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Kapland-Pelargonie – hilfreich bei Erkältungskrankheiten

Pelargonienwurzelextrakt wird aus der Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides) gewonnen – einem Vertreter der umfangreichen Pflanzengattung Pelargonium aus der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae).
Gut zu wissen: Pelargonien vs. Geranien
Pelargonien gehören nicht zur Gattung Geranium, obwohl bestimmte Arten, die als Beet- oder Balkonpflanzen beliebt sind, aus historischen Gründen bis heute oft (systematisch inkorrekt) als Geranien bezeichnet werden.
Vielmehr stehen die Gattungen Pelargonium und Geranium nebeneinander in der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae).
Kapland-Pelargonie stammt aus Südafrika
Die über 200 Pelargonienarten sind allesamt im südlichen Afrika heimisch und in Europa nur als Zierpflanzen bekannt.
Arzneimittel werden aus der Kapland-Pelargonie gewonnen, die als Kleinstrauch nur 20 bis 80 Zentimeter hoch wird und deren Blätter durch einen dichten Besatz mit Drüsenhaaren silbrig glänzen. Die Blüten sind dunkelrot bis schwarz.
Mit ihrem ausgeprägten Wurzelsystem kann die Pflanze Dürre und Brände überleben. Die einzelnen Wurzeln sind 1 bis 3,5 Zentimeter dick und gliedern sich in kurze, knollige und lange, unverdickte Abschnitte.
Kapland-Pelargonie auch bekannt als afrikanische Umckaloabowurzel
Die Kapland-Pelargonie wird auch Afrikanische Umckaloabowurzel genannt, wobei sich „Umckaloabo“ aus zwei Teilen zusammensetzt: „umKhulkane“ heißt so viel wie „Beschwerden der Lunge“ und „uUhlabo“ bedeutet „Schmerzen im Brustbereich“.
Der Begriff aus der Zulu-Sprache umreißt also den traditionellen Gebrauch der schleimlösenden, antibakteriellen und antiviralen Wurzel als Heilmittel gegen Erkältungskrankheiten wie Bronchitis.
Inhaltsstoffe der Kapland-Pelargonie
Arzneimittel aus der Umckaloabowurzel enthalten einen 11-prozentigen ethanolischen Auszug aus den Wurzeln. Im Extrakt finden sich unter anderem Cumarine (blutgerinnungshemmende Substanzen), kondensierte Gerbstoffe und einfache phenolische Verbindungen, vor allem Gallussäure.
Die Qualität von Pelargoniumwurzel (Pelargonii radix) ist im Europäischen Arzneibuch festgelegt. Das HMPC (Herbal Medicinal Product Committee) hat Pelargoniumwurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft – eine Zulassung liegt für akute Bronchitis vor.
Arzneimittel aus der Kapland-Pelargonie
Unter dem Handelsnamen „Umckaloabo“ gibt es in Deutschland apothekenpflichtige pflanzliche Arzneimittel von Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG aus Karlsruhe. Die Gelbe Liste führt derzeit
- Umckaloabo 1 ml Flüssigkeit zum Einnehmen,
- Umckaloabo 20 mg Filmtabletten und
- Umckaloabo Saft für Kinder auf.
Außerdem vertreibt Ratiopharm Pelargonium-ratiopharm Bronchialtropfen.
Darüber hinaus gibt es nichtapothekenpflichtige Fertigprodukte und Nahrungsergänzungsmittel wie Kräuteressenz, Duftspray, Mischpulver, Tropfen und Gewürzmischung.
Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Pelargonienwurzelextrakt
Durch die Einnahme von Pelargonienwurzelextrakt können gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden und eine Erhöhung der Leberwerte auftreten. Selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen und leichtes Nasen- oder Zahnfleischbluten.
Schwangeren, Stillenden und Leberkranken wird aufgrund nicht ausreichender Erfahrungen von der Einnahme von Pelargonienwurzelextrakt abgeraten. Quellen:
- https://arzneipflanzenlexikon.info/
- https://www.netdoktor.de/
- https://de.wikipedia.org/
- https://www.gelbe-liste.de/