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Vom 2. bis 8. November 2026: #MedSafetyWeek: Arzneimittel-Nebenwirkungen melden!

Arzneimittel können bei Patienten außer der erwünschten therapeutischen Wirkung bekanntlich auch Nebenwirkungen hervorrufen. Zum Zeitpunkt der Zulassung können die Kenntnisse darüber noch unvollständig sein – schließlich wird das Arzneimittel in den klinischen Prüfungen nur an einer begrenzten Anzahl von Personen getestet.
Seltene und vor allem sehr seltene unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) können daher erst erkannt werden, wenn sehr viele Menschen das Arzneimittel eingenommen haben. Und das ist erst der Fall, wenn das Arzneimittel zugelassen ist und breit angewendet wird.
Damit diese Nebenwirkungen bekannt werden, ist es nötig, dass diese den Arzneimittelbehörden gemeldet werden. Hierzulande sieht das Arzneimittelgesetz vor, dass das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Erfahrungen zur Sicherheit eines Arzneimittels fortlaufend systematisch sammeln und auswerten.
Die Bundesoberbehörden sind auf möglichst umfassende Daten aus der Praxis angewiesen. Allerdings nimmt die Zahl der Meldungen aus den Apotheken seit einigen Jahren ab.
#MedSafetyWeek: Medikationsfehler und vermeidbare Nebenwirkungen
In dieser Woche (2. bis 8. November 2026) findet zum elften Mal die weltweite Kampagne „MedSafetyWeek“ statt. Arzneimittelbehörden aus aller Welt, darunter das PEI und das BfArM, machen in diesem Rahmen auf die Bedeutung der Meldung von Verdachtsfällen unerwünschter Arzneimittelwirkungen aufmerksam.
Das diesjährige Motto lautet „Side effects – don't ignore them, report them“ (Nebenwirkungen – nicht ignorieren, sondern melden). Es soll Patienten sowie Angehörige der Gesundheitsberufe dafür sensibilisieren, mögliche Nebenwirkungen ernst zu nehmen und Verdachtsfälle konsequent zu melden. Denn jede Meldung trägt zur kontinuierlichen Überwachung und Bewertung der Arzneimittelsicherheit bei. Auf diese Weise können auch bislang unbekannte Risiken erkannt werden, die sich unter Umständen erst Jahre nach der Zulassung eines Arzneimittels zeigen.
Angehörige der Gesundheitsberufe, aber auch Patienten und deren Angehörige können Verdachtsfälle von Nebenwirkungen melden. Dies ist schriftlich beim jeweiligen pharmazeutischen Unternehmer, bei der zuständigen Bundesoberbehörde (BfArM oder PEI) oder über das Onlineportal nebenwirkungen.bund.de möglich. Darüber hinaus können sich Patienten auch an ihre behandelnden Ärzte oder Apotheken wenden.
Zur Erinnerung: Meldepflicht der Apotheken
Die Berufsordnung verpflichtet Apotheken, ihnen bekanntgewordene Verdachtsfälle von UAW zu melden. Die Meldung erfolgt an die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker.
Bieten Apotheken Schutzimpfungen an, sind sie zusätzlich durch das Infektionsschutzgesetz verpflichtet, Verdachtsfälle von Impfkomplikationen (d. h. Beschwerden, die über das übliche Maß von Impfreaktionen hinausgehen) den Gesundheitsämtern zu melden.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen: Jede Meldung ist wichtig!
Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) nimmt die diesjährige MedSafetyWeek zum Anlass, Apotheken gezielt zur Meldung von Nebenwirkungsverdachtsfällen aufzurufen. Im Beratungsgespräch sollten Patienten daher aktiv nach der Verträglichkeit ihrer Arzneimittel gefragt werden. Auf diese Weise lassen sich mögliche Nebenwirkungen frühzeitig erkennen und an die AMK weiterleiten.
Besonders relevant sind Meldungen zu folgenden Verdachtsfällen:
- Bislang unbekannte, ungewöhnlich häufig auftretende oder schwerwiegende Nebenwirkungen.
- Nebenwirkungen bei Arzneimitteln unter zusätzlicher Überwachung.
- Nebenwirkungen bei besonders vulnerablen Patientengruppen, insbesondere Kindern sowie Schwangeren und Stillenden.
- Verzögert auftretende Nebenwirkungen und unerwartete Minderwirkungen, beispielsweise bei Antibiotika.
- Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Medikationsfehlern oder Off-Label-Anwendungen.
- Nebenwirkungen bei der Anwendung rezeptfreier Arzneimittel (OTC).
Jede einzelne Verdachtsmeldung kann dazu beitragen, bislang unbekannte Risiken aufzudecken und andere Patienten vor möglichen Schäden zu schützen.
Um die Erfassung und Weiterleitung von Arzneimittelrisiken im Apothekenalltag zu erleichtern, empfiehlt es sich, strukturierte interne Melde- und Dokumentationsprozesse zu etablieren. Zudem sollte das gesamte pharmazeutische Personal mit dem niederschwelligen Meldesystem der AMK vertraut sein. Als Orientierung dienen dabei auch die entsprechenden Leitlinien und Arbeitshilfen der Bundesapothekerkammer. Quelle:
- AMK