Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Woche vom 20. bis 24.07.2020

Bild: ezstudiophoto / stock.adobe.com

Mehr Geld für die Corona-Forschung, Biontech schließt Liefervertrag mit den USA und Söder beschließt Test für Reiserückkehrer – was es in puncto Corona-Pandemie Neues gibt, erfahren Sie hier. Wir fassen laufend die wichtigsten Meldungen für Sie zusammen.

Freitag, den 24.07.2020

815 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 815 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 204.183 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 24.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9.111 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 10 im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 189.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 23.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,93 (Vortag: 0,89). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 23.7., 0.00 Uhr, bei 1,05 (Vortag: 1,01). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle: dpa / cn

Studie: Im Büro mehr Aerosol-Belastung als im Kino

Die Konzentration der für die Übertragung von Corona-Viren relevanten Aerosole ist in Kinosälen deutlich geringer als in einem Büroraum. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Hermann-Rietschel-Instituts der Technischen Universität Berlin für den Hauptverband Deutscher Filmtheater HDF Kino. Wird im Kino nur geatmet, liegt die Zahl der eingeatmeten Aerosole selbst bei einem Film mit Überlänge noch deutlich unter der in einem Büro, in dem gesprochen werde. Das hängt laut Studie auch mit der Lüftungsart in den Kinos zusammen.
Der Verband HDF Kino fordert deswegen, die Abstandsregelung von 1,50 Metern zu reduzieren, da die Sicherheit der Besucher gewährleistet sei. Nur wenn Kinos ihre Kapazitäten erhöhen können, werde es mehr neue Filme geben, mit denen die Kinos die Krise überleben könnten.

Quelle: dpa / cn

Maskenpflicht in England tritt in Kraft

In England ist am Freitag die Pflicht zum Tragen von Masken in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen in Kraft getreten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 100 Pfund (ungerechnet 110 Euro) rechnen. Die Regierung in London hatte die Regelung erst nach langem Zögern eingeführt. In Schottland müssen schon seit Anfang des Monats Masken in geschlossenen Räumen getragen werden. Bislang galt die Maskenpflicht in England nur in öffentlichen Verkehrsmitteln. Befürchtet wurde zunächst, es könne zu einer hohen Nachfrage nach der in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen knappen Schutzausrüstung kommen. Außerdem wurde gewarnt, Masken könnten durch häufiges Berühren oder ein trügerisches Gefühl von Sicherheit sogar kontraproduktiv sein. Großbritannien ist mit mehr als 45.500 Todesfällen bei nachweislich mit dem Virus Infizierten das am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben.

Quelle: dpa / cn

SARS-CoV-2-Übertragung auf ungeborenes Baby möglich

Bislang war die Daten Lage zur Übertragung von SARS-CoV-2-Infektionen von Schwangeren auf ihre ungeborenen Kinder nicht eindeutig. Der Fall einer Schwangeren aus Frankreich zeigt nun jedoch, dass eine Ansteckung des Ungeborenen im Mutterleib über die Plazenta möglich ist. Und wieder einmal könnte ACE2 eine Rolle spielen.

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Donnerstag, den 23.07.2020

Mehr als 15 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Die globale Verbreitung des Coronavirus hat sich zuletzt deutlich beschleunigt. Weltweit gibt es inzwischen mehr als 15 Millionen bestätigte Infektionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Ende Juni, also rund sechs Monate nach Beginn der Pandemie in China, war die Schwelle von 10 Millionen bekannten Infektionen erreicht worden. Seither hat sich die Pandemie vor allem in Nord- und Südamerika und in anderen Ländern wie Indien und Südafrika rasch ausgebreitet. Weltweit sind laut Johns Hopkins bislang knapp 620.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Das am schlimmsten betroffene Land waren die USA. Dort gab es mit knapp vier Millionen die meisten bestätigten Infektionen und mit mehr als 142.000 Opfern auch die meisten Corona-Todesfälle. Zuletzt vermeldeten vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes Höchststände bei den Neuinfektionen. Experten zufolge ist die Pandemie dort inzwischen weitgehend außer Kontrolle.

