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Gender Sleep Gap: Warum Frauen schlechter schlafen als Männer

Paar liegt nebeneinander im Bett; Mann schläft und Frau ist wach
Obwohl das Schlafbedürfnis größer ist, schlafen Frauen im Durchschnitt schlechter als Männer. | Bild: Katsyarina / AdobeStock

Die AOK hat den Welttag des Schlafes (World Sleep Day) am 13. März zum Anlass genommen, ausführlich über den „Gender Sleep Gap“, also die (ungewollte) Benachteiligung von Frauen in Bezug auf ihre Schlafqualität, zu informieren.  

Frauen seien häufiger von schlechterem oder zu wenig Schlaf betroffen als Männer. Das hänge oft, aber nicht immer, mit körperlichen Veränderungen wie Schwangerschaft oder Wechseljahre zusammen.  

Die gute Nachricht: Es gibt Methoden, dem geschlechterbedingten Schlafmangel zumindest teilweise entgegenzuwirken. Der erste Schritt zur Besserung ist jedoch, den Grund für den eigenen schlechten Schlaf zu kennen.

Welttag des Schlafes am 13. März

Mit dem Welttag des Schlafes (World Sleep Day) weist die World Association of Sleep Medicine (WASM) jährlich auf die Notwendigkeit eines gesunden Schlafes und auf die Häufigkeit von Schlafstörungen hin. Dazu liefert sie Personen, die eine Veranstaltung oder Veröffentlichung zum Thema Schlaf planen, Informationsmaterial oder vermittelt Interviewpartner.  

Der Aktionstag findet immer am Freitag vor der Tagundnachtgleiche im März (astronomischer Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel) statt. Das diesjährige Motto lautet „Sleep Well, Live Better“.

In Deutschland gibt es unabhängig vom World Sleep Day noch den Tag des Schlafes. Auch dieser liegt auf einem astronomischen Datum, nämlich am 21. Juni, dem häufigsten Termin für die Sommersonnenwende auf der Nordhalbkugel.

Warum Frauen oft schlechter schlafen

Die AOK zitiert in ihrem Beitrag eine Studie, laut der Frauen über die meisten Lebensphasen hinweg mehr Schlaf bräuchten als Männer, und zwar durchschnittlich elf Minuten. Dass dieser Idealzustand nur selten erreicht werde, bewiesen andere Studien, die für Frauen eine um 41 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit errechneten, an Schlafproblemen zu leiden.  

Sowohl Ein- und Durchschlafstörungen als auch längeres Wachliegen in der Nacht seien häufiger als bei Männern. Zudem fühlten sich viele Frauen morgens nicht erholt und seien tagsüber öfter müde als Männer.  

Zu den vielfältigen Ursachen gehören laut AOK unter anderem die folgenden, die oftmals mit den unterschiedlichen Lebensphasen zusammenhängen:

  • Hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus: Viele Frauen leiden in der Woche vor der Monatsblutung und während der ersten Tage der Periode unter PMS, das neben Stimmungsschwankungen und Unterleibsschmerzen auch Schlafstörungen und Alpträume mit sich bringen kann.
  • Physische und psychische Entwicklungen bei werdenden Müttern: Auch in einer Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt. Zudem kann das Heranwachsen des Fötus zu rein körperlichen Schlafkillern wie Sodbrennen, Harndrang, Rückenschmerzen oder häufigen Kindsbewegungen führen. Hinzu kommen oftmals die Angst vor der Geburt oder um das Wohl des Kindes, die die Psyche und in der Folge den Schlaf belasten.
  • Rhythmuswechsel nach der Geburt: Wenn das Kind auf der Welt ist, leidet laut AOK bei 30 Prozent der Frauen die Schlafqualität aufgrund eines abfallenden Hormonspiegels und häufiger nächtlicher Wachphasen des Kindes. Selbst wenn sich beim Baby nach einigen Monaten ein stabilerer Tag-Nacht-Rhythmus einstellt, verspüren die Mütter oft noch längere Zeit vermehrte Müdigkeit und Erschöpfung.
  • Care-Arbeit ist immer noch meist Frauensache: Nach wie vor kümmern sich Frauen weitaus häufiger als Männer um die Kinderbetreuung und in späteren Jahren gegebenenfalls um die Pflege von Angehörigen – und das, obwohl Frauen mittlerweile häufiger als früher berufstätig sind. Die aus den vielen erzieherischen/pflegerischen und beruflichen Aufgaben resultierende „Mental Load“ sorgt dafür, dass Frauen abends vermehrt an Probleme und Aufgaben denken, statt ungestört einzuschlafen.  
  • Hormonumstellung in den Wechseljahren: Bereits in den Jahren vor der Menopause, wenn der Östrogen- und Progesteronspiegel sinkt, spüren rund zwei Drittel der Frauen körperliche Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder auch Schlafstörungen. Für viele gehören Einschlafstörungen, nächtliches Aufwachen oder zu frühes Wachwerden am Morgen zu den lästigsten Beschwerden in dieser Phase. 

Was tun gegen Schlaflosigkeit?

Um Schlafprobleme und das daraus resultierende erhöhte Risiko für Depressionen, Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt zu minimieren, sollten betroffene Frauen ihren Hausarzt oder Gynäkologen konsultieren.  

Zudem empfiehlt die AOK die folgenden Methoden, um typisch weibliche, aber auch allgemeine Schlafstörungen zu reduzieren:

  • Bei Überlastung durch Care-Arbeit (gegebenenfalls in Kombination mit einem Beruf) sollten die Aufgaben vermehrt an den Partner oder andere Familienangehörige abgegeben werden.
  • Die Gesamtverantwortung und das abendliche „Gedankenkarussell“ können verringert werden, indem alltägliche Entscheidungen öfter zusammen mit dem Partner getroffen werden oder zumindest von Schwierigkeiten und Sorgen berichtet wird.
  • Entspannungsmethoden wie autogenes Training, Meditation oder progressive Muskelentspannung können hilfreich sein.
  • Auch sanfte Hausmittel aus der Apotheke, z. B. Baldriantee, Fußbäder und ätherische Öle, sind beliebt.

Quellen:
- https://www.aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/schlaf/gender-sleep-gap-frauen-schlafen-anders/
- https://worldsleepday.org