Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Woche vom 13. bis 17.07.2020

Bild: ezstudiophoto / stock.adobe.com

Eine beschleunigte Zulassung für Impfstoffkandidaten in den USA, Pharmazeuten aus Halle weisen Coronaviren in Gurgellösung nach und ein britischer Impfstoff mit Zweifach-Schutz – was es diese Woche in puncto Corona-Krise Neues gibt lesen Sie hier. Wir fassen laufend apothekenrelevante Meldungen für Sie zusammen.

Freitag, den 17.07.2020

Studie: Großteil der Corona-Fälle in Wuhan blieb unentdeckt

Während des Corona-Ausbruchs in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ist laut einer neuen Studie ein Großteil der Fälle unentdeckt geblieben. Die Untersuchung chinesischer Wissenschaftler, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass in der ersten akuten Phase zwischen dem 1. Januar und dem 8. März bis zu 87 Prozent der Infektionen unter dem Radar geblieben sein könnten. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, indem sie mit statistischen und epidemiologischen Modellen den Ausbruch in Wuhan rekonstruierten. Zuvor waren bereits andere internationale Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Sars-CoV-2-Infektionen nicht erkannt werden, etwa, weil Infizierte nur schwache oder keine Symptome haben. In Wuhan, wo die Pandemie weltweit zuerst ausgebrochen war, wurden rund 50.000 Infektionen und knapp 4.000 Tote gemeldet. Seit Monaten werden aus der zentralchinesischen Stadt keine aktiven Infektionsträger mehr gemeldet. Im Juni wurden bei zweiwöchigen Massentests von fast zehn Millionen Bürgern nur noch 300 asymptomatische Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger entdeckt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Ingesamt hat China die Pandemie weitgehend unter Kontrolle gebracht. Es gibt kaum noch neue Infektionen.

Quelle: dpa / cn

Diagnose von COVID-19 ohne Test in der Praxis kaum möglich

Je mehr die Wissenschaft über das neuartige Coronavirus herausfindet, umso mehr Fragen scheinen sich aufzutun. Auch die Symptomatik von COVID-19 bleibt in Teilen nebulös. Ein neuer Cochrane-Review untersucht, ob die Krankheit anhand ihrer Symptome und einer medizinischen Untersuchung genau diagnostiziert werden kann. Mit einem wenig überraschenden Ergebnis. Lesen Sie mehr bei den Kolleginnen und Kollegen von DAZ.online

Mehr erfahren

Quelle: DAZ.online / hb

Ausnahmeregelung: Keine Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten COVID-19-Arzneimitteln

Die EU will die Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffes beschleunigen. Dafür setzt sie nun befristet Auflagen aus: Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) teilte der Rat der Mitgliedstaaten am Dienstagabend mit, dass ab dem 19. Juli COVID-19-Arzneimittel mit genetisch veränderten Organismen (GVO) ohne vorherige Umweltverträglichkeitsprüfung klinisch geprüft werden können. Zudem wird klargestellt, dass die Regelung auch gilt, wenn Mitgliedstaaten den Einsatz von offiziell noch nicht genehmigten COVID-19-Arzneimitteln mit genetisch veränderten Organismen erlauben wollen.

Quelle: dpa / cn

Donnerstag, den 16.07.2020

Steuerbefreiung für Alkohol bis 31. Dezember 2020 verlängert

Im vergangenen März haben sich die zuständigen Zollbehörden darauf verständigt, dass Apotheken auch unvergällten Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln als Biozide steuerfrei verwenden dürfen. Denn eigentlich sind Alkoholerzeugnisse laut Alkoholsteuergesetz nur von der Steuer befreit, wenn sie gewerblich „zur Herstellung von Arzneimitteln durch dazu nach dem Arzneimittelrecht Befugte“ verwendet werden (§ 27 Abs. 1 Nr. 1 AlkStG). Zunächst war diese Regelung bis Ende Mai befristet. Sie wurde jedoch verlängert – mittlerweile bis zum 31. Dezember 2020. Damit gilt die für die steuerfreie Verwendung nötige Erlaubnis nach 28 AlkStG weiterhin als erteilt.

