Wie gefährlich ist ein Nabelbruch?

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Wenn sich bei einem Neugeborenen plötzlich der Bauchnabel nach außen stülpt und eine Wölbung bildet, sind viele Eltern verständlicherweise erst einmal beunruhigt. Doch ein Nabelbruch ist bei kleinen Kindern keine Seltenheit. Wie gefährlich ist er und wann muss operiert werden?

Nabelbrüche, auch Nabelhernien genannt, treten häufig bereits direkt nach der Geburt auf. Sie kommen bei Jungen und Mädchen etwa gleichhäufig vor. Im Säuglingsalter sind sie in der Regel unkompliziert und nicht gefährlich. Während der Schwangerschaft verbindet die Nabelschnur das ungeborene Baby durch eine Öffnung im Bauch mit der Plazenta und versorgt es mit allem, was es benötigt. Der Bauchnabel ist eine Narbe, die entsteht, nachdem der eingetrocknete Rest der Nabelschnur etwa 5  bis 15 Tage nach der Geburt abfällt. An der Stelle des Bauchnabels befindet sich deshalb häufig nach der Geburt eine Lücke in der Bauchdecke, die sich mit  der Zeit schließt, in der Regel dann, wenn die Bauchmuskulatur stärker wird. Etwa 98 Prozent der Nabelhernien bilden sich bis zum dritten Lebensjahr von alleine zurück.
Auch bei Erwachsenen können Schwachstellen in der Bauchwand auftreten. Steigt der Druck im Bauchraum, zum Beispiel bei schwerem Heben, Übergewicht oder in der Schwangerschaft, oder kommt es zu einer Überdehnung,  kann ein Nabelbruch die Folge sein.

Wie erkennt man einen Nabelbruch?

Nabelbrüche können die Größe einer Kirsche oder auch einer Tomate haben.
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Ein Nabelbruch macht sich durch eine Schwellung und Vorwölbung im Bereich des Nabels bemerkbar, die sich relativ gut in die Bauchhöhle zurückdrücken lässt.  Meist bereitet er keine Schmerzen und bleibt häufig sogar unerkannt. Im Laufe der Zeit kann er jedoch größer werden und insbesondere beim Husten, Stuhldrang oder körperlicher und sportlicher Tätigkeit Schmerzen verursachen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Treten plötzlich starke Schmerzen mit Fieber, Übelkeit und Erbrechen auf und lässt sich die Vorwölbung nicht mehr zurückdrücken oder verfärbt sich der Nabelbruch blau, muss er sofort operiert werden. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass der durchgetretene Darm eingeklemmt ist. Es kann sich ein lebensbedrohlicher Darmverschluss entwickeln. Der Darmanteil wird unter Umständen nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Das betroffene Areal droht abzusterben – es besteht akute Lebensgefahr.  Eine Einklemmung tritt etwa bei drei bis fünf Prozent aller Nabelbrüche auf.

Wann muss operiert werden?

Da das Risiko der Einklemmung im Kindesalter sehr gering ist, besteht in der Regel bis zu einem Alter von etwa 2 Jahren keine Notwendigkeit zu einer Nabelbruch-OP.  Auch eine in der Schwangerschaft aufgetretene Nabelhernie verschwindet oft von selbst wieder.
Nabelhernien bei Erwachsenen heilen in der Regel nicht spontan, zudem besteht bei ihnen das Risiko einer Einklemmung. Deshalb sollte generell eine Operation in Betracht gezogen werden. Operiert wird auch, wenn sich der Nabelbruch bei Kindern hartnäckig hält und im Vorschulalter nicht zu erkennen ist, dass er sich in Kürze schließt. Generell gilt für Kinder und Erwachsene: Wenn der Nabelbruch Schmerzen bereitet oder größer wird, ist eine Nabelbruch-OP dringend anzuraten. Im Notfall, wenn es zu einer Einklemmung kommt, muss umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden.