Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Woche vom 03. bis 07.08.2020

Bild: ezstudiophoto / stock.adobe.com

Infizierte Menschen können Hunde und Katzen anstecken, PEI und Spahn zeigen sich bei Impfstoffentwicklung optimistisch und Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden zur Pflicht was es diese Woche in puncto Corona-Krise Neues gibt lesen Sie hier. Wir fassen laufend apothekenrelevante Meldungen für Sie zusammen.

Freitag, den 07.08.2020

Forscher erwarten 300.000 Corona-Tote in den USA bis Jahresende

Bis Dezember könnten nach einem weithin beachteten Modell in den USA insgesamt fast 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Das wären rund 140.000 Tote mehr als derzeit. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 228.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle am Donnerstag. Das Modell des Instituts befürchtet nun bis 1. Dezember 295.000 Tote. Vor der jüngsten starken Zunahme der Neuinfektionen in den USA hatte das Modell bis 1. November noch mit rund 230.000 Toten gerechnet.

Bislang sind in den USA fast 160 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigen. Landesweit gibt es inzwischen fast fünf Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Seit Mitte Juni hat die Zahl der Neuinfektionen in den USA wieder deutlich zugenommen. Im Schnitt meldeten die Behörden zuletzt rund 60.000 Neuinfektionen pro Tag - vor allem in Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Quelle: dpa / cn

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

Neuinfektionen innerhalb eines Tages: 1.147
Infizierte seit Beginn der Krise in Deutschland: mindestens 214.214
Zahl der Todesfälle: 9.183
Überstandene Infektionen: 195.900
(Datenstand 7.8., 0.00 Uhr)

R-Wert: 0,99
Sieben-Tage-R-Wert: 1,06
(Datenstand 6.8., 0.00 Uhr)

Quelle: dpa/cn

Donnerstag, den 06.08.2020

Russische COVID-19-Vakzine soll bald in die Massenproduktion gehen

Angeblich soll Russlands COVID-19-Impfstoff aus dem staatlichen Gamaleya-Forschungsinstitut kurz vor dem Einsatz in großem Maßstab stehen. „Wie kann das möglich sein?“ fragt das Fachportal TrialSiteNews, nach nur etwa drei Monaten klinischer Erprobung und bislang ohne staatliche Zulassung.

Unsere Kollegen von Daz.online haben sich diesen Bericht einmal angeschaut.

Weiterlesen

Ab Samstag: Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

Einreisende aus internationalen Corona-Risikogebieten müssen sich von diesem Samstag an bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, wie er heute in Berlin mitteilte.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, steht auf einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) – aus der EU sind derzeit Luxemburg und die die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat.

Quelle: dpa/sn

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

  • Neuinfektionen innerhalb eines Tages: 1.045
  • Infizierte seit Beginn der Krise in Deutschland: mindestens 213.067 
  • Zahl der Todesfälle: 9.175
  • Überstandene Infektionen: 195.200 

(Datenstand 6.8., 0.00 Uhr)

  • R-Wert: 0,9
  • Sieben-Tage-R-Wert: 0,97

(Datenstand 5.8., 0.00 Uhr)

Quelle: dpa/sn

Nicht nur Corona: Singapur verzeichnet Rekord an Dengue-Fieber-Fällen

Singapur ist mit dem bislang größten Dengue-Fieber-Ausbruch seiner jüngeren Geschichte konfrontiert – zusätzlich zur Corona-Pandemie. Bis Dienstag habe der südostasiatische Stadtstaat 22.403 Erkrankungen verzeichnet, teilte die Nationale Umweltbehörde (NEA) am Mittwochabend mit. Der bisherige Rekord war 2013 mit 22.170 Fällen registriert worden. Die Behörde warnte zudem, dass das Schlimmste noch nicht überstanden sei, da die Dengue-Fieber-Hochsaison traditionell bis Oktober dauere.

Die tropische Viruserkrankung wird durch die tagaktive Aedes-Mücke übertragen und klingt meist nach einigen Tagen wieder ab. Symptome sind unter anderem hohes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Die Krankheit kann aber auch zu schweren Komplikationen oder sogar zum Tod führen. 2020 seien bisher 20 Menschen in Verbindung mit Dengue-Fieber gestorben – sieben Patienten weniger als bis Donnerstag in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 gestorben sind.