Aber was ist mit den befristeten Ausnahmen der Bundesstelle für Chemikalien, die Apotheken überhaupt erst die Herstellung dieser Desinfektionsmittel ermöglichen? Die Allgemeinverfügung zur Herstellung von Flächendesinfektionsmitteln läuft Ende September aus, die für Händedesinfektionsmittel am 6. Oktober. Hierzu lässt die ABDA in ihren aktuellen FAQ wissen, dass die Bundesregierung bei der EU-Kommission die Verlängerung der Gültigkeit der Allgemeinverfügungen der BAuA beantragt habe. Die Genehmigung stehe allerdings noch aus.

Weiterlesen

Quelle: daz.online/ks

EU will bei Seuchenbekämpfung enger zusammenarbeiten

In der Corona-Krise wollen die Staaten der Europäischen Union (EU) enger bei der Seuchenbekämpfung zusammenrücken. So solle das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zu einer internationalen Instanz in der Seuchenbekämpfung werden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Rande einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsministeram heutigen Donnerstag in Berlin. „In der Krise haben wir erneut erfahren, dass wir als Europäer zusammenstehen müssen, um Gefahren abzuwehren“, so Spahn. Entwickelt werden sollten Strukturen, die Europa unabhängiger von der Produktion wichtiger Arzneimittel und Medizinprodukte etwa in China machten.

Quelle: dpa/sn

Impfstoff aus Großbritannien mit Zweifach-Schutz?

Britische Forscher haben Medien zufolge Fortschritte bei einem Impfstoff gegen das Coronavirus gemacht. Das Mittel soll einen doppelten Schutz bieten, wie der britische „Telegraph“ am Donnerstag berichtete. Es regt demnach sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen an.

Zuletzt hatten Studien gezeigt, dass die Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut nach einer Infektion offenbar relativ schnell absinkt (s. u.). Was das für eine mögliche Impfung bedeutet, ist zwar unklar, Experten hatten aber in diesem Kontext auf die Bedeutung von T-Zellen für die Langzeitimmunität hingewiesen.

Die Versuche von Wissenschaftlern der Universität Oxford wurden den Berichten zufolge an gesunden Erwachsenen in einer Phase I-Studie vorgenommen, die im April begonnen hat. Die renommierte Universität kooperiert mit dem Pharmakonzern AstraZeneca. Die Wissenschaftler wollten ihre Ergebnisse zum Vakzin ChAdOx1 nCoV-19 am Montag in der Medizin-Zeitschrift „The Lancet“ veröffentlichen. Ob das Mittel tatsächlich vor einer Infektion schützt, wird momentan in einer Phase III-Studie an mehreren Tausend Freiwilligen in Brasilien getestet.

Dass der Impfstoff sowohl die Bildung von Antikörpern als auch von T-Zellen ankurbelt, „wird die Menschen hoffentlich schützen“, zitierte der „Telegraph“ einen nicht näher genannten Experten. Es sei ein wichtiger Schritt gelungen. „Aber wir müssen noch eine ganze Strecke zurücklegen.“ David Carpenter – Mitglied eines Ethik-Komitees, das die Studie genehmigte – sagte: Die Forscher „sind auf dem richtigen Weg“.

Quelle: dpa/sn

Remdesivir auf Vorrat?

Bedingt zugelassen ist Remdesivir seit kurzem auch in Deutschland verfügbar. Dennoch werden die meisten Apotheker mit dem ersten COVID-19-Arzneimittel nicht in Berührung kommen, die Verteilung steuert STAKOB zentral und zunächst nur für ausgewählte Kliniken. Wie läuft der Weg von Remdesivir? Und können sich Krankenhäuser jetzt schon für eine potenziell zweite Welle rüsten und bevorraten, wie bei Intensivarzneimitteln? Unsere Kollegen von DAZ.online haben mit Professor Hans-Peter Lipp von der Uniklinikapotheke Tübingen gesprochen sowie beim BMG und bei Gilead nachgefragt.

