Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Woche vom 17. bis 21.08.2020

Bild: ezstudiophoto / stock.adobe.com

Spahn sieht Feiern als Gefahrenquelle, fast jeder Dritte in Neu Delhi hat Antikörper und die EU-Kommission sichert sich Impfstoff von Curevac – was es diese Woche in puncto Corona-Krise Neues gibt, lesen Sie hier. Wir fassen laufend apothekenrelevante Meldungen für Sie zusammen.

Freitag, den 21.08.2020

Pfizer/Biontech: Fortschritte bei Corona-Impfstoff

Die Forschungspartner Pfizer und Biontech kommen bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das SARS-Cov-2-Virus voran. Weitere Daten aus einer Studie der frühen Phase I mit dem Wirkstoffkandidaten BNT162b2 seien positiv ausgefallen, teilten der US-Pharmakonzern und das Mainzer Biotechunternehmen am Donnerstagabend gemeinsam mit. Der Wirkstoff habe sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Patienten im Test für eine starke Immunabwehr gegen die Krankheit COVID-19 gesorgt.

Die beiden Unternehmen planen weiterhin für den Erfolgsfall, die Zulassung für den Wirkstoff frühestens im Oktober zu beantragen. Sollte die Impfung grünes Licht von den Behörden bekommen, sollen noch bis Ende dieses Jahres weltweit bis zu 100 Millionen Dosen ausgeliefert werden. Bis Ende 2021 planen die beiden Unternehmen mit rund 1,3 Milliarden Impfstoffdosen.

Der Wirkstoffkandidat BNT162b2 wird inzwischen seit Juli auch in einer zulassungsrelevanten Studie der Phase 2/3 getestet, an der bis zu 30 000 Menschen teilnehmen sollen. Bislang seien in das Programm 11 000 Teilnehmer aufgenommen worden, hieß es weiter. Darunter seien auch Menschen aus solchen Gegenden, in denen sich das Virus stark verbreite.

Quelle: dpa/sn

Kapazitätsproblemen in deutschen Laboren

Die immens gestiegene Zahl von Corona-Tests in Deutschland führt zu Kapazitätsproblemen. In der Woche vom 10. bis 16. August hätten die teilnehmenden Labore einen Rückstau von 17.142 abzuarbeitenden Proben angegeben, heißt es im aktuellen „Epidemiologischen Bulletin“ des Robert Koch-Instituts (RKI). 41 Labore hätten Lieferschwierigkeiten für Reagenzien genannt.

Die Probleme könnten zu Verzögerungen bei der Abklärung möglicher SARS-CoV-2-Infektionen führen – und damit auch bei der Einleitung von Schutzmaßnahmen durch die Gesundheitsämter. „Es erscheint deshalb geboten, den Einsatz der Tests im Hinblick auf den angestrebten Erkenntnisgewinn in Abhängigkeit freier Testkapazitäten zu priorisieren“, so das RKI.

Verbrauchsmaterialien und Reagenzien würden in den Laboren unter anderem wegen begrenzter Haltbarkeit nur für kurze Zeiträume bevorratet, hieß es vom RKI. Zudem bestehe bei einigen Produkten eine starke Abhängigkeit von einzelnen Herstellern. Bei weiter steigender Testzahl und aufgrund von Lieferengpässen bei weltweit steigender Nachfrage könnten sich die freien Kapazitäten der Labore in den nächsten Wochen reduzieren.

Quelle:dpa/sn

Epidemiologe sieht keine Chance für Rückkehr zu Großveranstaltungen

Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz rät angesichts steigender Infektionen in der Corona-Pandemie von einer Rückkehr zu Großveranstaltungen ab. „Die zweite Welle zeichnet sich deutlich ab, da wir nun über mehrere Wochen einen Anstieg der aktiven Infektionszahlen feststellen“, sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur. „Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen – auch und gerade nicht für Großveranstaltungen.“

Dabei gebe es mehrere Risiken, die beachtet werden müssten. „Die Menschen gehen umher, holen sich Getränke, gehen auf die Toilette – da finden dann sehr viele Kontakte statt, die bei einer großen Personenanzahl kaum nachzuvollziehen sind“, sagte Scholz, der an der Universität Leipzig forscht. Auch die Hygienekonzepte, die etwa festgelegte Wege oder eine Maskenpflicht vorsähen, ließen sich bei großen Menschenansammlungen kaum durchsetzen.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält eine Rückkehr dagegen grundsätzlich für möglich - etwa mit umfangreichen Testungen im Vorfeld. Wichtig sei es, die Zahl der Neuinfektionen in einer Region im Blick zu behalten. „Davon sollte dann abhängig sein, wie viele Menschen eine Veranstaltung besuchen können und auch wie lange. Ich würde daher für ein flexibles Modell plädieren, das sich an das Infektionsgeschehen in einer Region anpasst“, sagte der Virologe vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Quelle: dpa/sn

Blanko-Atteste gegen Masken-Pflicht?

