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Immer noch zu viel Zucker in Softdrinks

Etwa zwölf Kilogramm Zucker pro Jahr nimmt jeder Einwohner in Deutschland im Durchschnitt allein über Softdrinks zu sich. Die Getränke werden meist nebenher konsumiert und nicht bewusst als süßes Genussmittel wahrgenommen.
Daher wird gerade der Zucker, den man sich „nebenbei“ über Limo, Cola, Brause etc. zuführt, oft unterschätzt. Die bekannten Folgen eines hohen Zuckerkonsums wie Übergewicht, Diabetes, Gefäßkrankheiten, Karies etc. sind so nur schwer zu bekämpfen.
Zuckerreduktion: Nationale Strategie abgeschlossen
Im Jahr 2018 wurde die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten verabschiedet. Ihr Ziel war es, in bestimmten Produktgruppen bis zum Jahr 2025 die Mengen an Zucker, Fetten und Salz zu verringern. Die Teilnahme von Herstellern war allerdings freiwillig.
Die Umsetzung erfolgte zunächst sehr schleppend, für Zucker wurde das Ziel, den Gehalt um 15 Prozent zu senken, im Jahr 2025 schließlich erreicht.
Eine aktuelle Marktstichprobe der Verbraucherzentrale NRW zeigt jedoch: Bereits eine Portion vieler Erfrischungsgetränke enthält noch immer einen großen Teil des Zuckers, der für den ganzen Tag als Obergrenze empfohlen wird.
Gut zu wissen: Empfehlungen zur täglichen Zuckerzufuhr
Die Weltgesundheitsorganisation, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und weitere Fachgesellschaften empfehlen, dass die verzehrte Menge an freiem Zucker weniger als zehn Prozent der täglichen benötigten Energie liefern sollte.
Zu freien Zuckern zählen den Lebensmitteln zugesetzter Zucker und der in Honig, Sirup, Fruchtsäften oder Fruchtsaftkonzentraten natürlich vorkommende Zucker.
Das entspricht laut Verbraucherzentrale etwa 50 g Zucker für Erwachsene bei einem durchschnittlichen Energiebedarf von 2.000 kcal.
Zuckergehalt in vielen Getränken weiterhin zu hoch
In der Stichprobe reichen die Zuckergehalte von 4,3 bis 11 Gramm pro 100 Milliliter. Untersucht wurden ausschließlich nicht wiederverschließbare Getränke wie Glasflaschen mit Kronkorken oder kleine Tetra Paks, in die ein Strohhalm gesteckt wird.
Durch solche Trinkgefäße kann es schnell zu einem überhöhten Zuckerkonsum kommen: Das bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte Getränk „Durstlöscher“ wird meist in einem 500-ml-Trinkpäckchen angeboten. Dieses enthält 44 Gramm Zucker und damit mehr als die empfohlene Obergrenze an freiem Zucker für 4- bis 6-Jährige (35 Gramm).
Aber auch viele Softdrinks wie Fanta enthalten etwa 7,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter – umgerechnet auf eine 330-ml-Dose sind es dann ca. 25 Gramm.
Zuckergehalt in Getränken vergleichen
Die Verbraucherzentrale NRW rät daher zum Beispiel, auf wiederverschließbare Getränke zurückzugreifen. Dadurch fühlt man sich meist weniger genötigt, das Getränk vollständig auszutrinken.
Außerdem sollte eher auf kleinere Portionsgrößen gesetzt werden, um den Zuckerverzehr zu begrenzen. Wer kann, nimmt sich unterwegs am besten selbst etwas mit: Eine Flasche Wasser oder ein Mischgetränk aus zwei Dritteln Wasser und einem Drittel Saft senkt den Zuckerkonsum deutlich.
Aber nicht nur in Getränken, sondern auch in anderen Lebensmitteln findet sich häufig versteckter Zucker. Daher sollte man auch bei Joghurt, Müsli, Süßgebäck und auch Brot einen Blick auf die Nährwerttabelle werfen. Quelle: Verbraucherzentrale NRW, DGE, BMLEH
Gut zu wissen: Kommt bald eine Zuckersteuer?
Seit einigen Monaten wird immer wieder über eine Zuckersteuer in Deutschland diskutiert. Als Vorbild dient Großbritannien, wo es eine gestaffelte Steuer je nach Zuckergehalt gibt.
Sollte solch eine Steuer in Deutschland umgesetzt werden, dann würde diese vermutlich (zunächst) nur für Softgetränke gelten.