Weiterlesen

Quelle: daz.online/cm

RKI: Mehr als 200.000 gemeldete Infektionen

Die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat die Marke von 200 000 überschritten. Seit Beginn der Corona-Krise waren mindestens 200 260 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 16.7., 0.00 Uhr). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des RKI 534 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9078 mit dem Virus infizierte Menschen - das sind sieben mehr im Vergleich zum Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten 186 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 15.7., 0.00 Uhr, bei 1,02 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Nach RKI-Schätzungen lag der Sieben-Tage-R mit Datenstand 15.7., 0.00 Uhr, bei 0,95 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle:dpa/sn

Mittwoch, den 15.07.2020

Pharmazeuten aus Halle weisen Coronaviren in Gurgellösung nach

Pharmazeuten der Universität Halle-Wittenberg haben mit Hilfe der Massenspektrometrie kleinste Mengen des Coronavirus Sars-CoV-2 in einer Gurgellösung nachgewiesen. Daraus könnte einmal ein relativ einfacher Test entstehen.

Für ihre Untersuchung verwendeten sie Lösungen, mit denen Patienten gegurgelt hatten, die an COVID-19 erkrankt waren, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Die neue Methode könne künftig als Ergänzung für bisher übliche Tests dienen, hieß es. Sie werde nun weiter verbessert, um als Standard-Diagnostik-Werkzeug zur Verfügung zu stehen.

Andrea Sinz und ihre Mitarbeiter entwickelten eine Methode, um nach Bestandteilen von Sars-CoV-2 zu suchen. „Wir messen direkt die Peptide, die von dem Virus stammen, und nicht das genetische Material“, erklärt Sinz. Auch wenn nur wenig Gurgellösung zur Verfügung gestanden habe, hätten die Wissenschaftler Bestandteile der Virusproteine gefunden, hieß es. Der Test sei hochspezifisch für das Virus, da die entsprechenden Proteine nur bei Sars-CoV-2 vorkommen.

Aktuell könne der Test in circa 15 Minuten durchgeführt werden, so Sinz. Ihre Arbeitsgruppe versuche nun, die Analysezeiten weiter zu verkürzen. Dafür nutze sie zurzeit künstlich hergestellte Virusbestandteile. Ob sich dieser Ansatz tatsächlich für den Nachweis von Sars-CoV-2 eignet, müsse allerdings noch gezeigt werden. Eine Probenaufbereitung sei dann nicht aufwendig und die Messungen wären auch von nicht spezialisiertem Personal durchführbar. Unmittelbar zur Verfügung stehen wird die neue Diagnosemethode nach Angaben der Universität jedoch noch nicht. Sinz hoffe, dass sie in einigen Monaten für den Einsatz bereit sein werde.

Quelle: dpa/sn

Corona-Hotspot in Nordbayern durch Skiurlaub und Feste

Eine Untersuchung des Robert Koch-Institutes (RKI) zur Ausbreitung des Coronavirus im besonders betroffenen Landkreis Tirschenreuth im Nordosten Bayerns hat einen Zusammenhang von Infektionen und bestimmtem Freizeitverhalten der Betroffenen festgestellt. 33 von 98 Befragten waren entweder kurz zuvor im Skiurlaub in Österreich oder Italien gewesen, hatten an einem Starkbierfest in der Stadt Mitterteich (Kreis Tirschenreuth) oder an einem zweiten Bierfest teilgenommen.

„Ein Zusammenspiel dieser drei Faktoren, zu einem Zeitpunkt, als noch kein einziger Fall aus dem Landkreis gemeldet worden war, scheint wahrscheinlich als Ursache für die rasante Ausbreitung des neuen Coronavirus in der Stadt Mitterteich und daraufhin im gesamten Landkreis“, heißt es in der Studie des RKI. Andererseits seien die Faktoren als Erklärung für die starke Ausbreitung im Kreis Tirschenreuth nicht ausreichend.

Tirschenreuth war einer der Aufsehen erregendsten Hotspots der frühen Corona-Welle in Deutschland. Am 10. März war der erste Fall registriert worden, binnen einer Woche stieg die Zahl der bestätigten Fälle auf 42. Am 18. März wurden für die Stadt Mitterteich die bundesweit ersten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Am 1. April war mit 103 gemeldeten Fällen an nur einem Tag der Höhepunkt erreicht. Bis zum 11. Mai waren insgesamt 1.122 Fälle bestätigt, 129 Patienten starben. Im Kreis Tirschenreuth leben rund 72.000 Menschen.