Laut NEA könnten die hohen Zahlen an Dengue-Fieber-Fällen unter anderem damit zu tun haben, dass auch in Singapur viele Menschen wegen des Coronavirus gezwungen waren, im Homeoffice zu arbeiten. Denn die blutsaugenden Mücken brüteten speziell in Blumentöpfen, Haushaltsbehältern und Abflüssen, so die Behörde.

Quelle: dpa/sn

Mittwoch, den 05.08.2020

Streeck: Eher „Dauerwelle“ statt „zweite Welle“

Der Virologe Hendrik Streeck kann im Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland derzeit weder einen deutlichen Anstieg der Zahlen noch eine sogenannte zweite Welle erkennen. „Tatsächlich ist der Begriff ‚zweite Welle‘ kein epidemiologischer Begriff, sondern er entstand während der Spanischen Grippe, die nach einem ersten Infektionsschub im Herbst mit voller Wucht wiederkehrte“, erläuterte der Bonner Wissenschaftler im Interview mit t-online.de.

„Ich finde daher den Begriff der ‚Dauerwelle‘ passender. Die Infektionen verschwinden ja nicht, sondern wir werden lernen müssen, das Virus in unseren Alltag zu integrieren.“ Wie bei anderen Coronaviren auch werde man immer im Sommer einen Rückgang der Infektionen sehen, im Frühjahr, Herbst und Winter eine Zunahme. „Ich kann nicht erkennen, dass wir jetzt in einer zweiten Welle sind“, sagte Streeck. „Von einigen plötzlichen Ausreißern abgesehen gibt es gerade keinen deutlichen Anstieg, und einen Anstieg wie derzeit in Spanien sehe ich in Deutschland auch gerade nicht kommen.“

Quelle: dpa/sn

Auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein planen Bußgeld für Maskenverweigerer

Niedersachsen möchte wie auch Nordrhein-Westfalen künftig bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ein Bußgeld von 150 Euro kassieren. Eine Neufassung des Bußgeldkataloges, der für Maskenverstöße deutlich höhere Sanktionen vorsieht, werde in Kürze vorgelegt, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Hannover am heutigen Mittwoch. Bislang sah der Bußgeldkatalog für Maskenverweigerer in Niedersachsen 20 Euro Strafe vor, die konkrete Höhe liegt aber im Ermessen der örtlichen Behörden.

Die härtere Gangart gegenüber Menschen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Maske tragen, wird in Niedersachsen vor dem Hintergrund wieder steigender Corona-Infektionszahlen gewählt. „Wir haben ein leicht erhöhtes Aufkommen im Vergleich zu den vorherigen Wochen“, sagte Ministeriumssprecherin Stefanie Geisler. Bei im Durchschnitt etwa 50 Menschen pro Tag werde in Niedersachsen derzeit eine Corona-Infektion festgestellt, am Mittwoch gab es 46 nachgewiesene Neuinfektionen.

Und auch Schleswig-Holstein will ebenfalls Bußgelder für Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen einführen. „Wir finden die Idee gut“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch in Kiel. Die Landesregierung hat sich noch nicht auf eine Höhe des Bußgeldes verständigt. Die von Nordrhein-Westfalen geplanten 150 Euro seien eher die Obergrenze, hieß es.

Bundesweit gilt im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Maskenpflicht in Handel und im Nahverkehr - die konkrete Ausgestaltung und Regelungen zu Sanktionen sind aber Ländersache. Auch in Bayern beispielsweise sieht der Bußgeldkatalog beim Verstoß gegen die Maskenpflicht bereits 150 Euro vor. In Berlin ist bei Verstößen gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ein Bußgeldrahmen von 50 bis 500 Euro vorgesehen.

Quelle: dpa/sn

Ist eine Maske im Büro sinnvoll?

Je nach Maskenart können Aerosole unterschiedlich stark abgefangen werden. Dies hat Konsequenzen für die Auswahl einer Maske, die in z. B. Büroräumen getragen wird. Eine Arbeitsgruppe der Technischen Hochschule in Gießen ging nun der Frage nach, wie sich die Aerosole genau ausbreiten und welche Maskenart den besten Schutz bietet. Sie kommen zu dem Schluss, dass das Tragen einer Baumwollmaske die Ausbreitung von Aerosolwolken über eineinhalb Meter hinaus verhindert, die Ausbreitungsgeschwindigkeit reduziert und ein schnelleres Absinken der Partikel bewirkt. Die Autoren sprechen sich daher für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder eines ­Gesichtsvisiers beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen aus.