Quelle:dpa/sn

Corona-Tests für Reiserückkehrer geplant

Wer aus sogenannten Risikogebieten im Ausland einreist, soll künftig unmittelbar nach der Rückkehr auf das Coronavirus getestet werden. Dazu sollen an deutschen Flughäfen Teststellen eingerichtet werden. Auf eine entsprechende Empfehlung verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am gestrigen Mittwoch bei einer Schaltkonferenz, ohne zunächst einen formalen Beschluss dazu zu fällen. Am Freitag sind weitere Beratungen geplant.

Quelle: dpa/sn

Mittwoch, den 22.07.2020

Würzburg: Corona-Studie in Kitas geplant

In einer neuen Studie sollen mehr als 800 Kinder im Vorschulalter aus der Region Würzburg auf das Coronavirus getestet werden. Die Forscher wollen eine Methode finden, um Infektionen mit dem Virus frühzeitig in Kindertageseinrichtungen zu entdecken und rechtzeitig zu reagieren, sagte der Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, Christian Schuchardt (CDU), am heutigen Mittwoch. Ziel der Studie ist es auch, einen kontinuierlichen Betrieb der Kinderbetreuung trotz Corona-Ausbrüchen zu ermöglichen.

Ab Herbst sollen Vorschulkinder aus neun Einrichtungen über drei Monate regelmäßig auf eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus getestet werden. Die Teilnahme ist freiwillig. Organisiert wird die Studie von der Stadt, der Universität und dem Universitätsklinikum Würzburg. Beteiligt sind Virologen, Allgemeinmediziner sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Würzburger Uniklinik. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt im Rahmen des Forschungsnetzwerks InfectControl die Studie mit mehr als einer Million Euro.

Quelle:dpa/sn

Biontech: Hunderte Millionen Impfstoffdosen für die USA

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer sollen Hunderte Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs gegen COVID-19 an die USA liefern. Eine entsprechende Vereinbarung mit den US-Behörden haben beide Unternehmen am Mittwoch bekanntgegeben. Biontech betonte zugleich, man stehe mit weiteren Regierungen in Gesprächen über Lieferabkommen für einen Impfstoff.

Noch steht allerdings kein Impfstoff zur Verfügung: Die Impfstoffkandidaten der beiden Unternehmen befinden sich derzeit in der klinischen Entwicklung und sind in keinem Land der Welt für den Gebrauch zugelassen. Sobald sie aber erfolgreich produziert werden und die entsprechende Notfallgenehmigung vorliegt, sollten die Vereinigten Staaten zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen erhalten, hieß es. Nach deren Lieferung zahle die US-Regierung 1,95 Milliarden US-Dollar (rund 1,68 Mrd Euro).

Später habe die US-Regierung die Möglichkeit, bis zu 500 Millionen weitere Dosen zu erwerben. Die beiden Unternehmen wollen noch im Oktober das Zulassungsfahren beginnen, falls erste Studien erfolgreich sind. Die erste Charge in die USA soll demnach voraussichtlich im vierten Quartal geliefert werden.

Quelle: dpa/sn

100 Millionen Euro für Impfstoff-Forschung

Die EU-Kommission will 100 Millionen Euro für ein Projekt der internationalen Forschungsallianz Cepi (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) zur Erforschung von Coronavirus-Impfstoffen zur Verfügung stellen. Das teilte die Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Das Geld kommt aus dem EU-Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizont 2020“.

Zur Bekämpfung der Corona-Krise soll nach diesen Vorstellungen rasch ein Impfstoff gegen das Virus entwickelt werden, der weltweit allen zur Verfügung steht. Die EU-Kommission, Regierungen und internationale Partner haben dafür insgesamt 15,9 Milliarden Euro zugesagt.

Quelle: dpa/sn

Warum Deutschland bisher gut durch die COVID-19-Krise gekommen ist

Bei der Bewältigung der COVID-19-Pandemie steht Deutschland im europäischen Vergleich recht gut da. Eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) analysiert, woran das liegen könnte und was die Länder für die Zukunft daraus lernen könnten. Dabei machten Sie unter anderem Unterschiede in folgenden Bereichen aus:

  • Zahl der Intensivbetten, Ärzte und Pflegekräfte
  • Haushaltsstrukturen (Single- bzw. Paarhaushalte vs. Mehrpersonenhaushalte)
  • Ort der Testungen (ambulant vs. stationär)