Die Bundespolizei weist darauf hin, dass ein selbstausgefülltes Attest aus dem Internet nicht von der Pflicht befreit, an Bahnhöfen und in Bussen und Bahnen eine Maske zu tragen. Immer wieder legten Menschen bei Verstößen Online-Atteste vor, die sie angeblich von der Pflicht befreiten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, teilte die Bundespolizeiinspektion Münster gestern mit.

Ein Arzt habe das Blanko-Attest auf seiner Homepage angeboten, Nutzer hätten ihm zufolge nur ihren Namen und ihre Adresse eintragen müssen. Dem widerspricht die Polizei: Mit dem Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse mache man sich strafbar. Dazu komme eine Anzeige, da Mund und Nase nicht bedeckt seien.

Quelle:dpa/sn


Donnerstag, den 20.08.2020

EU sichert sich potenziellen Corona-Impfstoff von Curevac

Die EU sichert sich den Zugriff auf bis zu 405 Millionen Dosen des potenziellen Corona-Impfstoffs des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac. Man habe Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen abgeschlossen, teilte die EU-Kommission heute in Brüssel mit. Laut Curevac geht es um einen Vorvertrag über 225 Millionen Dosen sowie eine Option auf 180 Millionen weitere. Diese würden bereitgestellt, sobald sich der Impfstoff, an dem das Unternehmen derzeit arbeitet, als wirksam und sicher erwiesen habe.

Ähnliche Vorgespräche über Hunderte Millionen Dosen hatte die EU-Kommission zuvor bereits mit Janssen Pharmaceutica NV sowie mit Sanofi-GSK abgeschlossen. Einen Schritt weiter sind die Verhandlungen mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca. Ein Rahmenvertrag für den Kauf von 300 Millionen Dosen mit der Option auf weitere 100 Millionen liegt bereits vor. Die Impfstoff-Dosen sind für die EU-Staaten gedacht, können aber auch an andere, weniger wohlhabende Länder sowie andere europäische Länder gespendet werden.

Die Impfoffstrategie der EU sieht Vorverträge und Abnahmegarantien vor, um sich Zugriff auf ausreichende Mengen von Impfstoffen zu sichern, die noch in der Entwicklung sind. So sollen Herstellungskapazitäten aufgebaut werden - obwohl die Hersteller noch nicht sicher sind, dass ihre Mittel wirklich funktionieren werden.

Quelle: dpa/sn

Neu Delhi: Laut Studie hat knapp jeder Dritte Antikörper

Ein Corona-Antikörper-Test im Auftrag der indischen Regierung hat ergeben, dass hochgerechnet knapp jeder dritte Mensch (29,1 Prozent) in der Hauptstadt Neu Delhi diese Antikörper im Blut hat. Untersucht worden seien Proben von 15.000 Personen, sagte der Gesundheitsminister der Stadt, Satyendar Jain, am heutigen Donnerstag. In Indien gibt es weltweit nach Brasilien und den USA am drittmeisten bekannte Coronafälle – insgesamt mehr als 2,8 Millionen Fälle. Und die Zahl der bekannten Neuansteckungen nimmt weiter rasch zu – zuletzt um knapp 70 000 in 24 Stunden.

Rechnet man die 29,1 Prozent der Antikörper-Studie auf die Bevölkerung hoch, müsste es aber in Neu Delhi allein 5,8 Millionen Menschen geben, die mit der Krankheit in Berührung gekommen sind, wie der Minister sagte. Vor gut einem Monat hatten bei einem ähnlichen Test 23,48 Prozent der Menschen Antikörper im Blut. Beide Werte sind deutlich höher als die offiziellen Zahlen der bekannten Coronafälle. Demnach haben sich weniger als ein Prozent der Bevölkerung von Neu Delhi mit dem Coronavirus infiziert – konkret mehr als 151.000 Menschen.

Die hohen Antikörper-Werte sowie die Tatsache, dass die Zahl der bekannten Neuansteckungen in der Hauptstadt inzwischen etwas tiefer ist als noch vor mehreren Wochen, könnten ein Hinweis auf ein Zubewegen auf eine mögliche Herdenimmunität sein, hieß es schon von Regierungsmitarbeitern. Doch Forscher wollen in der Hauptstadt zunächst mehr Antikörper-Test machen, hieß es.

Quelle: dpa/sn

WHO Europa erinnert an Grippeimpfung

Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO sieht keinen Grund für ein Nachlassen im Kampf gegen das Coronavirus und warnt zugleich vor der anstehenden Grippesaison. Auch wenn sich „das Epizentrum der Pandemie“ mittlerweile auf den amerikanischen Kontinenten befinde, verzeichne man auch in anderen Weltregionen einen starken Anstieg der Infektionszahlen, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge heute auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Die europäische Region sei dabei besonders früh und hart von der Pandemie getroffen worden und weise einen anderen Trend als der Rest der Welt auf.