Weiterlesen

Quelle: daz.online/pj

Nationale Akademie der Wissenschaften empfiehlt Masken im Klassenraum

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, dass an Deutschlands Schulen von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird. Ältere Schülerinnen und Schüler sollten auch in den Klassenräumen einen Mund-Nase-Schutz aufsetzen, wenn nicht ausreichend Abstand möglich sei, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme. Darüber hinaus sprachen sich die Wissenschaftler dafür aus, „überall, wo dies umsetzbar ist“, kleine feste Kontaktgruppen einzurichten.

Dass Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden, müsse möglichst verhindert werden. Abstands- und Hygieneregeln seien ebenso wie häufiges Lüften wesentlich. Auch eine „systematische Teststrategie“ wird empfohlen. Sobald jemand Symptome zeige, sollte getestet werden.

An der Stellungnahme der Leopoldina wirkten 24 Professorinnen und Professoren mit, darunter der Charité-Virologe Christian Drosten und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler.

 Quelle: dpa/sn

Spahn: Maskenpflicht schützt Freiheit der anderen

Gesundheitsminister Jens Spahn verteidigt im „Morning Briefing“-Podcast (s.u.) die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten öffentlichen Bereichen: „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel“. Es sei besser, mit Maske in bestimmten Situationen Dinge möglich zu machen, als sie irgendwann gar nicht mehr möglich machen zu können, sagte er mit Blick auf Restaurantbesuche oder Einkäufe.

Zum Freiheitsargument von Masken-Gegnern sagte Spahn: „Freiheit kommt nie unendlich und ohne die Freiheit der anderen. Und hier geht es ja darum, die anderen im Geschäft, in der U-Bahn, in der Gastronomie, deren Freiheit zu schützen, nämlich deren körperliche Unversehrtheit.“

Die Frage, ob jemand krank werde, habe auch etwas mit Freiheit und Nicht-Freiheit zu tun. Es gehe um eine Abwägung. „Und hier war die Entscheidung: Um die Freiheit der anderen zu schützen, gibt es an bestimmten Stellen Masken.“ Das Virus sei noch da, und da, wo man es ihm leicht mache, gehe es auf einmal wieder ganz schnell, sagte Spahn unter Verweis auf andere Länder mit hohen Infektionszahlen.

Quelle: dpa/sn

Impfstoff: Spahn sieht Anlass für viel Optimismus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist optimistisch, dass es bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff schnelle Erfolge geben könnte. Er sei zuversichtlich, dass es so schnell wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte einen Impfstoff geben könne, sagte der CDU-Politiker heute im „Morning Briefing“-Podcast des Journalisten Gabor Steingart. „Wir haben sehr vielversprechende Kandidaten, sehr vielversprechende Daten. Wenn das gelänge in den nächsten Monaten, wäre das tatsächlich die schnellste Impfstoffentwicklung der Menschheitsgeschichte.“

Abgeschlossene klinische Phasen werde es sicherlich in den nächsten sechs Monaten geben. Spahn zufolge finden zurzeit bereits Studien in Phase III statt, in denen am Menschen und „im Alltagsinfektionsgeschehen“ getestet werde. Das geschieht seinen Angaben zufolge vor allem in anderen Ländern mit größerem Ausbruchsgeschehen, nicht in Deutschland. „Dass wir da Ergebnisse, Erkenntnisse, abgeschlossene klinische Studien haben, da bin ich sehr sicher. Wie die dann am Ende aussehen, das kann ich ihnen nicht sagen. Aber ich sag nochmal, Stand heute, 4.8., besteht Anlass für viel Optimismus.“

Quelle: dpa/sn

Bundesregierung hebt Reisewarnung für Türkei teilweise auf

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben. Das Auswärtige Amt teilte am gestrigen Dienstag in ihren Reisehinweisen im Internet mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer begründete den Schritt mit der relativ niedrigen Zahl von Neuinfektionen in diesen Gebieten und dem „speziellen Tourismus- und Hygienekonzept“, das die türkische Regierung entwickelt hat. „Bei einer Verschlechterung der pandemischen Lage kann die Reisewarnung auch für die genannten vier Provinzen wieder eingeführt werden“, betonte sie aber.

