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Mumps-Impfung: Alle wichtigen Fakten

Mumps ist ein Virus, das nur beim Menschen vorkommt. Bei einer Infektion ist die Gefahr von Folgeschäden nicht ganz so groß wie bei den Masern. Dennoch kann es zu Komplikationen kommen, vor allem wenn Erwachsene an der Virus-Infektion erkranken.
Deshalb wird – neben der Standardimpfung im Kindesalter – auch bestimmten Berufsgruppen die Impfung empfohlen. Sie erfolgt mit einem Kombinationsimpfstoff, der zusätzlich vor Masern, Röteln und optional auch Windpocken schützt.
Mumps: Typisches Symptom sind dicke Backen
Mit Mumps verbinden die meisten Menschen eine dicke Backe. Hinter diesem typischen Symptom steckt eine entzündliche, schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Sie tritt meist beidseitig auf und hält etwa drei bis acht Tage an.
Allerdings kann dieses bekannte Erscheinungsbild auch ganz fehlen, vor allem bei jüngeren Kindern. Sie entwickeln manchmal nur das im Vorfeld auftretende grippeähnliche Stadium mit Fieber, Husten und Kopfschmerzen.
Im Kleinkindalter kann Mumps sogar völlig symptomlos verlaufen; etwa ein Drittel aller Mumps-Infektionen wird daher gar nicht bemerkt. Dennoch können die Betroffenen andere anstecken.
Gut zu wissen: Mumps hat viele Namen
Mumps wird umgangssprachlich auch Ziegenpeter, Tölpel oder Feifel genannt. In der Schweiz gibt es die Variante Mumpf sowie das umgangssprachliche Ohrenmüggeli.
Wissenschaftliche Namen sind Parotitis epidemica, Rubula infans oder Salivitis epidemica.
Ansteckung mit Mumps
Die Infektiosität von Mumps ist wie bei allen klassischen Kinderkrankheiten hoch: Im eigenen Haushalt (oder einer Gemeinschaftsunterkunft) steckt ein Infizierter über 80 Prozent der nicht immunen Familienmitglieder beziehungsweise Mitbewohner an.
Übertragen wird das Virus meist durch Tröpfcheninfektion, seltener durch mit Speichel kontaminierte Gegenstände wie Besteck oder, bei Kleinkindern, Spielzeug. Die mögliche Virusausscheidung im Urin und in der Muttermilch hat dagegen keine praktische Bedeutung für die Übertragung.
Bereits drei bis maximal sieben Tage, bevor ein Infizierter erkrankt, kann man sich bei ihm anstecken. Die Inkubationszeit ist mit meist 16 bis 18 Tagen recht lang. Bis zu 40 Prozent der Infektionen verlaufen jedoch symptomlos.
Komplikationen einer Mumps-Erkrankung
Je älter ein Erkrankter ist, desto höher ist das Risiko für Komplikationen: Bis zu 15 Prozent der Patienten entwickeln eine Meningitis (Hirnhautentzündung), die sich in Kopf- und Nackenschmerzen sowie Lichtscheuheit äußert.
Deutlich seltener, aber noch weit gefährlicher, ist die Enzephalitis (Hirnentzündung), die Erbrechen, Schwindel und Lähmungen auslöst und manchmal bleibende Schäden nach sich zieht.
Bei etwa jedem dritten männlichen Erkrankten nach der Pubertät kommt es zu einer Hodenentzündung, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann; bei Frauen ist eine Entzündung der Eierstöcke möglich.
Als weitere Komplikationen können sich Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Gelenke, Nieren oder Herzmuskel entzünden. Frühere Vermutungen über einen Zusammenhang zwischen Mumps und Diabetes beziehungsweise Fehlgeburten gelten als überholt.
Eine überstandene Mumps-Erkrankung hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität, Zweiterkrankungen sind äußerst selten. Todesfälle kommen heute praktisch nicht mehr vor.
Mumps-Impfung mit MMR-Kombinationsimpfstoff
Da für die Mumps-Impfung kein Einzelimpfstoff mehr zur Verfügung steht, erfolgt die Impfung mit einem MMR-Kombinationsimpfstoff gegen Mumps, Masern und Röteln oder mit einem MMRV-Kombinationsimpfstoff, der zusätzlich vor Windpocken schützt.
Laut Robert Koch-Institut beträgt die Effektivität der Immunisierung nach der ersten Impfung 78 Prozent und nach der zweiten 88 Prozent.
Da der Lebendimpfstoff abgeschwächte Mumps-Viren enthält, können neben allgemeinen Impfreaktionen auch abgeschwächte Mumps-ähnliche Symptome auftreten, etwa angeschwollene Ohrspeicheldrüsen oder Hoden.
STIKO-Impfempfehlungen gegen Mumps
Standardimpfempfehlung:
- alle Kleinkinder ab 11 Monaten bis zum Ende des 2. Lebensjahres
Indikationsimpfempfehlung:
- nach 1970 geborene Personen ab 18 Jahren ohne bisherige Impfung, die in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen oder Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Schulen oder Asylbewerberheimen tätig sind
Mumps-Impfschema und -Impfstoffe
- Zur Grundimmunisierung im Kinder- und Jugendalter wird der Lebendimpfstoff zweimal injiziert. Es gibt die MMR-Impfstoffe M-M-R VaxPro® und Priorix® sowie die MMRV-Impfstoffe Priorix-Tetra® und ProQuad®.
- Die erste Impfung sollte im Alter zwischen 11 und 14 Monaten, die zweite zwischen 15 und 23 Monaten erfolgen.
- Zwischen den einzelnen Impfstoffgaben muss ein Mindestabstand von 4 Wochen liegen.
- Bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre, die nur einfach geimpft sind, sollte die zweite Impfung nachgeholt werden.
- Bei Impfindikation im Erwachsenenalter erfolgt ebenfalls eine zweimalige Impfung. Quellen: • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung e.V. (BZGA)
• https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Impfungen-A-Z/Mumps/mumps-node.html
• https://dgk.de/impfen-und-infektionen/krankheiten-von-a-bis-z/mumps.html#:~:text=Impfung%20nach%201970%20geborener%20Personen,einer%20Impfung%20in%20der%20Kindheit.
• https://flexikon.doccheck.com/de/Mumps?utm_source=www.doccheck.com&utm_medium=DC%2520Search&utm_campaign=DC%2520Search%2520content_type%253Aall&utm_content=DC%2520Search%2520mumps
• https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/mumps/mumps-node.html
• https://www.msd-gesundheit.de/impfungen/mumps/
• https://www.bioeg.de
• https://de.wikipedia.org/wiki/Mumps