Das Risiko eines Wiederauflebens des Virus sei dabei niemals weit entfernt gewesen, sagte Kluge. In den vergangenen beiden Monaten sei die Zahl der Neuinfektionen in der Region jede Woche stetig gestiegen. In der ersten August-Woche habe es 40.000 registrierte Fälle mehr gegeben als in der ersten Juni-Woche, als die Fallzahlen am niedrigsten gewesen seien. Die gute Nachricht sei, dass man heute mehr über die Übertragungswege des Virus wisse. „Wir sind nicht zurück im Februar. Wir wissen, wie man gegen das Virus vorgeht. Wir sind klüger geworden.“

Zugleich nahe mit dem Herbst auch die nächste Grippesaison, mahnte Kluge. Es sei wichtig, die Grippe ebenso wie Corona genau im Blick zu behalten und auch Grippeschutzimpfungen für Risikogruppen zu fördern. „Das ist in diesem Jahr noch wichtiger, während wir unsere Krankenhäuser und unser Gesundheitspersonal, das ohnehin schon mit COVID-19 fertig werden muss, vor Überlastung schützen müssen“, so Kluge.

Quelle: dpa/sn

Höhere Bußgelder in Rheinland-Pfalz

Angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen will Rheinland-Pfalz die Bußgelder für Verstöße gegen Schutzvorschriften deutlich erhöhen. Das kündigte die Staatskanzlei in Mainz heute nach einem Treffen mit Vertretern der Kommunen an. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, sie sei für bundeseinheitliche Bußgeldbeträge. Wenn es aber in einer Runde der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu keine Einigung gebe, sollen bei fehlendem oder nicht korrekt getragenem Mund-Nase-Schutz in Rheinland-Pfalz statt bisher zehn künftig 50 Euro fällig werden.

Quelle: dpa/sn

Roche steigt bei Entwicklung von Antikörper-Cocktail ein

Der Pharmakonzern Roche und der US-Konzern Regeneron bündeln ihre Kräfte im Kampf gegen COVID-19. Ziel sei es, Regenerons Antikörper-Cocktail „Regn-Cov2“ zu entwickeln, herzustellen und auf der ganzen Welt zu vertreiben. Bei einer Zulassung soll die Herstellungskapazität deutlich erhöht werden, teilte Roche am gestrigen Mittwoch in Basel mit.

Regn-Cov2 wird derzeit in zwei klinischen Phase-II/III-Versuchen zur Behandlung der Infektionskrankheit und in einem Phase-III-Versuch zur Prävention bei Haushaltskontakten infizierter Personen untersucht. Im Falle einer behördlichen Zulassung werde Regeneron den Vertrieb in den USA übernehmen, Roche im Rest der Welt.

Im Rahmen der Zusammenarbeit planen die Partner, die Versorgung mit dem Mittel auf mindestens das Dreieinhalbfache der aktuellen Kapazität zu erhöhen. Die Behandlung könnte nach Darstellung von Roche eine dringend benötigte Behandlungsmöglichkeit für Menschen bieten, die bereits Symptome von COVID-19 aufweisen. Sie habe zudem das Potenzial, die Ausbreitung der globalen Pandemie zu verlangsamen.

Quelle: dpa/sn

Pharmabranche: Wegen Krise weniger Forschungsausgaben

Die deutsche Chemie- und Pharmabranche will wegen der Corona-Pandemie weniger Geld in Forschung und Entwicklung investieren. Wegen der Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung werde die Branche dieses Jahr ihren Rekord-Forschungsetat von 2019 von rund 13 Milliarden Euro nicht erreichen, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch mit. Damit ende ein langjähriger Aufwärtstrend: Zuvor stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung neun Jahre in Folge. 2019 waren die Forschungsetats um mehr als drei Prozent gewachsen, die Chemie- und Pharmabranche lag auf Platz drei nach Auto- und Elektroindustrie.

Nun planten noch rund 60 Prozent der Unternehmen, ihre Forschungsprojekte wie vorgesehen umzusetzen. Knapp 30 Prozent würden einzelne Projekte zumindest um einige Monate verschieben, sehr wenige Projekte würden ganz gestrichen. Bei externen Forschungsaufträgen halte sich die Branche in der Krise vermehrt zurück. Das gehe aus einer aktuellen Mitgliederumfrage hervor, so der VCI.

