#gutergänzt

Eine gute Beratung in der Apotheke zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass PTA den Kunden hilfreiche Informationen zu Anwendung und Wirkweise der verordneten Arzneimittel geben können. Doch mit jeder Wirkung gibt es auch Nebenwirkungen und so kann das Apothekenpersonal gute Ergänzungen empfehlen, um unerwünschte Symptome zu vermeiden. In unserer Serie #gutergänzt stellen wir gängige Präparate vor und erläutern, was Sie Ihren Kunden empfehlen können.

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Metformin & Simeticon: Wann die Kombination hilfreich ist

PTA in der Beratung am HV übergibt Kundin eine Tüte
Nebenwirkungen unter einer Arzneimitteltherapie können auftreten. In der Apotheke kann betroffenen Kunden weitergeholfen werden, damit die Therapietreue gestärkt wird. | Bild: Schelbert / PTAheute

Metformin ist ein orales Antidiabetikum aus der Gruppe der Biguanide und gilt als Standardtherapie bei Typ-2-Diabetes. Kaum ein Wirkstoff wird so häufig verordnet und gilt als so gut etabliert. 

Und doch zeigt sich im Apothekenalltag immer wieder, dass der Einstieg in die Metformin-Therapie für viele Patienten holprig ist. Der Grund ist selten die fehlende Wirksamkeit, sondern die Verträglichkeit.

Einnahme von Metformin: Therapieabbruch wegen Flatulenz

Blähungen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Metformin eigenständig reduziert oder ganz abgesetzt wird. Viele Patienten sind darauf nicht vorbereitet und interpretieren die Beschwerden als Unverträglichkeit oder Folgen eines „falschen Medikaments“ und ziehen Konsequenzen, ohne Rücksprache mit dem Arzt oder in der Apotheke zu halten. 

Dabei sind diese gastrointestinalen Nebenwirkungen oft vorübergehend und lassen sich gut begleiten. Genau hier kommt die Beratungskompetenz der Apotheke vor Ort ins Spiel.

Zur Erinnerung: So wirkt Metformin

Metformin wirkt über mehrere pathophysiologisch relevante Mechanismen. Im Zentrum steht die Hemmung der hepatischen Glukoneogenese, wodurch die endogene Glukoseproduktion in der Leber reduziert wird. Gleichzeitig verbessert Metformin die periphere Insulinsensitivität, insbesondere in der Skelettmuskulatur, und fördert so die Glukoseaufnahme in die Zellen.

Darüber hinaus entfaltet Metformin Effekte im Gastrointestinaltrakt: Es verzögert die intestinale Glukoseabsorption und beeinflusst die Darmflora. Diskutiert wird zudem eine Aktivierung der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK), die eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel spielt.

Ein wesentlicher Vorteil ist das günstige metabolische Profil: Metformin stimuliert nicht die Insulinsekretion und führt daher nicht zu Hypoglykämien. Zudem ist die Therapie in der Regel gewichtsneutral oder sogar leicht gewichtsreduzierend.

Doch genau dort, wo ein Teil seiner Wirkung stattfindet – im Gastrointestinaltrakt –, entstehen auch die häufigsten Nebenwirkungen. Viele Patienten berichten zu Beginn der Therapie über Völlegefühl, Durchfall oder Übelkeit. Besonders belastend sind jedoch Blähungen und ein ausgeprägter Blähbauch. 

Diese Beschwerden sind medizinisch meist harmlos, im Alltag aber hochrelevant, da sie das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen und die Therapietreue gefährden können.

Bei Flatulenz: Simeticon als einfache Unterstützung

Eine naheliegende und gleichzeitig oft unterschätzte Möglichkeit ist der Einsatz von Simeticon (z. B. Lefaxan®). 

Simeticon wirkt rein physikalisch im Darm: Es reduziert die Oberflächenspannung von Gasblasen, sodass sich kleinere Bläschen zu größeren verbinden und leichter abgehen können. Das führt zu einer schnellen Entlastung bei Blähungen und Völlegefühl. 

Simeticon wird nicht resorbiert und geht daher keine systemischen Wechselwirkungen ein – auch nicht mit Metformin. Die Kombination ist somit unkompliziert möglich und gut verträglich.

Beratung im HV: Der richtige Moment zählt 

Gerade bei der Erstverordnung von Metformin liegt eine große Chance in der proaktiven Beratung. Viele Patienten kommen mit einem neuen Rezept in die Apotheke – oft ohne zu wissen, was sie erwartet. Eine kurze, gezielte Information darüber, dass Magen-Darm-Beschwerden auftreten können, diese aber meist vorübergehend sind, kann hier den Unterschied machen. 

Vor allem aber der Hinweis, dass es eine einfache Möglichkeit gibt, die Beschwerden zu lindern. Wer in diesem Moment Simeticon mit ins Gespräch bringt, schafft Sicherheit. Die Nebenwirkung verliert ihren Schrecken, weil sie erklärbar und behandelbar wird.

Metformin und Simeticon: Therapietreue beginnt mit guter Aufklärung 

Die Empfehlung von Simeticon ist dabei kein klassischer Zusatzverkauf, sondern Teil einer ganzheitlichen Versorgung. Sie zeigt, dass die Apotheke nicht nur Arzneimittel abgibt, sondern die Therapie begleitet. 

Patienten fühlen sich ernst genommen und vorbereitet. Sie erleben Nebenwirkungen nicht als Scheitern der Therapie, sondern als erwartbaren Teil des Einstiegs. Das stärkt das Vertrauen – und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Therapie konsequent fortgeführt wird. 

Gerade bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes entscheidet die langfristige Einnahme über den Therapieerfolg. Jede vermeidbare Hürde kann hier zum Abbruch führen. 

Indem PTA frühzeitig auf mögliche Nebenwirkungen eingehen und gleichzeitig Lösungen anbieten, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Compliance. Nicht die Nebenwirkung allein ist das Problem – sondern der Umgang damit.

Metformin und Simeticon bei Typ-2-Diabetes

Metformin ist ein zentraler Baustein in der Diabetestherapie – trotz seiner gastrointestinalen Nebenwirkungen. Besonders Blähungen können für Patienten belastend sein und die Therapietreue gefährden.

Die ergänzende Empfehlung von Simeticon ist eine einfache, sichere und effektive Möglichkeit, diese Hürde zu reduzieren.

Im Sinne von #gutergänzt zeigt sich hier, wie kleine Impulse im HV einen großen Unterschied machen können – für das Wohlbefinden der Patienten und den langfristigen Therapieerfolg.

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