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Quelle: daz.online/hb

Aktuelle Infektionszahlen für Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 454 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202.799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI heute Morgen meldete (Datenstand 22.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9.095 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von 5 im Vergleich zum Vortag. Bis heute Morgen hatten 188.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,04 (Vortag: 1,15). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Der Sieben-Tage-R-Wert lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21.7., 0.00 Uhr, bei 1,08 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle: dpa/sn

WHO ergreift Maßnahmen gegen „Infodemie“

Im Kampf gegen ein Virus, dass Millionen Menschen in aller Welt bedroht, gibt es eine zweite Front: die Informationsflut mit vielen falschen und missverständlichen Informationen, die das Vertrauen der Menschen in Behörden und Experten zu untergraben droht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Wissenschaftler aus zahlreichen Disziplinen und Ländern zusammengebracht, die eine völlig neue Forschungsdisziplin schaffen wollen: Infodemiologie. Das ist das Ergebnis einer Online-Konferenz, die am Dienstag zu Ende gegangen ist. Beteiligt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Disziplinen wie Mathematik, EDV, Soziologie, Psychologie, Gesundheit, Kommunikation und anderen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte schon zu Anfang der Coronavirus-Pandemie vor einer „Infodemie“ gewarnt, die Menschen mit einer schier unendlichen Flut von Information zu erschlagen drohte. Darunter seien Falschinformationen und Verschwörungstheorien, die Menschen verunsicherten. Wie dieses Phänomen in den Griff zu bekommen ist, soll die Disziplin der Infodemiologie zu Tage fördern.

Eine unüberschaubare Menge an Informationen könne sich negativ auf die Gesundheit auswirken, so die WHO, etwa weil sie Stress und Sorgen verstärken und Menschen womöglich dahin trieben, gefährlichen Ratschlägen zu folgen. „Es war noch nie deutlicher als heute, dass Kommunikation eine wesentliche gesundheitspolitische Intervention ist, die ebenso wie Epidemiologie, Virologie und klinisches Management zur Bekämpfung von Pandemien beiträgt“, so die WHO.

Es sei nötig, den Informationsfluss in sozialen Medien messen zu können, sagte Pier Luigi Sacco von der Universität IULM in Mailand. Offene Fragen seien unter anderem, wie Menschen lernen können, gute von schlechten Quellen zu unterscheiden, wie Missverständnisse beim Informationsaustausch durch kulturelle Verschiedenheiten unterbunden werden können, wie effektiver kommuniziert werden könne.

Quelle:dpa/sn

Grünes Licht für Biontech-Impfstoff-Test in Brasilien

Die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, hat einen weiteren Test für einen Corona-Impfstoff zugelassen – diesmal mit deutscher Beteiligung. Wie aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt „Diário Oficial“ am gestrigen Dienstag hervorging, erlaubte die Anvisa dem Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer, Tests für eine Impfung gegen COVID-19 in Brasilien vorzunehmen. Es ist bereits die dritte Erlaubnis dieser Art der Behörde, um die Wirksamkeit von Corona-Wirkstoffen zu überprüfen.

Anfang der Woche hatte der chinesische Pharmakonzern Sinovac in Brasilien die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs gestartet. Ein Impfstoff des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, entwickelt von Forschern der Universität Oxford, wird in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas schon seit Juni getestet.

In Brasilien mit rund 210 Millionen Einwohnern breitet sich das Virus immer noch rasant aus. Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich mit Corona infiziert, mehr als 80.000 Menschen sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit COVID-19 gestorben.

Quelle: dpa/sn

Indien: Jeder Vierte Einwohner Neu Delhis hat Corona-Antikörper

Ein Corona-Antikörper-Test im Auftrag der indischen Regierung hat ergeben, dass hochgerechnet knapp jeder vierte Mensch (23,48 Prozent) in der Hauptstadt Neu Delhi Antikörper im Blut hat. Untersucht worden seien Proben von 21.387 Personen, schrieb Indiens Gesundheitsministerium in einer Mitteilung am gestrigen Dienstag.

Dieser Wert ist deutlich höher als die offiziellen Zahlen der bekannten Coronafälle. Demnach haben oder hatten weniger als ein Prozent der Bevölkerung von Neu Delhi Corona – konkret mehr als 123.000 Menschen. Rechnet man hingegen die 23,48 Prozent auf die rund 20 Millionen Einwohner Neu Delhis hoch müsste es mehr als 4,5 Millionen Fälle geben.

