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Sport hilft bei Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Eine Chemotherapie geht oft mit Erschöpfungszuständen sowie Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen einher. Oft führt das sogenannte Chemobrain zu einem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben und zu einer körperlichen Passivität, von der sich viele Betroffene auch nach dem Ende der Chemotherapie nicht erholen.
Gut zu wissen: Was ist das Chemobrain?
Als „Chemobrain“ wird in der medizinischen Alltagssprache die kognitive Beeinträchtigung von Krebspatienten infolge einer Chemotherapie bezeichnet. Der medizinische Fachbegriff lautet Post-chemotherapy cognitive impairment (PCCI).
Um diesen Nebenwirkungen entgegenzuwirken, haben die Chirurgin Karen Mustian und Sportexperten vom American College of Sports Medicine der Universität Rochester im US-Staat New York ein leichtes Trainingsprogramm entwickelt und dessen Effektivität in einer Studie untersucht.
Trainingsprogramm bei Chemotherapie umfasst Ausdauer- und Krafttraining
Das von den US-Medizinern entwickelte EXCAP-Programm (Exercise for Cancer Patients) dauert sechs Wochen und verbindet ein leichtes Ausdauertraining mit einem leichten Krafttraining.
Es beginnt am ersten Tag der Chemotherapie mit Gehen in einer bestimmten Anzahl von täglichen Schritten, die pro Woche um fünf bis 20 Prozent gesteigert wird. Dabei beträgt die Belastung maximal 85 Prozent der Herzfrequenzreserve.
Das Krafttraining wird mit einem Fitnessband durchgeführt und im Normalfall ebenfalls mit der Zeit gesteigert.
An der zugehörigen Studie nahmen 687 Probanden im Alter von durchschnittlich 55,2 Jahren teil, die wegen einer Krebserkrankung erstmals eine Chemotherapie erhielten. Da die Diagnose in 83 Prozent der Fälle Brustkrebs lautete, bestanden sowohl die EXCAP- als auch die Kontrollgruppe überwiegend aus Frauen (646 vs. 40 Männer). Die Chemotherapie-Zyklen fanden in Abständen von zwei, drei oder vier Wochen statt.
Die Mitglieder der EXCAP-Gruppe erhielten Schrittzähler und führten das Training nach einer einstündigen Einleitung selbständig durch.
Studie: Fatigue und kognitive Störungen bessern sich durch Bewegung
Im Vergleich mit der Kontrollgruppe, die nicht an dem EXCAP-Programm teilnahm, zeigten die Sporttreibenden folgende Entwicklung:
Während des sechswöchigen Beobachtungszeitraums kam es in der EXCAP-Gruppe zu einem geringen Rückgang um durchschnittlich 358 Schritte pro Tag, während die Kontrollgruppe im Durchschnitt ganze 2.171 Schritte weniger ging.
Laut Fragebogen zur kognitiven Funktion konnte die EXCAP-Gruppe ihre kognitiven Werte aus der Zeit vor der Chemotherapie weitgehend erhalten, während es in der Kontrollgruppe zu einem Rückgang kam. Der Vorteil war allerdings nur bei den Patienten mit zwei Wochen Abstand zwischen den Chemotherapie-Zyklen signifikant, nicht bei drei oder vier Wochen Abstand.
Ähnlich verlief die Entwicklung der Fatigue: Bei zwei Wochen Abstand zwischen den Chemotherapie-Zyklen gingen die Erschöpfungssymptome der EXCAP-Patienten signifikant stärker zurück als bei der Kontrollgruppe, bei drei oder vier Wochen waren die Unterschiede nicht mehr signifikant.
Die Studienleiterin erklärt die Unterschiede mit dem Einsatz milderer Zytostatika bei den im Abstand von zwei Wochen wiederholten Chemotherapien. Detaillierte Angaben zu den jeweiligen Chemotherapien enthält die Publikation allerdings nicht. Unter anderem deshalb muss der Nutzen von Sportprogrammen gegen die Symptome einer Chemotherapie noch näher erforscht werden, um eindeutige Aussagen treffen zu können. Quellen:
- https://www.aerzteblatt.de/news/chemo-brain-sport-lindert-nebenwirkungen-der-chemotherapie-71c8d261-876d-4dc8-98cc-1b01572a84a2
- https://www.aerzteblatt.de/news/chemo-brain-sport-lindert-nebenwirkungen-der-chemotherapie-71c8d261-876d-4dc8-98cc-1b01572a84a2