Was in der Reiseapotheke 2020 nicht fehlen darf

Beratungswissen für die Reisezeit

Was darf 2020 in keiner Reiseapotheke fehlen?
Bild: New Africa/adobe.stock.com

In einigen Bundesländern starten in dieser Woche die Sommerferien. Für viele Deutsche heißt es jetzt trotz Corona-Pandemie „Ab in den Urlaub!“ Was sollten Reisende in dieser besonderen Situation auf jeden Fall in die Reiseapotheke packen? 

Die Corona-Pandemie scheint vorerst kontrollierbar, die Maßnahmen wurden inzwischen deutlich gelockert und ins öffentliche Leben ist ein Stück weit Normalität zurückgekehrt. Nach und nach ist Urlaub nicht nur in Deutschland, sondern auch wieder in Europa möglich. Wer in Corona-Zeiten auf Reisen geht, sollte seine Reiseapotheke in jedem Fall entsprechend ergänzen.

Schutzmasken und Desinfektionsmittel

Ins Gepäck gehören in diesem Jahr eine angemessene Menge an Mund-Nasen-Schutzmasken. Empfehlenswert sind hier vor allem OP-Masken aus Vliesstoffen mit Nasenbügel zum Einmalgebrauch. Diese dürfen nicht gewaschen werden. Weniger empfehlenswert auf Reisen sind die selbstgenähten Communitymasken, da wohl die wenigsten Reisenden am Urlaubsort über eine Waschmaschine verfügen, mit der sie die Masken regelmäßig bei mindestens 60 Grad waschen können (ausgenommen Ferienhäuser). Die Menge sollte mindestens der Anzahl von Urlaubstagen und der Personenzahl entsprechen, eher ein paar mehr.
Nicht nur in  Corona-Zeiten und sowohl in Deutschland, als auch im Ausland ist nicht immer die Möglichkeit gegeben, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Es ist deshalb empfehlenswert, für zwischendurch ein Hände-Desinfektionsmittel einzupacken. Je nach Reisedauer sollte auch Vorrat zum Nachfüllen mitgenommen werden.

Und was sollte noch mit?

Welche Medikamente man im Urlaub dabeihaben sollte, lässt sich pauschal nicht sagen. Eine Reiseapotheke sollte je nach Zielgebiet, Reisedauer und Reiseart individuell zusammengestellt werden. Bei der Zusammenstellung lassen sich Kunden gerne in der Apotheke beraten. Zur Grundausstattung einer Reiseapotheke gehören Dinge, die man oft auch in der Hausapotheke für den Notfall bereithält.

Arzneimittel gegen die folgenden Beschwerden bzw. Erkrankungen sollten im Urlaub nicht fehlen:

  • Schmerzen (z.B. Zahn-, Kopf-, Gliederschmerzen); ggf. Migränemittel
  • Fieber
  • Durchfall
  • Erkältung, Halsschmerzen, Husten und Schnupfen (z.B. abschwellende Nasentropfen, Hustenmittel, Halsschmerztabletten)
  • Allergien, Insektenstiche oder Juckreiz (z.B. lokale und systemische Antihistaminika)
  • Erbrechen
  • Reiseübelkeit
  • Verdauungsbeschwerden, z.B. Sodbrennen oder Verstopfung
  • Verstauchungen, Prellungen etc. (z.B. Kühlkompressen, Kältespray, Schmerzmittel)
  • ggf. Lippenherpes
  • ggf. Schlafstörungen
  • trockene Augen (Augentropfen)

Es empfiehlt sich, im Apothekenteam eine Liste mit Fertigarzneimitteln für die genannten Indikationen zusammenzustellen, aus der dann eine für die jeweiligen Kunden passende Auswahl getroffen werden kann.

Patienten mit chronischen Erkrankungen, sollten ihre individuelle Dauermedikation in ausreichender Menge mitnehmen – möglichst im Handgepäck, falls die Koffer auf dem Weg zum Reiseziel verloren gehen.

Kinder dabei?

Wenn Kinder mit im Urlaub sind, sind kleinere Blessuren kaum zu vermeiden. Um nicht vor Ort Ausflüge oder Strandbesuche abbrechen und ggf. zum Arzt zu müssen, empfiehlt es sich, eine kleine Mini-Notfall-Apotheke für unterwegs mitzunehmen. Folgende Arznei- und Hilfsmittel sollten darin nicht fehlen:

  • Kälte-Sofort-Kompresse (z. B. von WEPA oder ASID BONZ), die sich durch Drücken und Schütteln aktivieren lässt, hilft bei Prellungen, Insektenstichen und leichten Verbrennungen
  • eine Zeckenzange zum Entfernen von Zecken oder auch Splittern
  • Pflaster und Verbandmaterial zum Verarzten von Schürfwunden und kleinen Verletzungen
  • Brand- und Wundgel (z. B. Medice)
  • Eine NaCl-Ampulle zum Reinigen von Wunden, Ausspülen der Augen, falls ein Tierchen darin gelandet ist usw.

Bei Insektenstichen kann der Stachel entfernt und die Einstichstelle gekühlt werden. Bei einer starken allergischen Reaktion (Heißwerden, Anschwellen, Fieber) sollte jedoch auch im Urlaub der Kinderarzt konsultiert werden. Dasselbe gilt bei Stürzen – vor allem aus größerer Höhe.