Quelle: dpa/sn

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

Neuinfektionen innerhalb eines Tages: 1.707
Infizierte seit Beginn der Krise in Deutschland: mindestens 228.621
Zahl der Todesfälle: 9.253
Überstandene Infektionen: 204.800
(Datenstand 20.8., 0.00 Uhr)

R-Wert: 1,03
Sieben-Tage-R-Wert: 1,08
(Datenstand 19.8., 0.00 Uhr)

Quelle: dpa/sn

Maskenpflicht für Schüler in Schleswig-Holstein

Auch Schleswig-Holstein hat nun eine Maskenpflicht in Schulen eingeführt. Dies verkündete Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am gestrigen Mittwoch in Kiel, nachdem es bisher nur eine dringende Empfehlung gab. Die Maskenpflicht gilt ab Montag auf dem Schulgelände, aber nicht im Unterricht. Die „dringende Empfehlung“ im Norden galt bisher ab der 7. Klasse. Jetzt gilt die Maskenpflicht für alle Jahrgänge.

Quelle: dpa/sn


Mittwoch, den 19.08.2020

Brasilien genehmigt Test für Impfstoff von Janssen-Cilag

Die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, hat einen weiteren Test für einen Corona-Impfstoff zugelassen. Die Anvisa erlaubte dem Unternehmen Janssen-Cilag, der Pharmasparte von Johnson & Johnson, Tests für eine Impfung gegen COVID-19 in Brasilien vorzunehmen, wie aus einer Erklärung der Behörde am gestrigen Dienstag hervorging. Nach einem Bericht der brasilianischen Nachrichtenagentur Agência Brasil sollen in Brasilien 7000 Freiwillige an der Phase-III-Studie teilnehmen.

Damit hat die Anvisa fast ein halbes Dutzend Tests dieser Art erlaubt, viele davon in der entscheidenden dritten Testphase, um die Wirksamkeit von Corona-Wirkstoffen zu überprüfen. Dazu gehören die des britischen Pharma-Unternehmens Astrazeneca entwickelt von Forschern der Universität Oxford; des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac sowie des Mainzer Biopharma-Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer.

Quelle: dpa/sn

RKI: Anteil der Corona-Nachweise mit Infektion im Ausland gestiegen

Fast 40 Prozent der zuletzt in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen haben sich im Ausland angesteckt. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Dienstagabend hervor. Von den bekannten Corona-Neuinfektionen in Meldewoche 33, bei denen es eine Angabe zum wahrscheinlichen Infektionsland gab, lag der Anteil der Ansteckungen im Ausland bei 39 Prozent. Zum Vergleich: In der Meldewoche 32 hatten sich 34 Prozent wahrscheinlich im Ausland infiziert, in der Meldewoche 31 waren es 21 Prozent. Am häufigsten wurden – auf vier Wochen betrachtet – der Kosovo, die Türkei, Kroatien, Bulgarien und Bosnien und Herzegowina als wahrscheinliche Infektionsländer genannt.

Allerdings gab das RKI nicht an, wie groß der Anteil der Tests von Reiserückkehrern an allen Tests war. Diese Angabe ist notwendig, um zu beurteilen, wie groß der Anteil der eingeschleppten Infektionen tatsächlich ist. Es könnte beispielsweise sein, dass Rückkehrer im Schnitt häufiger getestet werden als der Rest der Bevölkerung.

Quelle: dpa/sn

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

Neuinfektionen innerhalb eines Tages: 1.510
Infizierte seit Beginn der Krise in Deutschland: mindestens 226.914
Zahl der Todesfälle: 9.243
Überstandene Infektionen: 203.000
(Datenstand 19.8., 0.00 Uhr)

R-Wert: 1,06
Sieben-Tage-R-Wert: 1,05
(Datenstand 18.8., 0.00 Uhr)

Quelle: dpa/sn

Geruchsverlust bei COVID-19: Wieder einmal ACE-2 entscheidend?

Ein charakteristisches Symptom einer SARS-CoV-2-Infektion ist ein auftretender Geruchsverlust. Teilweise bleibt dieser auch nach Abklingen der Infektion zunächst bestehen. Forscher haben nun eine mögliche Erklärung für dieses Symptom entdeckt – und wieder einmal könnte ACE-2 eine Rolle spielen.

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Quelle: dpa/sn


Dienstag, den 18.08.2020

Sachsen: Bußgeld bei Verstoß gegen Maskenpflicht geplant

Sachsen will vom 1. September an bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 60 Euro einführen. Das kündigte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am heutigen Dienstag an. Das Kabinett solle dies in der kommenden Woche beschließen. Man habe viele Beschwerden erhalten, dass sich ein Teil der Bevölkerung nicht an das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften hält, sagte Köpping. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Menschen mit einem Attest und Schwerbehinderte. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt vom 1. September bis 31. Oktober. Sachsen erwägt dabei auch, dass Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern wieder möglich sind.

Quelle: dpa/sn

RKI prüft Studie: Sind Infizierte schon früher ansteckend?