Das Gesundheitsministerium erklärte, dass viele Leute asymptomatisch seien. Allerdings ist in Indien die Corona-Testrate auch deutlich tiefer als in vielen reicheren Ländern. Indien ist derzeit auf Platz drei der bekannten Coronafälle weltweit – mit knapp 1,2 Millionen Fällen. Davor sind Brasilien mit mehr als 2,1 Millionen und die USA mit mehr 3,8 Millionen Fällen.

Quelle: dpa/sn

Dienstag, den 21.07.2020

Biontech-Impfstoff stimuliert Antikörper- und T-Zell-Bildung

In den Forschungen an einem Corona-Impfstoff haben das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer ein weiteres positives Teilergebnis bekanntgegeben. Die klinische Studie in Deutschland habe gezeigt, dass der Impfstoffkandidat BNT62b1 zu einer verstärkten Bildung sogenannter T-Zellen führe, teilten beide Unternehmen am heutigen Dienstag mit. T-Zellen sind ein wichtiger Indikator, dass ein möglicher Immunschutz auch langfristig erhalten bleibt. Vor drei Wochen hatten die beiden Partner bereits mitgeteilt, dass der Impfstoffkandidat „eine Immunantwort mit neutralisierenden Antikörpern im Menschen induzieren kann“.

Die Mitbegründerin von Biontech, Özlem Türeci, bezeichnete die Ergebnisse in der gemeinsamen Mitteilung mit Pfizer als ermutigend. Die vorläufigen Daten zeigten, dass der Impfstoffkandidat bereits bei niedrigen Dosen Antikörper stimuliere und zur Reaktion von T-Zellen führe. „Wir denken, dass beide eine wichtige Rolle spielen könnten, um die wirksame Überwindung eines Krankheitserregers wie Sars-CoV-2 zu erreichen.“

Quelle: dpa/sn

WHO bezeichnet Ergebnisse zu britischem Impfstoff als „gute Nachricht“

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Studienergebnisse zu einem britischen Impfstoff gegen das Coronavirus als „gute Nachricht“ begrüßt. Bei einem Medienbriefing in Genf am gestrigen Montag gratulierte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan den Forschern in Oxford und den Kollegen des Pharmaunternehmens AstraZeneca, die die Ergebnisse geliefert hatten. Die Tatsache, dass das Vakzin erfolgreich getestet worden sei und keine ernsthaften Nebenwirkungen in den Probanden hervorgerufen habe, sei „ein positives Ergebnis“. „Dennoch ist es noch ein langer Weg“, sagte Ryan weiter. Nun müssten weitere Studien in größerem Umfang folgen.

Experten hatten zuvor in „The Lancet“ berichtet, dass der britische Impfstoff einer Studie zufolge sicher zu sein scheint und das Immunsystem ankurbelt. Das Mittel wirkt gleich zweifach: Es fördert sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen – beide sind für die Immunabwehr wichtig. Erste Ergebnisse der Phase-I/II-Studie waren schon in der vergangenen Woche bekannt geworden. Die Versuche mit 1077 gesunden Personen wurden als vielversprechend eingestuft.

Ebenfalls am Montag präsentierten chinesische Forscher in „The Lancet“ Erfolge eines Impfstoffs in einem Phase-II-Versuch mit über 500 Menschen. Auch dieser sei sicher und habe eine Reaktion des Immunsystem hervorgerufen wie Antikörper oder entsprechende Abwehrzellen (T-Zellen) im Blut, schreibt das Team um Feng-Cai Zhu vom Jiangsu Provincial Center for Disease Control and Prevention in Wuhan.

Quelle: dpa/sn

Nach Infektion vermutlich doch immun?

Corona-Patienten haben einer Studie zufolge in vielen Fällen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie an 327 COVID-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Erkrankten gehören. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fähig seien, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

An der Studie des deutsch-chinesischen Gemeinschaftslabors in Wuhan waren neben chinesischen Experten auch drei Virologen aus Essen, darunter Mirko Trilling, beteiligt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

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Quelle: dpa/sn

Montag, den 20.07.2020

Mehr Geld für Corona-Forschung

Das Bundesforschungsministerium hat die Fördergelder zur Erforschung des Coronavirus erhöht. Die ursprünglich vorgesehenen Mittel von 15 Millionen Euro seien verdreifacht worden, teilte Ministerin Anja Karliczek (CDU) am heutigen Montag in Berlin mit. Mit nun 45 Millionen Euro sollen knapp 90 „herausragende Projekte“ gefördert werden. Genannt wurden Untersuchungen zur Wirksamkeit der Behandlung von COVID-19-Patienten mit Blutplasma von Menschen, die eine Infektion bereits überstanden haben, die Erforschung des Einflusses genetischer Faktoren wie der Blutgruppe auf den Schweregrad der Erkrankung sowie Studien zu ethischen, rechtlichen und sozialen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Pandemie.