Quelle:dpa/sn

Ermutigende Ergebnisse bim Impfstoff von Moderna

Ein experimenteller Coronavirus-Impfstoff der US-Biotech-Firma Moderna zeigt einer Studie zufolge nach ersten Tests ermutigende Ergebnisse. In der ersten Phase der klinischen Tests hätten die Probanden Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, erklärte das an der Studie beteiligte Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID). Bei den 45 Teilnehmern im Alter von 18 bis 55 Jahren habe es keine ernsthaften Nebenwirkungen gegeben, hieß es weiter.

Die Probanden, die innerhalb von zwei Monaten zwei Injektionen des Impfstoffs bekamen, entwickelten mehr neutralisierende Antikörper als Personen, bei denen eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert worden war, wie es am Dienstag weiter hieß. Der Hersteller Moderna sprach in einer Mitteilung von einer „robusten Immunreaktion“, die nun den Weg für wesentlich größere Studien zu Wirksamkeit ebne.

Weiterlesen

Quelle: dpa/sn

EU erlässt Ausnahmeregelung für Covid-19-Arzneimittel

Die EU setzt befristet Auflagen aus, um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs zu beschleunigen. Wie der Rat der Mitgliedstaaten am Dienstagabend mitteilte, werden vom kommenden Samstag an COVID-19-Arzneimittel mit genetisch veränderten Organismen (GVO) ohne vorherige Umweltverträglichkeitsprüfung klinisch geprüft werden können. Zudem wird klargestellt, dass die Regelung auch gilt, wenn Mitgliedsstaaten den Einsatz von offiziell noch nicht genehmigten COVID-19-Arzneimitteln mit genetisch veränderten Organismen erlauben wollen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommentierte: „Diese Verordnung wird sicherstellen, dass klinische Prüfungen in der EU ohne Verzögerung starten können und dass keine wertvolle Zeit verloren geht.“ Ein Impfstoff gegen COVID-19 werde dringend benötigt.

Die neue EU-Verordnung gilt, solange die Weltgesundheitsorganisation COVID-19 als Pandemie betrachtet oder solange ein Beschluss der Kommission gilt, mit dem sie eine gesundheitliche Krisensituation aufgrund von COVID-19 feststellt.

Quelle: dpa/sn

Dienstag, den 14.07.2020

Maskenpflicht und Teststrategie an weiterführenden Schulen

In Baden-Württemberg gilt nach den Sommerferien an allen weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Das bestätigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag. Jeder, der dann auf dem Schulgelände und in den Gebäuden unterwegs ist, muss demnach eine Alltagsmaske tragen. Während des Unterrichts soll die Maskenpflicht nicht gelten.

Die Landesregierung einigte sich nach langen Diskussionen auch auf eine Teststrategie für das Personal an Schulen und Kitas. Alle Mitarbeiter sollen sich von Mitte August bis Ende September zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können.

Quelle: dpa/sn

RKI: Antikörper nur bei wenigen Blutspender gefunden

Anhand von Untersuchungen bei Blutspendern in Deutschland vermutet das Robert Koch-Institut (RKI) bisher wenig Kontakt der Bevölkerung mit dem neuen Coronavirus. Lediglich bei 1,3 Prozent der untersuchten Spender konnten spezifische Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachgewiesen werden, wie aus einer aktuellen Zwischenauswertung des Berliner Instituts hervorgeht. „Somit könnte bei erneutem Anstieg der Übertragungen auch eine weitere Infektionswelle auftreten“, schreiben die Autoren des Berichts. Der Nachweis spezieller Antikörper im Blut gilt als Hinweis auf eine durchgemachte Infektion.