Das Robert Koch-Institut (RKI) will eine korrigierte Corona-Studie aus China zum zeitlichen Verlauf der Ansteckungsgefahr „gründlich überprüfen“. Das teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage mit. Dabei geht es unter anderem darum, ab wann ein Mensch das Virus weitergeben kann. Dieser Wert spielt bei der Kontaktverfolgung eine Rolle.

Das RKI schreibt auf seiner Seite, dass vermutlich ein beträchtlicher Anteil der Ansteckungen auf Kontakte zu Infizierten in den ein bis zwei Tagen vor deren Symptombeginn zurückgehe. Dabei beruft sich das RKI auch auf die nun korrigierte Untersuchung.

Ein Team um Gabriel Leung von der Universität Hongkong hatte bereits im April im Fachblatt „Nature Medicine“ über den zeitlichen Verlauf der Ansteckungsgefahr berichtet. Nun haben diese Forscher ihre Angaben in einigen Punkten korrigiert. Unter anderem schreiben sie nun: „Unsere Analyse legt nahe, dass die Freisetzung von Viren fünf bis sechs Tage vor dem Auftreten erster Symptome beginnen könnte.“ Zuvor war in dieser Passage von „zwei bis drei Tagen“ die Rede gewesen.

Auf seiner Seite schreibt das RKI, dass als Kontaktperson gilt, wer „ab dem 2. Tag vor Auftreten der ersten Symptome“ mit einem Infizierten zu tun hatte. Dieser Angabe lägen „verschiedene Studien und eigene Erfahrungen“ zugrunde, teilte die RKI-Sprecherin weiter mit. Man habe bislang „mit den 2 Tagen vor Symptombeginn gute Erfahrungen gemacht“.

Quelle: dpa/sn

Chinesischer Impstoff in Phase III

In Pakistan geht ein chinesischer Corona-Impfstoff in die entscheidende Phase der Erprobung. Bereits 10.000 Freiwillige hätten sich für die klinischen Tests der Phase III registriert, sagte Hasan Abbas Zaheer, leitender Koordinator, am heutigen Dienstag. In den kommenden Tagen sollen die ersten Probanden in Pakistan mit dem Wirkstoff „Ad5-nCoV“ geimpft werden. Nach ein paar Monaten wollen die Behörden ihre Ergebnisse dann mit den Chinesen teilen. Auch Saudi Arabien hatte zuletzt angekündigt, klinische Test der Phase 3 mit dem chinesischen Impfstoff durchführen zu wollen.

Nur ganz wenige Impfstoffe sind weltweit bislang in dieser Testphase, bei der gezeigt werden soll, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. Noch konnte das aber für keinen Impfstoff gezeigt werden.

Quelle: dpa/sn

Coronabefall der Nieren erhöht Risiko für akutes Nierenversagen

Das Coronavirus kann laut einer Hamburger Studie auch die Nieren von Patienten befallen und das Sterblichkeitsrisiko deutlich erhöhen. Mediziner des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) untersuchten die Nieren von 63 an COVID-19 verstorbenen, meist älteren Patienten, wie die Klinik heute mitteilte.

Bei 60 Prozent von ihnen fanden die Forscher SARS-CoV-2 im Organ. Das Team konnte auch zeigen, dass der Nachweis von Coronaviren in den Nieren mit einem erhöhten Risiko für ein akutes Nierenversagen einherging. Bei Patienten, die vor ihrem Tod ein akutes Nierenversagen erlitten hatten, war die Niere in 72 Prozent der Fälle befallen, bei den übrigen zu 43 Prozent.

„Dies ist ein Erklärungsansatz für das häufige Nierenversagen bei einer COVID-19-Infektion, das zu den wesentlichen Sterblichkeitsfaktoren zählt“, sagte Studienleiter und Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik am UKE, Tobias Huber. Dem Forscherteam gelang es zudem, den Erreger aus der Niere eines Verstorbenen zu isolieren. Innerhalb von 48 Stunden habe sich das Virus in Nierenzellen 1000-fach vervielfältigt. „Unsere Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass sich der SARS-CoV-2-Erreger auch in anderen Organe als der Lunge aktiv vermehren kann“, erklärte der Co-Studienleiter und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene, Martin Aepfelbacher.

Bereits zuvor war bekannt, dass das Coronavirus neben der Lunge auch andere Organe befallen kann, beispielsweise das Herz. Die Forscher regten an, bei der Behandlung von Corona-Patienten frühzeitig auf Organbeteiligungen zu achten. „Im Fall der Niere ist dies durch Urintests möglich“, sagte Huber. Die Mediziner veröffentlichten ihre Erkenntnisse im britischen Fachmagazin „The Lancet“.