„Die Biologie des Virus und seine Verbreitungswege noch besser zu verstehen, ist der Schlüssel für wirksame Therapien und weitere mögliche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Gleichzeitig wollen wir untersuchen, wie sich die politischen Entscheidungen und sozialen Empfehlungen im Zusammenhang mit der Pandemie auf jeden einzelnen und unsere Gesellschaft als Ganzes auswirken“, sagte Karliczek. Mit der Förderung werde die Unterstützung des Ministeriums zur Impfstoffentwicklung und zur Stärkung der Universitätsmedizin ergänzt.

Quelle: dpa/sn

WHO-Chefforscherin hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich

Eine breit angelegte Corona-Impfung könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation WHO Mitte 2021 erfolgen. „Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien“, sagte Soumya Swaminathan in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden.“ Anfang 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es daraufhin Mitte 2021 einen Impfstoff geben, der auf breiter Basis eingesetzt wird.

„Natürlich lässt sich das nicht vorhersagen“, betonte Swaminathan. Sie hat jedoch große Hoffnungen: „Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten – vielleicht sogar mehr.“

„Natürlich lässt sich das nicht vorhersagen“, betonte Swaminathan. Sie hat jedoch große Hoffnungen: „Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten – vielleicht sogar mehr.“

Quelle: dpa/sn

Biontech schließt erste Liefervereinbarung mit Großbritannien

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem möglichen, gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen. Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten „BNT 162“ geliefert werden, voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021.

Zu insgesamt vier RNA-Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer laufen derzeit in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. Für zwei dieser Kandidaten genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.

Erste Ergebnisse der bisherigen Studien in den USA haben Biontech und Pfizer schon offengelegt und nannten sie „ermutigend“, auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden – insgesamt waren es 45 gesunde Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren – hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30 000 Probanden zeigen.

Nun teilten die Unternehmen mit, noch diesen Monat könnte es mit den weiteren Studien der Phasen IIb und III mit einem Hauptkandidaten für den Impfstoff losgehen. Wenn auch dies erfolgreich laufe, könne im Oktober das Zulassungsverfahren beantragt werden. Zu den Tests in Deutschland stehen erste Ergebnisse noch aus, sie werden noch im Juli erwartet.

Quelle: dpa/sn

Söder: Testzentren an bayerischen Flughäfen und Zweifel an regulärem Schulbetrieb

Deutsche Urlaubsrückkehrer sollen sich in Kürze direkt an den bayerischen Flughäfen kostenlos und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können. Das kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag im ZDF-Sommerinterview an. „Wir jedenfalls überlegen uns jetzt und werden es auch machen, dass wir an unseren Flughäfen Testzentren einrichten, dass man, wenn man aus dem Urlaub zurückkommt, sich auch dort jederzeit testen lassen kann“, sagte er.

Wann genau die Testzentren ihren Betrieb aufnehmen sollen, ließ Söder offen. Er deutete als sinnvolles Ziel aber den Beginn der bayerischen Sommerferien am kommenden Wochenende an. Grundsätzlich plädierte der CSU-Politiker für mehr Tests nach den Ferien. „Wir müssen uns sehr auf die Urlaubsrückkehrer einstellen, das gilt auch für den Schulbeginn.“

Diesbezüglich hat Söder Zweifel angemeldet, ob der Unterricht in Bayern nach den Sommerferien tatsächlich wieder regulär starten kann. „Ich sag' Ihnen ganz offen, ich bin noch nicht so überzeugt, dass es einen ganz normalen Regelunterricht geben wird“, sagte Söder. Er betonte:“Wir müssen uns auch Alternativkonzepte überlegen, ein abgestuftes System, für den Fall, dass es wieder schlimmer wird.“

Quelle: dpa/sn

 

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