Laut RKI-Bericht wurden ab April dieses Jahres 11 695 Proben von Blutspendern aus 29 Regionen Deutschlands untersucht. Die Ergebnisse unterstrichen die Annahme, „dass vermutlich der Großteil der Bevölkerung noch keinen Kontakt mit dem Virus hatte und weiterhin empfänglich für eine Infektion ist“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag. Die Daten sind allerdings nicht für die Allgemeinbevölkerung repräsentativ. Wieler erklärte, nur gesunde Erwachsene dürften Blut spenden, bei Menschen mit Grunderkrankungen könnten die Zahlen anders aussehen. Die Tests bei Blutspendern im Rahmen der sogenannten SeBluCo-Studie sollen bis Ende September alle 14 Tage wiederholt.

Quelle: dpa/sn

Erneute Infektion könnte möglich sein

Wer eine SARS-CoV-2 Infektion durchgemacht hat oder mit einem entsprechenden Impfstoff geimpft wurde bleibt möglicherweise dennoch nicht vor einer erneuten Infektion gefeit. Wie zeitonline aktuell berichtet, ergaben Untersuchungen an COVID-19 Patienten in Deutschland mehrere Monate später ein deutliches Absinken neutralisierender Antikörper.

„Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann“, sagte  Clemens Wendtner, Chefarzt an der München Klinik Schwabing, gegenüber zeitonline. „Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden.“

Bereits Untersuchungen aus Zürich und China kamen zu einem ähnlichen Ergebnis.

Quelle: zeitonline/sn

Braun: Zielgenaueres Vorgehen bei regionalen Ausbrüchen

Die Bundesregierung plant ein zielgenaueres Durchgreifen bei regionalen Corona-Ausbrüchen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach einer Video-Schalte von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit den Staatskanzlei-Chefs der Bundesländer. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Nach „Bild“-Informationen möchte die Bundesregierung durchsetzen, dass bei einem plötzlichen starken Ausbruch von Corona-Infektionen umgehend harte Maßnahmen verhängt und Testkapazitäten hochgefahren werden. Stelle man fest, dass der Ausbruch regional begrenzt sei, könnten die Maßnahmen genauso schnell wieder aufgehoben werden, wie sie erlassen wurden.

Zusätzlich erklärte Braun laut „Bild“, bei künftigen Corona-Hotspots sollte nicht mehr auf Beherbergungsverbote, sondern auf Ausreiseverbote gesetzt werden. Bei einem plötzlichen Ausbruch dürften die Menschen somit nicht aus den betroffenen Landkreisen ausreisen.

Quelle: dpa/sn

Pandemie beschleunigt Trend zu Unterernährung

Die Zahl der unterernährten Menschen ist nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Jahren deutlich niedriger gewesen als bisher genannt. Fast 690 Millionen Männer, Frauen und Kinder litten 2019 an Unterernährung, wie es im aktuellen Bericht zur Welternährung heißt. Gleichzeitig warnten die UN, dass der Trend zu mehr Hunger trotz der statistischen Korrektur ungebrochen sei. Als Folge der Corona-Krise drohe sogar ein sprunghafter Anstieg: 83 bis 132 Millionen Menschen könnten 2020 zusätzlich Not leiden, rechneten Fachleute der Welternährungsorganisation FAO am Montag in Rom vor.

Quelle: dpa/sn

50 000 Krebsoperationen ausgefallen

Wegen der Corona-Pandemie haben nach Angaben der Deutschen Krebshilfe rund 50 000 Krebsoperationen nicht stattgefunden. Das sei fast ein Viertel aller Krebsoperationen im Zeitfenster der Pandemie bis Mitte Juni, sagte Krebshilfe-Präsident Gerd Nettekoven der „Augsburger Allgemeinen“ . „Auch unterstützende Maßnahmen für Krebspatienten, von der psychosozialen Betreuung bis zur Palliativmedizin wurden in den Kliniken teilweise extrem nach unten gefahren.“ Die Kliniken und Arztpraxen schöben zudem „eine große Bugwelle“ von verschobenen therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen vor sich her. „Das kann irgendwann zu lebensbedrohlichen Situationen für Krebspatienten führen“, warnte er.

