Heimische Heilpflanzen
In unserer Serie „Heimische Heilpflanzen“ stellen wir Ihnen wichtige Arzneipflanzen vor. Dabei greifen wir solche heraus, die in der Apotheke bekannte Therapeutika sind und gleichzeitig sozusagen vor der Haustür wachsen. Auch wenn sich manche dieser heimischen Heilpflanzen eher unscheinbar präsentieren, hat bei genauerer Betrachtung doch jede ein paar Besonderheiten zu bieten. 
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Eibisch – beruhigend für Rachen und Magen

Eibischwurzel in Kolzkästchen mit Blüten und Wurzelextrakt im Glas
Die Wurzel des Eibischs wird schon lange als Arzneimittel eingesetzt. | Bild: nikolaydonetsk / AdobeStock

Der Echte Eibisch (Althaea officinalis), auch Arznei-Eibisch genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Eibisch (Althaea) in der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Er ist in Asien heimisch und heute auch in Südeuropa verbreitet; nach Mitteleuropa wurde er durch den Menschen gebracht.  

Der Gattungsname „Althaea“ leitet sich vom griechischen Wort „altheeis“ für heilkräftig ab. Der Artname „officinalis“, der so viel wie „in der Apotheke gebräuchlich“ bedeutet, weist auf die lange Tradition als Arzneipflanze hin.

Beschreibung des Eibischs

Die ausdauernde, krautige Pflanze wird zwischen 50 und 150 Zentimeter hoch und trägt drei- bis fünflappige Blätter mit handförmiger Nervatur. In den Blattachseln stehen zwischen Juni und August, selten bis in den September hinein, große weiße bis rosafarbene Blüten.  

Der aufrechte Stängel ist kräftig und meist einfach oder wenig verzweigt. Die oberirdischen Pflanzenteile sind samtig-filzig behaart. Von einem kurzen Rhizom gehen nach unten kräftige, bis zu 50 Zentimeter lange graubraune Wurzeln ab.  

Gut zu wissen: Was hat der Eibisch mit Marshmallows zu tun?

Aus Substanzen des Eibischs wurden ursprünglich Marshmallows hergestellt. Der Name der Süßware leitet sich von der englischsprachigen Bezeichnung „marsh mallow“ (Sumpf-Malve) für den Eibisch ab.

Arzneidrogen und Inhaltsstoffe des Eibischs

Verwendet werden die geschälten oder ungeschälten Wurzeln (Althaeae radix) und die Blätter (Althaeae folium). Sie enthalten Schleimstoffe, die einhüllend, reizmildernd und lindernd wirken; im Tierversuch konnten auch entzündungshemmende und immunstabilisierende Wirkungen nachgewiesen werden.  

Die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes stellt als Anwendungsbereiche für Eibischblätter und -wurzeln „Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundener trockener Reizhusten“ fest und ergänzend für Eibischwurzeln „leichte Entzündungen der Magenschleimhaut“.

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine Monographie zur Eibischwurzel veröffentlicht. Darin werden die traditionellen Indikationen für verschiedene Zubereitungen bestätigt, zum Beispiel als reizlinderndes Arzneimittel bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums, zur Minderung des Hustenreizes und bei leichten Entzündungen im Magen-Darm-Bereich.

Die Qualität der Drogen Eibischwurzel (Althaeae radix) und Eibischblätter (Althaeae folium) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.), die Qualität von Eibischsirup (Althaeae sirupus) im Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) festgelegt.  

Fertigarzneimittel mit Eibisch

Arzneiliche Drogenzubereitungen aus Eibischwurzeln und -blättern gibt es in Form von Tees, Tabletten, Dragees, Tropfen, Saft, Sirup, Salben und Sprays.  

Tees, Salben und Sprays sind frei im Handel erhältlich. Zu den apothekenpflichtigen Arzneimitteln gehören Imupret N Dragees von Bionorica, Phytohustil Hustenreizstiller Pastillen von Bayer, Bronchostop Sine Hustensaft von MCM Klosterfrau, Imupret N Tropfen von Bionorica und Weleda Hustenelixier Sirup. Quellen:
- https://arzneipflanzenlexikon.info/eibisch.php
- https://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Eibisch
- https://flexikon.doccheck.com/de
- https://www.gelbe-liste.de/suche?term=eibisch
 

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen von Eibisch-Präparaten

Als Nebenwirkungen können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.  

Für die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Die Anwendung von Eibischsirup bei Kindern unter 3 Jahren wird nicht empfohlen.  

Eibischprodukte sollen zwei Stunden vor oder nach anderen Arzneimitteln eingenommen werden, da sich sonst deren Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt verzögern kann.

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