 Quelle: dpa/sn

Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen stark erhöht

Die Gefahr einer Corona-Infektion ist in geschlossenen Räumen nach bisherigen Erkenntnissen im Vergleich zu an der frischen Luft extrem erhöht. Konkrete Zahlen dazu gibt es bislang aber noch nicht. Das lasse sich auch nicht so genau beziffern, erklärte eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts. Der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch, verwies aber auf eine Studie aus China, nach der von 318 untersuchten Ausbrüchen mit drei oder mehr Infektionsfällen Anfang des Jahres nur ein einziger im Freien stattgefunden hatte. In fast 80 Prozent der Fälle steckte der Erkrankte andere Menschen zu Hause an, schreiben die Forscher. Ansteckungen gab es auch in Verkehrsmitteln und etwa beim Einkaufen.

Hintergrund ist, dass als wichtiger Übertragungsweg von SARS-CoV-2 Aerosole, Mischungen winziger Teilchen in der Luft, gelten. Daneben gibt es aber auch andere Möglichkeiten der Virenübertragung, etwa als Schmierinfektion. Und auch bei Aerosolen lassen sich schwer pauschale Aussagen treffen. So macht es beispielsweise einen Unterschied, ob der Raum über offene Fenster, eine eingebaute Lüftungsanlage oder gar nicht belüftet wird. Eine weitere Rolle kann spielen, ob ein paar Menschen still in einem Raum vor sich hinarbeiten oder mehrere – etwa in einer Bar – laut sprechen, grölen oder singen.

Quelle: dpa/sn

Ärzteverband fordert einheitliche Bedingungen für Feiern

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert im Kampf gegen das Coronavirus bundesweit einheitliche Vorgaben für Feste und Feierlichkeiten. „Um Ansteckungsrisiken auch im Herbst und Winter zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern aller Art verständigen“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna heute der Funke Mediengruppe.

Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. „Je größer die Zahl der Feiernden gerade in geschlossenen Räumen ist, desto wahrscheinlicher ist ein Mensch dabei, der die anderen ansteckt“, warnte Johna. Wenn die Infektionszahlen wieder stark stiegen, seien 150 Gäste bei einer Familienfeier oder einer Party in Innenräumen zu viel.

Gerade die Jüngeren müssten daran erinnert werden, Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Viele seien sorglos, weil sie auf die hohe Quote der Genesenden in Deutschland schauten. „Doch sie vergessen dabei, dass darunter auch Menschen erfasst werden, die an schweren Langzeitschäden leiden, zum Beispiel an chronischer Erschöpfung oder Herzmuskelentzündungen. Sie haben COVID-19 überlebt, sind aber nicht gesund“, warnte die Medizinerin. „Es gibt Schätzungen, dass der Anteil der an COVID-19 erkrankten Patienten mit Folgeschäden im oberen einstelligen Bereich liegt.“

Quelle: dpa/sn

Forscher wollen Wirkstoffsuche bündeln

Der rheinland-pfälzische Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will gemeinsam mit über 30 weiteren Firmen und Forschungseinrichtungen die Suche nach einem Medikament gegen die von dem neuen Coronavirus verursachte Krankheit COVID-19 beschleunigen. Das Ingelheimer Unternehmen leitet nach eigenen Angaben die Arbeiten zur Entwicklung virusneutralisierender Antikörper. Insgesamt gehören dem auf fünf Jahre angelegten Konsortium CARE (Corona Accelerated R&D in Europe) 37 Mitglieder aus der EU, China, Großbritannien, der Schweiz und den USA an.

Ein Schwerpunkt der Forschung soll auf der Entwicklung von Antikörpern liegen, die das Virus neutralisieren, sowie auf kleinen Molekülen, die direkt gegen das Virus wirken sollen. Erforscht werden soll auch, ob sich bereits vorhandene Produkte und Medikamentenkandidaten gegen COVID-19 umfunktionieren lassen. Das Forschungsnetzwerk wird den Angaben zufolge mit 77,7 Millionen Euro aus Mitteln der EU sowie mit Geld- und Sachbeiträgen aus der Pharmabranche unterstützt.

Quelle: dpa/sn

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

Neuinfektionen innerhalb eines Tages: 1.390
Infizierte seit Beginn der Krise in Deutschland: mindestens 225.404
Zahl der Todesfälle: 9.236
Überstandene Infektionen: 203.000
(Datenstand 18.8., 0.00 Uhr) 

R-Wert: 1,11
Sieben-Tage-R-Wert: 1,04
(Datenstand 17.8., 0.00 Uhr)

Quelle: dpa/sn


Montag, den 17.08.2020

EU sichert sich Corona-Impfstoff von AstraZeneca

Die Europäische Union hat sich Hunderte Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs gegen das Coronavirus gesichert. Nach eigenen Angaben hat sie einen ersten entsprechenden Rahmenvertrag mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca geschlossen. Dabei geht es um den Kauf von 300 Millionen Dosen mit der Option auf weitere 100 Millionen.