Nettekoven widersprach Darstellungen, dass das vor allem daran liege, dass Patienten aus Furcht vor Ansteckung nicht in die Kliniken und Praxen gekommen seien. „Wenn 50 000 Krebsoperationen ausgefallen sind, dann hat das nichts damit zu tun, dass die Patienten nicht ins Krankenhaus gekommen wären.“

Die Situation habe sich zwar wieder etwas entspannt, sei aber weiter angespannt. „Das betrifft auch die Krebsfrüherkennung: Wir befürchten leider, dass wir in nächster Zeit mit Patienten konfrontiert sein werden, bei denen die Diagnose sehr spät gestellt wird“, erklärte er.

Quelle:dpa/sn

Montag, den 13.07.2020

Studie: SARS-CoV-2 befällt das Herz

Laut einer Meldung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) kann das Corona-Virus Herzzellen infizieren und sich sorgar darin vermehren. Zudem sei das Virus in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern. Das geht aus einer aktuellen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Westermann aus der Klinik für Kardiologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin des UKE hervor. Für die Studie wurden 39 verstorbene Herzpatientinnen und -patienten untersucht, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren.

„Bisher wusste man nicht, in wie vielen Fällen SARS-CoV-2 auch das Herz befällt und – wenn es das tut – ob es sich in Herzzellen vermehren und dort krankhafte Veränderungen hervorrufen kann. Mit den nun vorliegenden Untersuchungsergebnissen haben wir deutlich mehr Klarheit“, sagt Studienleiter Prof. Westermann. Bei rund zwei Drittel der untersuchten Patienten (24 von 39) konnten die Forschenden demnach im Herzgewebe das Corona-Virus SARS-CoV-2 nachweisen. In 16 Fällen fanden sie das Virus in Mengen, die klinische Auswirkungen hätten haben können. Bei fünf Patienten mit den höchsten Virusmengen identifizierten die Forschenden den Plus- und Minus-Strang des Virus-Erbguts. „Das ist das Zeichen, dass sich das Virus auch in der betreffenden Zelle vermehrt“, so Prof. Westermann.

Durch die Infektion verändere sich laut UKE-Mitteilung zwar die Herzzellen. Ob dies allerdings Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf hat, lasse sich noch nicht abschließend klären.

Quelle: UKE/sn

Schulen in Sachsen sind keine Corona-Hotspots

Die sächsischen Schulen haben sich nach ihrer Wiedereröffnung in der Corona-Krise bisher nicht als Hotspots für Neuinfektionen erwiesen. Das ist ein Ergebnis einer Analyse der Universitätsklinik Dresden, die am Montag vorgestellt wurde. Bei 2045 untersuchten Blutproben wurden in zwölf Fällen Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachgewiesen. In einigen Schulen habe es bestätigte Corona-Fälle gegeben, bei Lehrern und Schülern an den Schulen seien aber nicht überdurchschnittlich häufig Antikörper nachweisbar, hieß es.

Untersucht wurden im Mai und Juni mehr als 1500 Schüler überwiegend der Klassenstufen acht bis elf und etwa 500 Lehrer aus Schulen in Dresden und im Landkreis Bautzen. Die Studie sei repräsentativ für Regionen mit niedrigen Infektionszahlen, sagte Berner. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) kündigte an, dass nach den Sommerferien an den Schulen der Normalbetrieb mit Hygienevorschriften wieder beginnt.

Quelle:dpa/sn

USA: Beschleunigtes Zulasssungsverfahren für Impfstoff von Biontech

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem amerikanischen Konzern Pfizer und der Firma Biontech aus Mainz ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei mögliche Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus genehmigt. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit. Es handele sich um die am weitesten entwickelten Varianten eines möglichen RNA-Impfstoffs mit Namen „BNT 162b1“ und „BNTb2“. Insgesamt laufen in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II zu vier Kandidaten.

Für die USA hatten Biontech und Pfizer zuletzt schon erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt, konkret zu „BNT 162b1“. Diese nannten die Unternehmen „ermutigend“, auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30 000 Probanden zeigen.

Quelle: dpa/sn

Neurologische Symptome bei COVID-19

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 macht auch vor dem Gehirn nicht halt. Der für eine Infektion entscheidende Rezeptor ACE2 wird auch von verschiedenen Geweben im Zentralnervensystem exprimiert, sodass infizierte Immunzellen – einem „trojanische Pferde“ gleich – ins ZNS gelangen. Die Folge sind verschiedene neurologische Symptome. Geruchs- und Geschmacksverlust sowie Kopfschmerz sind so häufig, dass sie mittlerweile als diagnostische Hinweise gelten.

