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Kita-Kinder: Wie oft werden sie krank und was kann man dagegen tun?

Mädchen im Kindergarten betrachtet Stofftier-Hund, das eine OP-Maske trägt
Nach dem Abstillen muss sich das Immunsystem eines Kindes erst aufbauen. Der Besuch einer Kita ist da eine Herausforderung. | Bild: lithiumphoto / AdobeStock

Viele Eltern kennen das: Kaum war das Kind ein paar Tage in der Kita, ist es schon wieder krank. Tatsächlich machen Kleinkinder im ersten Kitajahr besonders viele Infektionen durch, bestätigt eine Analyse britischer Forschender. 

Ein einjähriges Kind, das in die Kindertagesstätte kommt, hat demnach in den ersten zwölf Monaten typischerweise etwa 12 bis 15 Atemwegsinfekte, zwei Magen-Darm-Erkrankungen und ein oder zwei Hautausschlag verursachende Infektionen wie das Dreitagefieber. Von Jahr zu Jahr bessert sich das dann merklich. Aber warum ist das so?

Kranke Kleinkinder: Häufige Infektionen bieten Schutz in früher Schulzeit

Ein Übersichtsarbeit, die im Fachjournal „Clinical Microbiology Reviews“ veröffentlicht wurde, zeigt: In den ersten Schuljahren sind Kinder, die eine Kita besucht haben, seltener krank als Kinder, die nicht in Gemeinschaftseinrichtungen betreut wurden. 

Der frühe Kontakt scheine einen gewissen Schutz für die ersten Schuljahre zu bieten, wahrscheinlich aufgrund der erworbenen Immunität gegen häufige Infektionen. Das bedeute auch, dass eine längere Betreuung von Kindern zu Hause in der Summe wahrscheinlich keine Lösung für das Problem darstelle, sondern nur ein Aufschieben.

Häufige Erkrankungen nach dem Start in der Kindertagesstätte sind demnach völlig normal und sagen in der Regel weder etwas über den Gesundheitszustand des Kindes oder der Eltern noch über die Hygiene der Betreuungseinrichtung aus.

Kleinkinder: Alle zwei Wochen ein banaler Infekt ist normal

Statistiken gebe es in Deutschland nicht, aber aus dem Alltag von Kinderärzten lasse sich bestätigen, dass Kleinkinder im ersten Betreuungsjahr besonders oft krank sind, sagt Tanja Brunnert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ). 

Alle zwei Wochen ein banaler Infekt sei gerade in den Wintermonaten völlig normal. „Banal bezieht sich hier auf die Schwere der Erkrankung, nicht auf die daraus entstehende Belastung in der Familie.“

„Neugeborene verfügen dank der von der Mutter übertragenen Antikörper über einen gewissen Schutz vor Infektionen, doch dieser lässt im ersten Lebensjahr nach“, erklärt UCL-Forscher Leo Swadling, einer der Studienautoren. 

Dadurch würden Kleinkinder anfälliger für Infektionen. Ihr unerfahrenes Immunsystem sei etlichen Erregern noch nie begegnet – Kitas seien dann eine Art Bootcamp und bauten die Widerstandskraft für die Folgejahre auf.

Bester Schutz: Impfungen und auskurieren lassen

Zentral sei, dass Eltern ihre Kinder zu Hause behalten, solange sie krank sind – und je nach Art der Infektion auch noch ein oder zwei Tage danach, sagt Mitautorin Charlotte Houldcroft von der Universität Cambridge. „Auch wenn Infektionen in der Kindertagesstätte normal und weit verbreitet sind, ist es wichtig, alles zu tun, um ihre Ausbreitung einzudämmen.“

Leider komme es gelegentlich vor, dass Kinder verfrüht wieder in die Kita gebracht würden, sagt Brunnert. „Dies wird weder dem Kind noch dem Betreuungspersonal gerecht.“ Es gebe eine einfache Regel zur Orientierung: „Wenn das Kind 24 Stunden frei von Symptomen wie Fieber oder Durchfall ist und Eltern abends feststellen: ‚Heute wäre es fit gewesen für die Kita‘, dann darf es am nächsten Tag wieder gehen.“

Die Forscher betonen auch, dass Impfungen nach wie vor der beste Schutz vor Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sind. „Impfungen senken die Krankheitslast und sind derzeit unser bestes Mittel zur Vorbeugung und Linderung von Kinderkrankheiten.“ Quelle: dpa / mg