Diätetische Lebensmittel (DLM)

Lebensmittel aus der Apotheke – Teil 2

Säuglingsanfangs- und -folgennahrung sowie Nahrungsmittel speziell für Diabetiker sind Beispiele für Diätetische Lebensmittel.
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Neben Nahrungsergänzungsmitteln hat man in Apotheken auch mit Diätetische Lebensmittel (DLM) zu tun. Wo liegt der Unterschied und welche rechtlichen Bestimmungen gelten für sie?

Diätetische Lebensmittel (DLM) sind ein weiteres Beispiel für Lebensmittel, die in Apotheken zu finden sind. Im Gegensatz zu Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) ist ihr Verwendungszweck jedoch deutlich enger gefasst.

Spezifischer Nutzen für bestimmte Zielgruppe

Gemäß der „Diätverordnung“, der Verordnung über diätetische Lebensmittel, sind DLM Lebensmittel, die für eine besondere Ernährung geeignet sind. Das können zum Beispiel Störungen von Verdauung, Resorption oder Stoffwechsel sein.

Die „Besonderheit“ diätetischer Lebensmittel bedeutet gleichzeitig, dass eine engere und notwendigerweise abgegrenzte Zielgruppe benannt werden muss. Vor allem aber müssen diätetische Lebensmittel – anders als Nahrungsergänzungsmittel – einen spezifischen Nutzen für diese Zielgruppe erbringen.

Klassische diätetische Lebensmittel sind Säuglingsanfangs- und -folgennahrungen oder Trinknahrungen für Patienten mit Kau- und Schluckstörungen oder aber auch Diabetiker-Lebensmittel, in denen Saccharose durch z. B. Fruktose ersetzt wurde.

Wichtig ist zudem, dass sich das DLM deutlich von Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs unterscheiden muss.

DLM sind Lebensmittel zur Behandlung von:

  1. GIT-Störungen bei Säuglingen: „Diätetisches Lebensmittel geeignet zur Behandlung der Säuglingsdyspepsie (Durchfallerkrankung beim Säugling) nur im Rahmen der ärztlichen Verordnung“; Zusatz: „Heilnahrung“
  2. Leber-/ Niereninsuffizienz, angeborene Stoffwechselstörungen:„Diätetisches Lebensmittel geeignet zur Behandlung von . . . , nur unter ständiger Kontrolle verwenden“
  3. Maldigestion oder Malabsorption, Störungen der Nahrungs-Aufnahme,  Diabetes mellitus, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder prä- oder postoperativer Behandlung bei Operationen des Darmes, chronischer Pankreatitis, Gicht:„zur besonderen Ernährung bei . . . im Rahmen eines Diätplanes“

Besondere Kennzeichnung notwendig

Zulässige Aussagen, die sog. „Health Claims“, müssen bei Diätetischen Lebensmitteln definiert und beachtet werden. Zur allgemeinen Kennzeichnung sind ferner anzugeben:

  • Neben den allgemeinen Ernährungsbezogenen Eigenschaften alles, wodurch das Erzeugnis die besondere ernährungsbezogenen Eigenschaften erhält.
  • Der Gehalt an verwertbaren Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißstoffen (je ab 1%)
  • Sollte das diätetische LM speziell für Diabetiker einen Nutzen haben, muss auch die Angabe der Broteinheiten (BE) erfolgen.

Anzeigepflicht auch für DLM

Da auch die DLM unter das Lebensmittelrecht fallen, ist das Inverkehrbringen ebenso beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit anzeigepflichtig. Ist das Produkt bereits in einem anderen Mitgliedsstaat der EU im Verkehr, muss die Behörde des Mitgliedsstaates angegeben werden, wo die erste Anzeige erfolgte. Bei DLM kann die zuständige Behörde zur Prüfung wissenschaftliche Daten vom Inverkehrbringer verlangen, um den Nutzen für die spezielle Kundengruppe dadurch bestätigen zu lassen.

Fazit: DLM nicht für alle Kunden, NEM schon

Während NEM lediglich zur Ergänzung der allgemeinen Ernährung gedacht sind und sich an alle Konsumenten richten, dienen DLM einem besonderen Ernährungszweck. Sie richten sich also nur an eine „besondere“ Personengruppe.

NEM müssen anders als diätetische Lebensmittel von Gesetzes wegen keinerlei besonderen Nutzen aufweisen. Es spielt also keine Rolle, ob die jeweiligen Zielgruppen von der Zufuhr der Stoffe profitieren oder nicht; die Produkte brauchen auch gar nicht für einen speziellen Personenkreis bestimmt zu sein.