Aktuelles

In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.

3 min merken gemerkt Artikel drucken

Diabetes beeinflusst psychische Gesundheit

Ein seniorenpaar sitzt auf dem Sofa, die Frau hält einen Insulinpen an den Finger des Mannes
Diabetes im Erwachsenenalter kann mit einer psychischen Belastung einhergehen. | Bild: LIGHTFIELD STUDIOS / AdobeStock

Im Mai 2026 hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Ergebnisse seiner „Studie zur Gesundheit älterer Menschen in Deutschland „Gesundheit 65+“ veröffentlicht, die vom Bundeministerium für Gesundheit gefördert wurde.

Vor dem Hintergrund, dass jeder fünfte Mensch in Deutschland 65 Jahre oder älter ist und sechs Prozent der Menschen bereits ihren 80. Geburtstag hinter sich haben, wollte das RKI unter anderem wissen, wie es Senioren in Deutschland geht, ob sie angemessen gesundheitlich versorgt werden und wie sie künftig gesünder altern können.

Dafür lud das RKI von Frühjahr 2021 und Frühjahr 2023 insgesamt 3.547 Menschen ab 65 Jahren per Zufallsprinzip zu Befragungen ein und unternahm bis ins Jahr 2024 drei Nacherfassungen, überwiegend per Fragebögen.  

Ein Teil der Studie befasste sich mit den psychosozialen Belastungen von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes. Die Ergebnisse zu diesem Teil der Untersuchung veröffentlichte das RKI auf dem Forschungsportal BMJ Journals.

Befragung von Diabetikern zu psychosozialen Belastungen

Ab einem Alter von 65 Jahren ist etwa jede fünfte Person in Deutschland von Diabetes mellitus betroffen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Typ-2-Diabetes. 

Zur Erinnerung: Die drei Arten von Diabetes

Das Robert Koch-Institut fasst auf seinem Webportal „Gesundheitsberichterstattung“ die wichtigsten Fakten zu den drei Arten des Diabetes mellitus folgendermaßen zusammen:

„Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe chronischer Stoffwechselerkrankungen, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet sind.  

Über 90 % der Personen mit Diabetes sind von einem Typ-2-Diabetes betroffen, der meist mit einem ungünstigen Lebensstil in Zusammenhang steht und sich vorwiegend im mittleren oder höheren Erwachsenenalter manifestiert.  

Typ-1-Diabetes stellt eine Autoimmunerkrankung dar und entwickelt sich meist bereits im Kindes- beziehungsweise Jugendalter.  

Der Gestationsdiabetes tritt erstmals in der Schwangerschaft auf und bildet sich danach in der Regel wieder zurück, ist jedoch mit weiteren Risiken für Mutter und Kind verbunden.“

10,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland berichteten derselben Publikation zufolge im Jahr 2024 von einem ärztlich diagnostizierten Diabetes.

Im Rahmen der Studie „Gesundheit 65+“ wurde die psychosoziale Belastung älterer Menschen mit Typ-2-Diabetes anhand sechs verschiedener Faktoren auf genormten Skalen untersucht:  

  • depressive Symptome
  • Einsamkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Lebenszufriedenheit
  • Zufriedenheit mit dem eigenen Aktivitätslevel
  • wahrgenommene soziale Unterstützung

Die Ergebnisse wurden in Bezug auf Geschlecht, Alter, Bildung, körperliche Aktivität, Fettleibigkeit, kardiovaskuläre Komorbiditäten und zusätzlich bestehende Krebserkrankungen bereinigt.  

Psychosoziale Belastungen steigen bei Typ-2-Diabetikern

Die Studienautoren fanden Assoziationen zwischen Typ-2-Diabetes und fast allen untersuchten psychosozialen Belastungen:

Die Wahrscheinlichkeit für depressive Symptome lag bei Typ-2-Diabetikern um 60 Prozent höher als bei Nichtdiabetikern. Auch kam eine verminderte Lebenszufriedenheit um 41 Prozent häufiger vor.

Diabetiker waren um 38 Prozent öfter gleichgültig gegenüber ihrem Aktivitätslevel. Antriebslosigkeit kam um 37 Prozent häufiger vor und Einsamkeit stieg bei Diabetikern um 31 Prozent an.

Lediglich bei der wahrgenommenen sozialen Unterstützung blieb der Unterschied zwischen Diabetikern und Nichterkrankten unterhalb der Signifikanzgrenze.

Nach Meinung der Autoren unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit integrierter Versorgungsmodelle, die psychosoziale Belastungen bei Diabetikern routinemäßig untersuchen und behandeln. Quellen:
- https://drc.bmj.com/content/14/3/e006056
- https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/KoerperlicheErkrankungen/DiabetesMellitus/DiabetesPraevalenz18Plus/diabetesPraevalenz_node.html?darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2024&geschlecht=0&standardisierung=0