Quelle: dpa/sn

Novavax : Gute Ergebnisse nach ersten Tests

Ein experimenteller Coronavirus-Impfstoff der US-Biotech-Firma Novavax hat nach Angaben des Herstellers bei ersten Tests ermutigende Ergebnisse gezeigt. In der ersten Phase der klinischen Tests hätten alle Probanden Antikörper gegen den Erreger SARS-CoV-2 entwickelt, erklärte das Unternehmen am Dienstag (Ortszeit). Bei den 131 Teilnehmern im Alter von 18 bis 59 Jahren habe es keine schweren Nebenwirkungen gegeben, hieß es weiter. Die Ergebnisse der in Australien durchgeführten Tests wurden jedoch noch nicht von unabhängigen Forschern geprüft und veröffentlicht.

Die ersten klinischen Tests mit wenigen Freiwilligen prüfen vor allem die Verträglichkeit eines Impfstoffs, dessen Wirksamkeit muss anschließend in wesentlich größeren Studien geprüft werden. Bislang ist noch nicht klar, ob und wie lange die Antikörper die Probanden tatsächlich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen können.

Novavax hat von der US-Regierung für die Impfstoffentwicklung Anfang Juli 1,6 Milliarden US-Dollar zugesprochen bekommen. Damit soll die Durchführung eines großen klinischen Tests mit bis zu 30 000 Teilnehmern und die Produktion von 100 Millionen Dosen des Impfstoffs NVX-CoV2373 finanziert werden. Die Firma hofft, diesen großen klinischen Test im Herbst zu starten.

Quelle: dpa/sn

„Masken-Muffel“ in NRW droht Bußgeld

Nordrhein-Westfalen will bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen künftig sofort ein Bußgeld von 150 Euro abkassieren. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sagte heute der „Rheinischen Post“: „Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen. Wir wollen eine Verschärfung, so dass unmittelbar beim ersten Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 150 Euro fällig ist.“ Bisher werden Bußgelder nur erhoben, wenn Fahrgäste sich trotz Aufforderung weigerten, die Maske aufzusetzen. Wüst sagte, man wolle „keine lange Diskussion mehr mit Masken-Muffeln“.

Quelle: dpa/sn

Dienstag, den 04.08.2020

Maskenpflicht ab Klasse fünf in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Schüler und Lehrer von diesem Mittwoch an auf dem Schulgelände eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Außerdem sollen die Corona-Tests ausgeweitet werden, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach einer Kabinettssitzung mit Vertretern von Kommunen, Wirtschaft und Verbänden heute mitteilte. Die Maskenpflicht gilt demnach ab Klasse fünf. Damit sind die Grundschulen befreit. Ausgenommen sind laut Schwesig auch die Klassenräume.

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) sagte, dass die Schüler ferner angehalten werden sollen, auf dem Weg zum Schulbus und an der Haltestelle ihre Maske zu tragen. Mit den Kommunen sollen Lösungen für sehr volle Schulbusse gesucht werden, um für Entzerrung zu sorgen. Das Testprogramm für Lehrer und Referendare an den Schulen soll nach Martin zufolge auf weitere Schulmitarbeiter wie Sekretärinnen und Hausmeister ausgeweitet werden. Möglich seien bis zu fünf Tests pro Mitarbeiter bis zu den Herbstferien.

Quelle: dpa/sn

Australien: Risiko in Schulen gut zu managen

Das Risiko für Corona-Ausbrüche in Schulen und Kindergärten lässt sich einer Studie aus Australien zufolge mit Maßnahmen wie Kontaktverfolgung gering halten. Obwohl mit dem Virus infizierte Lehrer, Betreuer und Kinder ihre jeweilige Einrichtung aufgesucht hätten, als sie bereits infektiös waren, seien dort nur wenige weitere Menschen infiziert worden, berichten Forscher im Fachjournal „The Lancet Child & Adolescent Health“. Das effektive Verfolgen von Kontakten Infizierter sei der Schlüssel dafür, eine Ausbreitung in Schulen und Kitas zu verhindern.

