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Rauchen vervielfacht Risiko für Augenerkrankungen

Frau zeigt mit dem Zeigefinder an ihr Auge
 Zigarettenqualm kann die Augen direkt reizen und zu trockenen, brennenden Augen führen. | Bild: Syda Productions / AdobeStock

In einer aktuellen Pressemeldung klärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e. V. (DOG) über die Gefahren des Tabakkonsums für die Augen auf. Das Rauchen gehöre zu den größten vermeidbaren Gefahren für die Gesundheit des empfindlichen Sehorgans.  

Die schleichende Entwicklung vieler Augenkrankheiten werde durch das Rauchen massiv beschleunigt, denn die giftigen Substanzen im Tabakqualm griffen nahezu alle Strukturen des Auges an, beeinträchtigten die Durchblutung, förderten Entzündungen, schädigten Nervenzellen und erhöhten den oxidativen Stress in dem empfindlichen Gewebe.  

Schon wenige Zigaretten am Tag könnten messbare Schäden verursachen. 20 Prozent aller neuen Erblindungen ab dem 50. Lebensjahr seien auf Tabakkonsum zurückzuführen. Ein Rauchstopp reduziere das Risiko jedoch direkt und nachhaltig – und zwar in jedem Alter.

Rauchen schädigt Makula und Sehnerv

Die Makula, also der Bereich der Netzhaut, der die größte Dichte an Fotorezeptoren aufweist, kann im Alter degenerieren. Rauchen verdoppelt bis verdreifacht laut DOG das Risiko, im Lauf des Lebens an einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zu erkranken.  

Außerdem würden erste Krankheitsanzeichen bis zu zehn Jahre früher auftreten. Das Risiko für das Umschlagen in eine besonders aggressive Form, die neovaskuläre AMD, sei sogar mehr als vervierfacht.  

Mit dem Rauchen aufhören sollten deshalb vor allem Menschen, die ein erbliches Risiko für eine AMD tragen. Denn Abstinenz, egal in welchem Alter sie beginne, verzögere nachweislich das Fortschreiten der Erkrankung und die Entwicklung in höhergradige Stadien.

Tabakrauch wirkt laut DOG auch schädlich auf den Sehnerv und auf Strukturen, die den Augendruck regulieren. Deshalb verdopple sich das Risiko, an einem Glaukom (Grüner Star) zu erkranken. Nach Auftreten des Glaukoms beschleunige fortgesetzter Zigarettenkonsum zudem den Verlust von Nervenfasern und damit das Fortschreiten der Erkrankung.

Rauchen verschlimmert Augensymptome anderer Krankheiten 

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft warnt vorerkrankte Menschen vor fortgesetztem Rauchen.  

So verschlimmere Tabakkonsum nachweislich die Entzündungsvorgänge, die bei Morbus Basedow für das Hervortreten der Augen sorgen, und fördere die typische Netzhauterkrankung bei Typ-1-Diabetes.

Auch chronisch trockene Augen – zum Beispiel im Rahmen eines Sicca-Syndroms (kombinierte Mund- und Augentrockenheit) – ließen sich durch einen Rauchstopp deutlich verbessern. Schließlich reize Tabakqualm die Augenoberfläche und fördere Entzündungsprozesse.

Rauchen in der Schwangerschaft schädigt Augen des Kindes

Für das Rauchen in der Schwangerschaft gilt: Wie viele andere Schädigungen des Fötus sind laut DOG auch Auswirkungen auf die Augengesundheit zu erwarten.  

Die Risiken für spätere Fehlbildungen des Auges und für Sehfehler wie Kurzsichtigkeit oder Schielen seien erhöht. Laut Datenanalysen müssten Kinder rauchender Mütter zudem häufiger wegen Augenproblemen ins Krankenhaus.

Die Fachgesellschaft empfiehlt in Übereinstimmung mit anderen medizinischen Fachrichtungen dringend, schon bei vorhandenem Kinderwunsch konsequent auf das Rauchen und andere Tabakprodukte zu verzichten. Quellen:
- https://dog.org/pressemeldungen/drauchen-schaedigt-die-augen
- https://www.aerzteblatt.de/news/rauchen-als-unterschatzter-risikofaktor-fur-die-augengesundheit-ebb60339-d5c4-4951-81b4-2b99963f955b