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Alkohol: Was hilft gegen den Kater?

Alkohol ist ungesund, keine Frage. Dem Körper tut nur derjenige Alkohol gut, den man nicht getrunken hat. Manchmal ist aber die Stimmung auf einer Geburtstagsfeier so ausgelassen oder die Freude über den soeben wiedereröffneten Biergarten so groß, dass selbst die Vernünftigsten einmal zu tief ins Glas schauen.
Dabei gerät der Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt ins Ungleichgewicht, und die Blutgefäße weiten sich, was sich vor allem im Kopf durch Schmerzen bemerkbar macht. Weitere mögliche Folgen sind Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Schlappheit, Schwindel, Herzrasen, Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
Um das Schlimmste zu vermeiden, lohnt es sich, ein paar – wissenschaftlich fundierte – Tipps gegen den Kater zu kennen. Schließlich lässt sich der ein oder andere Mechanismus des Körpers nutzen, um die Qualen nach dem feucht-fröhlichen Trinkgenuss in Grenzen zu halten.
Die folgenden Hinweise helfen dabei, vor, während und nach dem Trinken die richtigen Weichen zu stellen, um auch den Tag danach genießen zu können.
Katerprophylaxe vor dem Trinken
Wer vor dem Trinken die viel beschworene Grundlage schafft, tut sich tatsächlich etwas Gutes. Denn wenn der Magen voll ist, gelangt der Alkohol nicht ungebremst ins Blut – man wird langsamer betrunken und mildert die körperlichen Folgen.
Ob fettreiches Essen in dieser Hinsicht besonders effektiv ist, wird unter Experten diskutiert. Viele halten Bratwurst und Pommes für vorteilhaft, da Fettiges besonders lang im Magen bleibt. Für andere ist eher die (ausreichende) Menge ausschlaggebend.
Neben einer festen Grundlage ist auch eine flüssige wichtig: Es lohnt sich, vorab Wasser zu trinken, damit der Körper beim folgenden Alkoholgenuss nicht so schnell dehydriert.
Alkoholgenuss mit Köpfchen
Während des Feierns gibt es mehrere Kniffe, einen Kater zu vermeiden oder weitestgehend einzuschränken:
Den Flüssigkeitsbedarf zwischendurch regelmäßig mit alkoholfreien Getränken auffüllen: Das hält den Kreislauf stabil, wirkt der alkoholbedingten Austrocknung entgegen und sorgt nebenbei dafür, dass man weniger Alkohol trinkt.
Das „Richtige“ trinken: Bier und Wein gehen langsamer ins Blut als süße und/oder warme alkoholische Getränke wie Cocktails, Liköre oder Glühwein. Bei Selbstgebranntem werden schädliches Methanol und sogenannte Fuselalkohole oftmals nicht so konsequent herausgefiltert wie bei der professionellen Spirituosenherstellung; im schlimmsten Fall droht sogar eine Methanolvergiftung.
Zwischendurch essen: Wer länger unterwegs ist, sollte nicht nur vor dem Feiern, sondern auch zwischendurch etwas essen, um weiterhin von der bremsenden Wirkung eines gefüllten Magens zu profitieren.
Sich nicht anstiften lassen: Irgendjemand trinkt immer schneller und überredet die anderen gern zu einer frühen nächsten Runde. Doch warum immer alles mitmachen? In der Ruhe liegt die Kraft – auch beim Alkoholgenuss.
Katerbekämpfung nach dem Feiern
Nach dem Feiern kann man durch verschiedene Maßnahmen die Angriffsfläche für den Kater verkleinern:
Wasser trinken: Nach dem Heimkommen und am nächsten Morgen sollte der erste Weg jeweils zum Wasserhahn oder Kühlschrank führen, um den alkoholbedingten Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Mineralstoffe tanken: Vor dem Schlafengehen oder am nächsten Tag sollte man seinen Vorrat an Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium, die beim Alkoholgenuss oft verloren gehen, wieder auffüllen. Dies funktioniert über bestimmte Lebensmittel wie Apfelschorle, Orangensaft, Bananen, Gemüsebrühe und den berühmten Rollmops – oder im Notfall durch Elektrolytlösungen aus der Apotheke.
Essen ist außerdem wichtig, um den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Das gelingt am besten mit einer reichhaltigen Mischung aus Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten.
Hausmittel wie Kamille-, Ingwer- oder Pfefferminztee können Übelkeit lindern.
Kein Konterbier: Theoretisch lässt sich der Kater ausschalten, indem man am nächsten Morgen weitertrinkt. Das verschiebt die Qualen aber nur nach hinten und birgt die Gefahr, dass man erneut mit übermäßigem Trinken beginnt.
Wenig Kaffee: Das beliebte Heißgetränk entfaltet zwar auch bei Kater seine belebenden Kräfte, behebt aber weder den Flüssigkeitsmangel noch Entzündungen, und größere Mengen können den Kreislauf und den Magen zusätzlich belasten.
Die richtigen Schmerzmittel gegen Kater
Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure können bei Katerkopfschmerzen helfen, belasten aber mitunter Magen, Darm oder Nieren. Ganz allgemein sollten Schmerzmittel nicht vorbeugend eingenommen und nicht unkontrolliert kombiniert werden.
Keine gute Wahl bei Katerkopfschmerzen ist Paracetamol, da der Wirkstoff in der Leber über denselben Stoffwechselweg wie Alkohol abgebaut wird.
Dadurch verlangsamt sich die Entgiftung, und es können giftige Abbauprodukte entstehen, die im Ernstfall die Leber oder die Magenschleimhaut schädigen. Quellen:
https://www.aknr.de/presse/pressemitteilungen/nicht-nur-zu-karneval-gilt-so-koennen-sie-katerkopfschmerzen-vorbeugen-und-behandeln
https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/tipps-gegen-den-kater-alkohol-716973.html
https://www.netdoktor.de/alkohol/tipps-gegen-kater/