Anders als in vielen anderen Ländern waren die Schulen in Australien während der ersten Ausbreitungswelle begleitet von Abstands- und Hygieneregeln offen geblieben. Forscher um Kristine Macartney von der Universität Sydney hatten von Januar bis April für 25 Schulen und Kindergärten im Bundesstaat New South Wales Infektionszahlen und -wege erfasst. Gab es in einer Einrichtung einen Nachweis, wurden die engen Kontakte des Betroffenen identifiziert. Diese Menschen wurden angehalten, 14 Tage in Quarantäne zu gehen und regelmäßig nach Symptomen gefragt. Gab es diese, wurde ein Test veranlasst.

12 Kinder und 15 Lehrer/Betreuer besuchten ihre jeweilige Einrichtung demnach auch nachweislich zu einer Zeit, in der sie infektiös waren – also etwa am Tag vor dem Auftreten erster Symptome. Von ihren insgesamt 1.448 Kontaktpersonen dort erkrankten lediglich 18 an COVID-19. Betroffen war neben drei Schulen vor allem ein Kindergarten, in dem ein Erwachsener das Virus auf sechs Erwachsene und sieben Kinder übertrug. Eine Detailanalyse, bei der auch Antikörper-Tests gemacht wurden, ergab, dass SARS-CoV-2 merklich häufiger zwischen Erwachsenen oder von einem Erwachsenen auf ein Kind übertragen wurde als von einem Kind auf einen Erwachsenen oder zwischen Kindern.

Die Forscher gehen auch auf Einschränkungen der Aussagekraft ihrer Ergebnisse ein: So seien die meisten der engen Kontaktpersonen nur getestet worden, wenn sie Symptome entwickelten. Es sei anzunehmen, dass darum einige mild oder symptomlos verlaufene Fälle nicht erfasst wurden. Hinzu komme, dass die Schulen zwar offen geblieben seien, die Kinder aber dazu angehalten waren, wenn möglich von zuhause aus zu lernen. Kurz vor dem Ferienstart im April habe davon ein Großteil der Schüler Gebrauch gemacht.

Quelle: dpa/sn

Italien: Zahl der Infizierten wohl deutlich höher

Das Coronavirus könnte in Italien einer Studie zufolge sechs Mal stärker verbreitet sein als bekannt. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt Istat veröffentlichten am Montag eine Auswertung, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper gegen das Virus entwickelt haben. Das entspreche rund 2,5 Prozent der Bevölkerung.

In Italien leben rund 60 Millionen Menschen. Das Ergebnis der Studie basiert auf Tests bei 64.660 repräsentativ ausgewählten Menschen vom 15. Mai bis 15. Juli – die Ergebnisse seien bis 27. Juli eingegangen. Laut den Daten der US-Universität Johns Hopkins haben sich in Italien bislang gut 248.000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 35.000 Infizierte starben.

Der Studie zufolge gibt es jedoch große regionale Unterschiede. In der Lombardei wurde bei 7,5 Prozent der Menschen Antikörper festgestellt, in Süditalien bei weniger als einem Prozent.

Quelle:dpa/sn

Marburger Bund: Die zweite Welle ist schon da

Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. „Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle“, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna heute der „Augsburger Allgemeinen“. Sie sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April. Dennoch steige die Zahl der Neuinfektionen. „Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen“, warnte Johna.

Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden. „Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für COVID-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen“, sagte Johna.

In der Praxis wird nach Angaben des Marburger Bundes in Stufe eins eine geringere Anzahl an Intensivbetten freigehalten. Sind diese belegt, tritt 24 Stunden später Stufe zwei in Kraft und die Kapazitäten in den Intensivstationen werden erweitert. „So geht das Schritt für Schritt weiter, bis man dann in der höchsten Alarm- und Ausbaustufe alle für COVID-19-Patienten verfügbaren Intensivkapazitäten ausschöpft“, sagte Johna.

Johna mahnte eindringlich, die Hygieneregeln einzuhalten und Masken zu tragen. Sie verglich die Maske mit der Einführung des Sicherheitsgurtes im Auto, wogegen es damals auch heftigen Widerstand gegeben habe. Heute fühlten sich viele Menschen von einer Mundschutzpflicht bevormundet. Aber das Gegenteil sei der Fall: So wie der Gurt Leben rette, „so rettet auch der Mundschutz Leben“, betonte die Verbandschefin.