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Quelle: dpa/daz.online

Spahn will bei Lockerungen Prioritäten setzen

Kitas, Schulen, Wirtschaft und Handel müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung Vorrang haben vor öffentlichen oder privaten Feiern. Man müsse miteinander abschichten, was jetzt Priorität habe und wo man sich noch Zeit lassen könne mit weiteren Lockerungen oder wo man im Fall der Fälle zuerst ansetzen müsse, sagte Spahn heute bei einem Video-Pressegespräch.

Es gebe Dinge, auf die könne man mal verzichten, sagte er mit Blick auf Volksfeste. Bei Familienfeiern müsse man noch einmal schauen, ob man das jetzt in dieser Phase nur im engeren oder engsten Familien- und Freundeskreis mache. Es gehe vor allem um diese Bereiche, „wenn wir gesellig werden“, wo sich das Virus besonders schnell verbreite.

Zu den Infektionszahlen sagte der Gesundheitsminister: „Ich bin sehr dafür, dass wir wachsam und aufmerksam sind, ernsthaft, aber auch nicht in Endzeitstimmung. Bis hierhin können wir damit umgehen. Besorgniserregend wäre, wenn es weiter steigt und dafür müssen wir abstufen, was ist jetzt zuerst wichtig.“

Quelle: dpa/sn

Curevac will Corona-Impfstoff nicht zum Selbstkostenpreis anbieten

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac will mit einem möglichen COVID-19-Impfstoff auch Gewinne für die Eigentümer erzielen. „Wir können das nicht zum Selbstkostenpreis machen“, sagte Curevac-Finanzchef Pierre Kemula im Interview der „Financial Times“.

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Quelle: dpa/daz.online

Ein Nasenspray gegen Corona?

Auf der Suche nach Corona-Medikamenten setzen US-Forscher auch auf per Nasenspray verabreichbare Nanobodys, die –grob gesagt – stark abgespeckte Antikörper darstellen. Ein Stoff mit der Bezeichnung mNb6-tri dockte im Laborversuch an spezielle Oberflächenstrukturen des Virus an. Er könne verhindern, dass der Erreger in Zellen eindringt, heißt es in einer noch nicht von Fachkollegen begutachteten Studie.

Die Wissenschaftler hoffen laut einer UCSF-Mitteilung, dass sich aus den Nanobodys ein möglicherweise per Nasenspray verabreichbares Medikament entwickeln lässt, das vor einer Infektion schützen oder im frühen Krankheitsstadium eingesetzt werden könnte. Die Experimente rund um die Nanopartikel stehen aber noch ganz am Anfang. Bislang wurde weder an Tieren noch an Menschen untersucht, ob das Mittel tatsächlich wirkt, ob es sicher ist und welche Nebenwirkungen es gibt. Dafür sind aufwendige und zeitintensive Tests nötig.

Quelle: dpa/sn

COSMO-Umfrage: Viele schieben Vorsorgeuntersuchungen auf

Die Corona-Situation beeinflusst die medizinische Versorgung und Vorsorge: Viele Menschen haben deshalb Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, Gesundheits-Check-Ups und Zahnarztbesuche aufgeschoben. So das Ergebnis der aktuellen Befragungswelle des COVID-19 Snapshot Monitorings (COSMO) der Universität Erfurt, an dem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als Partnerin beteiligt ist. In COSMO werden in regelmäßigen Abständen jeweils rund 1.000 Bürgerinnen und Bürger repräsentativ zu ihren Wahrnehmungen, Einstellungen, ihrem Wissen und Verhalten zu COVID-19 befragt.

Seit März 2020 haben 22 Prozent der Befragten den Besuch beim Zahnarzt oder der Zahnärztin und 16 Prozent den Gesundheits-Check-Up aufgeschoben – vor allem 30- bis 49-Jährige. Nennenswerte Unterschiede zwischen Frauen und Männern gab es dabei keine. Bei den aufgeschobenen Zahnarztbesuchen handelte es sich hauptsächlich um Vorsorge- oder Kontrolltermine.

Knapp jeder neunte Teilnehmende (11 Prozent) gab an, eine Krebsfrüherkennung wegen der Corona-Situation aufgeschoben zu haben – darunter deutlich mehr Frauen (14 Prozent) als Männer (8 Prozent) und auch hier am häufigsten Befragte im Alter zwischen 30 bis 49 Jahren (15 Prozent).

