Gut gerüstet – Was in eine Wanderapotheke gehört

Beratungswissen für die Reisezeit

Eine gut gerüstete Wanderapotheke muss vor allem bei längeren Ausflügen immer dabei sein.
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Eine Schürfwunde hier, eine Blase dort – schon kleine Verletzungen können den Spaß an einer Wanderung verderben und zur Umkehr zwingen. Eine Grundausstattung an Verbandmaterial muss deshalb immer dabei sein. Doch auch darüber hinaus sollten einige, apothekenübliche Waren mitgeführt werden. Welche das sind und wie sie diese vor hohen Temperaturen schützen, lesen Sie hier.

Bevor es losgeht

Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor sollte bereits vor Antritt der Wanderung aufgetragen werden. Besonders geeignet sind wasserfeste Produkte (z. B. La Roche-Posay Anthelios Invisible Fluid LSF 30, Avene® Sonnenfluid SPF 50+), damit der Schutz durch Schwitzen nicht verloren geht. Um in regelmäßigen Abständen nachcremen zu können, muss die Flasche aber auf jeden Fall mit ins Gepäck. Ebenfalls griffbereit im Rucksack sollte ein Mücken- und Zeckenabwehrspray (z. B. Antibrumm® forte, Autan® Protection Plus Zeckenschutz) sein.

Einmal gestolpert, schon blutet es

Auf unebenen Wegen passiert es schnell, dass man mal ausrutscht oder stolpert. Meist passiert nicht viel, Knie oder Ellenbogen sind nur leicht aufgeschürft. Dennoch ist es wichtig, die Wunde zu versorgen und steril abzudecken. Dazu braucht man:

  • Desinfektionsspray (z. B. Octenisept® Wund-Desinfektion Lösung),
  • Wundpflaster (verschiedene Größen und Formen, z. B. Hansaplast® Sensitive Strips),
  • sterile Wundauflagen( z. B. DracoFix sterile Mullkompressen)
  • und Mullbinden oder alternativ Verbandpäckchen (z. B. Hartmann Verbandpäckchen)
  • sowie Fixierpflaster (z. B. Leukoplast®)
  • und eine Schere (z. B. Frank® Verbandsschere spitz-stumpf).

Zum Schutz des Ersthelfers dürfen auch Einmalhandschuhe (z. B. Gentle Skin® steril) nicht fehlen.

Ein unachtsamer Tritt – der Knöchel tut weh

Trotz aller Vorsicht und optimalem Schuhwerk kann ein Umknicken nicht immer verhindert werden. Damit die Wanderung fortgesetzt werden kann, muss ein übermäßiges Anschwellen verhindert und der Knöchel stabilisiert werden. Deshalb gehören zusätzlich eine Kälte-Sofort-Kompresse (z. B. WEPA Kälte Sofort-Kompresse) sowie eine Idealbinde (6cm für Erwachsene, 4cm für Kinder; z. B. Idealbinde-BSN) in die Wanderapotheke.

Was sonst noch mit muss

Blasenpflaster in verschiedenen Größen (z. B. Compeed® Blasenpflaster Mixpack) ermöglichen ein schmerzfreies Weiterwandern. Eine Pinzette (z. B. WEPA Apoline® Pinzette schräg 8 cm verchromt) leistet gute Dienste beim Entfernen von Spreißeln oder Dornen. Ebenso sollte eine Zeckenzange oder -karte (z. B. Primo® Zeckenzange) nicht fehlen, falls sich trotz Repellentien ein Tier festgebissen haben sollte. Eine Rettungsdecke (z. B. Param Rettungsdecke gold/silber) ist wichtig, um einen Wanderer vor Sonneneinstrahlung zu schützen, falls es nicht möglich ist, ihn in den Schatten zu bringen. Andererseits kann eine Rettungsdecke auch vor Auskühlung schützen. Wer auf größeren Touren in alpinen Gegenden unterwegs ist, sollte zudem eine Signalpfeife mitnehmen, um im Falle eines Falles Hilfe holen zu können.

Merke: So nützt die Rettungsdecke

Die silberne Seite der Decke soll laut Herstellerangaben auf die Seite gedreht werden, auf der die Wärme reflektiert werden soll. Zur Kühlung muss sie also nach außen, zum Wärmen nach innen zeigen.

*Allerdings ist der Unterschied in der Wärmereflektion gering, weshalb die „richtige“ Orientierung heute eine untergeordnete Rolle spielt. Da die goldenen Seite im Schnee jedoch besser zu erkennen ist, lohnt es sich im Winter dennoch auf die richtige Ausrichtung der Rettungsdecke zu achten.

Wanderapotheke vor Hitze schützen

Auf längeren Touren muss auch die Dauermedikation mit ins Gepäck. Bei sommerlichen Temperaturen wird es nicht nur den kühlpflichtigen, sondern auch allen anderen Medikamenten (mit einer empfohlenen Lagertemperatur von max. 25 °C) sowie den Pflastern zu warm. Ein zu Hause vorbereiteter Kühlakku sorgt in der Wanderapotheke für die nötige Abkühlung. Dabei ist es wichtig, den direkten Kontakt zwischen Kühlakku und Medikamenten zu vermeiden, um ein Anfrieren zu verhindern. Dies kann z. B. durch Umwickeln des Akkus mit einem Tuch oder durch das Verstauen der Medikamente in einem Ziplock-Beutel oder einer Dose erreicht werden – auf diese Weise werden sie zusätzlich vor Verdunstungsfeuchte geschützt. Je nach Dauer der Wanderung empfiehlt es sich, mehrere Kälte-Sofort-Packs mitzunehmen, um die Kühlung bei Bedarf erneuern zu können.

Die Wanderapotheke auf einen Blick

  • Sonnenschutzmittel (z. B. La Roche-Posay Anthelios Invisible Fluid LSF 30)
  • Mücken- und Zeckenabwehrspray (z. B. Antibrumm® forte)
  • Desinfektionsspray (z. B. Octenisept® Wund-Desinfektion Lösung),
  • Wundpflaster (z. B. Hansaplast® Sensitive Strips),
  • sterile Wundauflagen( z. B. DracoFix sterile Mullkompressen) 
  • Mullbinden oder Verbandpäckchen (z. B. Hartmann Verbandpäckchen)
  • Fixierpflaster (z. B. Leukoplast®)
  • Schere (z. B. Frank® Verbandsschere spitz-stumpf)
  • Einmalhandschuhe (z. B. Gentle Skin® steril)
  • Kälte-Sofort-Kompresse (z. B. WEPA Kälte Sofort-Kompresse)
  • Idealbinde (6cm für Erwachsene, 4cm für Kinder; z. B. Idealbinde-BSN)
  • Blasenpflaster (z. B. Compeed® Blasenpflaster Mixpack)
  • Pinzette (z. B. WEPA Apoline® Pinzette schräg 8 cm verchromt)
  • Zeckenzange oder -karte (z. B. Primo® Zeckenzange)
  • Rettungsdecke (z. B. Param Rettungsdecke gold/silber)
  • Signalpfeife

*Zuletzt aktualisiert am 16.07.2020; Die Anwendung der Rettungsdecke wurde konkretisiert und auf Leserwunsch eine Zusammenfassung der Wanderapotheke eingefügt.