Quelle: dpa/sn

Montag, den 03.08.2020

Studie in Sachsen: Nur wenige positive Antikörper-Tests

Im Zuge einer Corona-Studie im Mai und Juni an sächsischen Schulen wurden bei 2600 Schülern und Lehrern keine akuten Infektionen gefunden. „Die akute Ansteckung lag bei Null“, sagte Professor Wieland Kiess vom Leipziger Universitätsklinikum heute bei der Vorstellung der Ergebnisse in Dresden. In 14 von über 2300 Blutproben fanden sich Antikörper und damit der Hinweis auf eine überstandene Infektion.

In einer zweiten Studie mit 900 Teilnehmern untersuchten die Experten die psychischen Folgen von Schulschließungen. Laut Kiess führten diese bei Kindern und Jugendlichen zum Verlust von Lebensqualität, zu stärkerer Mediennutzung sowie zu Zukunftssorgen.

Quelle:dpa/sn

WHO: Noch viele offene Fragen zur SARS-CoV-2-Herkunft

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht noch erheblichen Aufklärungsbedarf bei den Fragen nach Herkunft und erster Verbreitung des Virus SARS-CoV-2. Es komme in China nicht nur Wuhan als erster Verbreitungsort infrage, sagte WHO-Experte Michael Ryan heute in Genf. „Es gibt Lücken in der epidemiologischen Landschaft.“ Es seien noch viel umfassendere Untersuchungen nötig, um festzustellen, wo das Virus – in Wuhan oder anderswo – vom Tier auf den Menschen übergesprungen sei. Zwar sei in der chinesischen Stadt wegen der neuartigen Lungenentzündung zuerst Alarm geschlagen worden, das bedeute aber nicht notwendigerweise auch, dass es auch der Ort der ursprünglichen Verbreitung gewesen sei.

Erst wenn die ersten Patienten ausfindig gemacht worden seien, könne man daran gehen, nach der tierischen Quelle zu suchen. „Sonst ist es die Suche im Heuhaufen“, sagte Ryan. Entsprechende Studien seien von einem Zwei-Mann-Team der WHO zusammen mit chinesischen Experten nun vorbereitet worden. Sie dienten als Grundlage für das von der WHO angeführte internationale Team, das dann in China alle Fragen gründlich untersuchen solle.

Quelle: dpa/sn

Bundesregierung hält Maskenpflicht in Schulen für vernünftig

Die Bundesregierung begrüßt die Pläne einzelner Bundesländer, in der Schule mit Beginn des neuen Schuljahrs eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einzuführen. „Eine solche Maskenpflicht klingt nach einer vernünftigen Überlegung“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer heute in Berlin. Dies müsse aber eingebettet sein in ein Gesamtkonzept und dafür liege die Zuständigkeit bei den Ländern.

Als erstes Bundesland startete heute Mecklenburg-Vorpommern ins neue Schuljahr. Erstmals seit der coronabedingten Schulschließung Mitte März sollen alle Schülerinnen und Schüler wieder täglich zur Schule gehen. Hamburg folgt am Donnerstag, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche. Mehrere Länder hatten angekündigt, in Schulgebäuden – aber nicht im Unterricht – eine Maskenpflicht einzuführen.

Quelle: dpa/sn

Könnten landläufige Coronaviren vor COVID-19 schützen?

Eine Studie unter Leitung der Charité Berlin und des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik (MPIMG) soll zeigen: Auch nicht an COVID-19 Erkrankte tragen potenziell Immunzellen in sich, die SARS-CoV-2 erkennen können. Könnten sich vorausgegangene Infektionen mit landläufigen Erkältungscoronaviren also über eine Kreuzreaktivität schützend auf den Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion auswirken? Das soll nun die Studie „Charité Corona Cross“ untersuchen.

Weiterlesen

Quelle: daz.online/dm

Studie: Auch Haustiere können sich infizieren

Mit SARS-CoV-2 infizierte Menschen können Hunde und Katzen anstecken. Umgekehrt ist das eher nicht der Fall. In Norditalien sind mehr als 800 Vierbeiner auf Antikörper gegen das Coronavirus untersucht worden. Bei 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen konnten die Forscher Antikörper gegen das Virus nachweisen.