Quelle: BZgA/sn

Nach Testpanne: Noch nicht alle positiv Getestete gefunden

Im Zuge der Probleme an bayerischen Corona-Teststationen sind immer noch nicht alle positiv Getesteten gefunden: Von 46 fehlte auch am Sonntag noch jede Spur. Bei 903 der insgesamt 949 nachgewiesenen Infektionen wurden die Betroffenen bis dahin ermittelt und – mit teils wochenlanger Verzögerung – informiert. Bei 46 sei dies bisher nicht gelungen, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am gestrigen Sonntag mit.

„Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat mit großartiger Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei unter Hochdruck daran gearbeitet, die positiven Befunde den Getesteten zuzuordnen. Das ist in den meisten Fällen gelungen“, sagte Huml. Allerdings hatte sie am vergangenen Mittwoch, kurz nach Bekanntwerden der Panne erklärt, die Betroffenen sollten bis Donnerstagmittag informiert werden. Danach verstrichen drei Tage und mehrere Fristen, bis zu der ihr Ressort die Öffentlichkeit informieren wollte.

Insgesamt waren 44 000 Testergebnisse aus dem Zeitraum bis zum 11. August nicht in der vorgegebenen Zeit den Getesteten mitgeteilt worden. Die Panne hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil die Gefahr besteht, dass positiv Getestete ohne Wissen über ihre Infektion zahlreiche weitere Menschen angesteckt haben könnten. Die positiv Getesteten kamen nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht ausschließlich aus Risikogebieten und waren insofern auch nicht zwingend zu einer zweiwöchigen Quarantäne nach ihrer Einreise nach Deutschland verpflichtet.

Quelle: dpa/sn

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

Neuinfektionen innerhalb eines Tages: 561*
Infizierte seit Beginn der Krise in Deutschland: mindestens 224.014
Zahl der Todesfälle: 9.232
Überstandene Infektionen: 202.100
(Datenstand 17.8., 0.00 Uhr)

*Hinweis: An Sonntagen und Montagen liegen die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

R-Wert: 1,21
Sieben-Tage-R-Wert: 1,13

(Datenstand 16.8., 0.00 Uhr)

Quelle: dpa/sn

Spahn: Feiern als Corona-Gefahrenquelle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor dem Hintergrund steigender Zahlen bei Corona-Neuinfektionen vor Feierlichkeiten als Gefahrenquelle. Es gebe mehr Ansteckungen durch Reiserückkehrer, es gebe im ganzen Land aber auch lokale Ausbrüche, die meist mit Feiern zusammenhingen, sagte Spahn am Sonntagabend im ZDF-„heute journal“. „Das ist das, was wir im Blick haben müssen über das Reisen hinaus“, betonte der CDU-Politiker.

Auf die Frage nach neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sagte Spahn, aus seiner Sicht mache es keinen Sinn, wieder den Einzelhandel zu schließen oder Friseure. Mit Alltagsmasken und Abstand könne man dort weitermachen. „Feierlichkeiten, Veranstaltungen – dort überträgt es sich sehr, sehr schnell. Deswegen finde ich, müssen wir mit den Ländern nochmal schauen: Was sind die Grenzen, was sind die Regeln für die Größen von Veranstaltungen.“

„Entweder wir schaffen es, auch aus der Sommerzeit herauskommend die Zahlen unter Kontrolle zu behalten. Oder wir werden eben zuerst den Blick auf die Art von Veranstaltungen richten müssen, bei denen eben besonderes Infektionsgeschehen auftritt. Das sind die eben die geselligen Veranstaltungen, wo Menschen, meistens auch mit Alkohol verbunden, dann entsprechend zusammenkommen“, sagte Spahn.

Quelle: dpa/sn

Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich gefordert

Angesichts der Corona-Krise fordern immer mehr Forscher ein globales Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich. Eine frühzeitige Entdeckung könnte in Zukunft ähnliche Pandemien verhindern, sagte Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie an der Uni Münster, in einem heute veröffentlichten Podcast seiner Uni. Wichtig sei eine Überwachung von sogenannten Schlüsselevents wie Lebend- oder Wildtiermärkten in Asien. Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist höchstwahrscheinlich von einem Tier auf den Menschen übergesprungen.

„Wenn bei Routine-Untersuchungen auf Lebendtiermärkten vermehrt Infektionen gefunden werden, muss sofort die Bremse reingehauen werden, um die schnelle Verbreitung zu stoppen“, sagte Ludwig. Ein Frühwarnsystem könnte von der Weltgesundheitsorganisation oder den Vereinten Nationen eingerichtet werden.

Bereits Mitte Juli hatten Wissenschaftler im Fachjournal „Science“ ein solches Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich gefordert. Kurz zuvor hatten Experten des UN-Umweltprogramms (UNEP) und des International Livestock Research Institute (ILRI) davor gewarnt, dass durch Ausbeutung der Tierwelt und Zerstörung von Ökosystemen immer öfter Tier-Krankheiten auf den Menschen übertragen werden könnten.

Quelle: dpa/sn

 

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