Selbstinfektionen. „Der Hochrisikogruppe bliebe dann nur die Wahl zwischen langanhaltender Isolation oder Lebensgefahr. Eine solche Spaltung der Gesellschaft ist unverantwortlich“, kritisierte Brysch.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag erklärt, dass es vorerst keine Regelungen dazu geben soll, inwiefern solche Immunitätsnachweise Ausnahmen von Alltags-Beschränkungen wie in der Corona-Krise ermöglichen könnten. Er habe den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme dazu gebeten. In der Koalition sei vereinbart worden, bis dahin keine gesetzliche Regelung zu dieser Frage vorzunehmen. Neben der Opposition hatte sich zuletzt auch SPD-Chefin Saskia Esken skeptisch über Pläne für Immunitätsnachweise geäußert.

Quelle:dpa/sn

12:02 Uhr: Glaeske et al. kritisieren Kommunikation von Corona-Daten

 Kurz vor Ostern machte ein Thesenpapier renommierter Experten im Gesundheitsbereich – darunter Professor Gerd Glaeske – zur SARS-CoV-2-Pandemie die Runde. Unter dem Titel „Datenbasis verbessern, Prävention gezielt weiterentwickeln, Bürgerrechte wahren“ nahmen sie die derzeitigen politischen Entscheidungen aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch unter die Lupe. Nun haben sie die Version 2.0 ihres Papiers vorgelegt.

In Hinblick auf die kommunizierten Daten kritisieren die Experten darin unter anderem folgende Punkte:

  • Dass immer noch die kumulative Häufigkeit der gemeldeten Infektionen im Mittelpunkt stehe, was zu einer überzeichneten Wahrnehmung führe. Besser wäre aus Sicht der Experten, den Blick auf die Zahl der täglich neuen Fälle zu lenken, die derzeit deutlich abnehme.
  • Dass die Testhäufigkeit vom Bundesgesundheitsminister, dem Robert Koch-Institut und der Arbeitsgemeinschaft Akkreditierte Labore in der Medizin für unterschiedliche Zeiträume und mit unterschiedlichen Positivraten angegeben werde.
  • Dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen nicht um die Zahl der im gleichen Zeitraum getesteten Personen ergänzt wird.
  • Dass die Zahl der asymptomatisch Infizierten unter den Getesteten nicht ausgewiesen ist.
  • Auch die berichtete Zahl der Genesenen sei irreführend, ebenso die der Sterbefälle, da der Bezug hier fehle.

Quelle: daz.online/ks/sn

11:45 Uhr: RKI: Zahl der übermittelten Infektionsfälle sinkt weiter

In Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher rund 2,4 Millionen Corona-Labortests gemacht worden. Das betreffe den Zeitraum bis einschließlich Woche 17 dieses Jahres, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. Circa 7,2 Prozent der Tests seien positiv gewesen. Mit Stand Kalenderwoche 18 lägen die Laborkapazitäten bei rund 142 000 pro Tag, hieß es unter Berufung auf Daten von 133 Laboren. Es würden Anstrengungen unternommen, um die Testkapazitäten weiter zu erhöhen. Das sei wichtig, um ein genaues Bild zu bekommen.

Dem RKI wurden in den vergangenen Tagen nur rund 700 bis 1600 neue Coronavirus-Fälle pro Tag gemeldet, wie Wieler sagte. „Die Zahl der übermittelten Infektionsfälle sinkt weiter. Das ist eine sehr gute Nachricht.“ Die Ansteckungsrate, die sogenannte Reproduktionszahl, werde derzeit auf 0,71 geschätzt. Die Zahl lag bereits in den vergangenen Tagen zwischen 0,7 und 0,8.

Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle sei weiterhin hoch, sie liege zwischen 40 und 200, sagte der RKI-Chef. Der Anteil der Verstorbenen unter den bestätigten Fällen sei in den vergangenen Wochen kontinuierlich gestiegen und liege nun bei 4,2 Prozent.

Quelle:dpa/sn

08:40 Uhr: Foto-Maske macht eigenes Lächeln sichtbar

Es gibt Mund-Nasen-Masken in Krankenhaus-Grün oder in Blau, in vielen bunten Farben und mit den wildesten Mustern – und nun auch mit einem Foto des eigenen Lächelns. Eine kleine Textildruckerei aus Hamburg-Winterhude ist mitten in der Krise auf die Idee gekommen, das kaum noch vorhandene Geschäft mit lebensechten Fotomasken wieder anzukurbeln. Dabei sei die Mundpartie des eigenen Gesichts eigens so aufgedruckt, dass es so aussieht, als habe der Träger gar keine Maske auf, sagte Inhaber Dominik Klos der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Dominik Klos hat bei der Fertigung der Masken für Promis wie für normale Kunden zwei Regeln: Zum einen dürfen nur neutrale Münder oder das eigene Gesicht als Vorlage genutzt werden. Und zum zweiten: „Wenn einer nur böse guckt, dann mach' ich das nicht. Denn die Idee ist ja, dass die Leute unsere Maske positiv nutzen. Es gibt gerade genug mürrische Leute auf der Straße.“

Quelle: dpa/sn

08:30 Uhr: EMA prüft Remdesivir

Am 1. Mai 2020 hat die FDA Remdesivir die Notfallgenehmigung erteilt. Das Virostatikum soll laut einer Studie in den USA die Krankheitsdauer bei COVID-19 verkürzen. Es darf nur bei schwerem SARS-CoV-2-Infektionsverlauf eingesetzt werden, dann aber sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Die EMA prüft nun Remdesivir ebenfalls. 

Quelle: daz.online/cm

08:24 Uhr: Masken mit Sichtfenster für Gehörlose

Gehörlose haben es mit der Maskenpflicht besonders schwer. Sie sind darauf angewiesen, dass sie von den Lippen ablesen können. Masken mit Sichtfenster könnten dabei ein wenig Abhilfe schaffen. Eine Essener Hörgeräteakustikerin hat solche für ihre Mitarbeiter und Kunden angefertigt.

Quelle: daz.online/ms

 

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