Der Kontakt gesunder Menschen zu Haustieren muss aus derzeitiger Sicht nicht eingeschränkt werden. Infizierte Menschen sollten jedoch den Kontakt zu Haustieren meiden.

Weiterlesen

Quelle: dpa/sn

509 neue Corona-Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 509 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 210.402 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI heute Morgen im Internet meldete (Datenstand 3.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.148. Bis Montagmorgen hatten 193.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 2.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,11 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 2.8., 0.00 Uhr, bei 1,09 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle: dpa

Paul-Ehrlich-Institut zeigt sich optimistisch

Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) macht Hoffnung auf eine vergleichsweise schnelle Verfügbarkeit einer Corona-Impfung. „Die Zuversicht ist groß, denn wir haben gerade in den letzten Wochen erlebt, dass wir aus den ersten klinischen Prüfungen Ergebnisse erhalten haben, die zeigen, dass einige Impfstoffe tatsächlich eine spezifische Immunreaktion beim Menschen gegen Coronavirus 2 induzieren können“, sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek am Sonntagabend im ZDF-„heute-journal“. „Das sind sehr gute Neuigkeiten.“

Weltweit gebe es 140 bis 150 Impfstoffprojekte in diesem Bereich. „Wir haben bereits 26 klinische Prüfungen laufen, und auch 6 dieser klinischen Prüfungen befinden sich bereits in einem Stadium, wo noch mal statistisch signifikant Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten am Menschen erhoben werden“, erklärte Cichutek. In sogenannten Phase-III-Studien wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt.

Quelle:dpa/sn

Coronatests für Reiserückkehrer – seit Samstag kostenlos möglich

Seit Samstag können sich alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen. Das legt eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fest. Diese soll zum Beispiel in Teststellen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern und Arztpraxen möglich sein. Teststellen soll man zudem unter der ärztlichen Servicenummer 116 117 erfragen können. Spahn rief dazu auf, die neuen Testmöglichkeiten zu nutzen. „Wer von einer Reise zurückkommt, sollte sich testen lassen – freiwillig und kostenlos.“ Die steigenden Infektionszahlen seien ein Warnsignal.

Übernommen werden auch die Kosten für einen Wiederholungstest pro Person. Dass man ein Reiserückkehrer ist, kann man zum Beispiel durch einen Boarding-Pass, ein Ticket, eine Hotelrechnung oder andere Nachweise eines Auslandsaufenthalts belegen. Je nach Auslastung der Testzentren sollte das Ergebnis nach etwa 24 bis 48 Stunden vorliegen, erläuterte das Gesundheitsministerium.

Bezahlt werden die Tests zunächst von den gesetzlichen Krankenversicherungen – das Gesundheitsministerium hat aber bereits signalisiert, dass der Bund die Finanzierung am Ende über einen schon beschlossenen höheren Milliardenzuschuss an die Kassen übernimmt. Pro Test setzt die Verordnung vorerst 50,50 Euro für Laborleistungen an, für Ärzte ist eine pauschale Vergütung von 15 Euro vorgesehen. An der Finanzierung der Tests auf Steuerzahlerkosten gibt es Kritik. Spahn argumentiert dagegen, dass niemand aus finanziellen Gründen darauf verzichten sollte. Unentdeckte Infektionen könnten teurer werden.

Strengere Regeln gelten für jene Reiserückkehrer, die in Risikogebieten mit hohen Infektionszahlen waren. Welche Länder das sind, steht auf einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI), auf die am Freitag auch die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra kamen. Aus der EU steht zudem Luxemburg darauf. Wer aus solchen Risikogebieten kommt, muss sich direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Möglich ist auch, ein negatives Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist.

Bald soll für Rückkehrer aus Risikogebieten auch eine Testpflicht greifen – eine von Spahn angekündigte Anordnung soll im Lauf dieser Woche in Kraft treten. Dann soll gelten: Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise testen lassen oder binnen 72 Stunden nach der Einreise. Bis ein negatives Ergebnis da ist, muss man in Deutschland in häusliche Quarantäne. Nachgewiesen werden muss das Ergebnis binnen 72 Stunden beim Gesundheitsamt mit einer Testbescheinigung in deutscher oder englischer Sprache.

Quelle: dpa/sn

 

 

Hier geht es zu den Meldungen der vergangenen Tage