Weiterlesen

Quelle: daz.online/rs

Ivermectin plus Doxycyclin aussichtsreich

Ein Studienteam aus Bangladesch und China berichtet, dass die Kombination von Ivermectin und Doxycyclin bei leichten bis mittelschwerem COVID-19 besser wirkte als Hydroxychloroquin plus Azithromycin. Die Überlegenheit betraf sowohl das Behandlungsergebnis als auch das Nebenwirkungsprofil.

Weiterlesen

Quelle: daz.online/hb

Diabetes und Corona - besteht ein Zusammenhang?

Corona, ACE2 und Bluthochdruck-Patienten sind drei Dinge, die während der aktuellen Pandemie schon breit diskutiert wurden. Auch Diabetes-Patienten standen als COVID-19-Risikopatienten immer wieder im Fokus. Und auch hier könnte mechanistisch ACE2 eine Rolle spielen, wie jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse vermuten lassen. Doch könnte SARS-CoV-2 sogar verantwortlich sein, dass ein Diabetes erstmals neu auftritt?

In einem Brief, der im „New England Journal of Medicine“ (NEJM) veröffentlicht wurde, schilderte eine internationale Gruppe von Endokrinologen, dass COVID-19 und Diabetes nicht nur dadurch verbunden seien, dass Diabetes-Patienten das Risiko tragen, schwer an COVID-19 erkranken zu können. Vielmehr könnte Diabetes infolge einer Corona-Infektion erst entstehen. Dem Brief zufolge wurden Fälle beobachtet, in denen es bei COVID-19-Patienten zu neu aufgetretenem Diabetes und schweren metabolischen Komplikationen eines bereits bestehenden Diabetes gekommen ist. Bei anderen Coronaviren soll es schon ähnliche Hinweise zur Beeinflussung eines Diabetes gegeben haben.

Weiterlesen

Quelle:daz.online/dm

Spahn: Auch im Urlaub nicht nachlässig werden

Jens Spahn (CDU) hat die Bürger vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich aufgerufen, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. „Die Gefahr einer zweiten Welle ist real“, sagte Spahn am Montag in Berlin bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Er rief die Bevölkerung auf, gerade auch in Urlaubszeiten wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu werden. Spahn bat die Bürger, in der Corona-Krise weiterhin Abstand zu halten, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und Alltagsmasken zu tragen.

Mit Blick auf die Lage auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca, wo am vergangenen Wochenende Hunderte Touristen für Empörung gesorgt hatte, weil sie unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen gefeiert hatten, äußerte sich Spahn besorgt. „Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird“, sagte er. Dort, wo miteinander gefeiert werde, sei das Risiko besonders hoch - auch das Rückreiserisiko für alle anderen im Flugzeug und für die Menschen zu Hause. Feiern im österreichischen Skiort Ischgl gelten als einer der Ausgangspunkte für die Verbreitung des Coronavirus auch in Deutschland.

Kritik: Erster Corona-Impfstoff soll in Indien im August verfügbar sein

In der letzten Woche hat die indische Regierung die ersten Genehmigungen für klinische Prüfungen mit COVID-19-Impfstoffen aus der heimischen Entwicklung erteilt. Die Kandidaten „Covaxin“ und „ZyCov-D“ stammen von den Firmen Bharat Biotech und Zydus Cadila. Bereits Mitte August soll der erste Impfstoff verfügbar sein, was in der wissenschaftlichen Gemeinschaft einige Verwunderung und Besorgnis ausgelöst hat.

Weiterlesen

Quelle: daz.online/dm

59 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 159 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.963 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 13.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9.064 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 185.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 12.7., 0.00 Uhr, bei 1,04 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der Sieben-Tage-R-Wert lag mit Datenstand 12.7., 0.00 Uhr, bei 0,91 (Vortag: 0,93). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle:dpa/sn

 

Hier geht es zu den Meldungen der vergangenen Tage