Sonniges Beratungswissen
Egal ob im Frühling, im Hochsommer oder sogar im Winter – wer sich Sonnenstrahlung über längere Zeit aussetzt, sollte stets auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten. Wieso das so ist und wie sich der Körper vorübergehend selbst schützen kann, erfahren Sie in dieser Serie.
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CALOR-Liste: mehr Arznei­mittelsicherheit bei Hitze

Asiatische Seniorin sitzt vor eingeschaltetem Ventilator
Bei Hitze können unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie vermehrte Schweißbildung auftreten. | Bild: ChayTee / AdobeStocke

Die CALOR-Liste (vom lateinischen Wort „calor“ für Hitze oder Wärme) wurde in Kooperation der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und der Medizinischen Hochschule Hannover unter der Leitung von Prof. Dr. Beate Müller vom Institut für Allgemeinmedizin der Uniklinik Köln erstellt.  

Sie beruht auf umfangreicher wissenschaftlicher Literatur zu Risiken der Medikamenteneinnahme bei Hitze und ergänzenden Einschätzungen von mehr als 30 Fachleuten. Zudem wurde sie von verschiedenen Berufsgruppen des Gesundheitswesens auf ihre Alltagseignung geprüft.  

Die CALOR-Liste benennt Medikamentengruppen, die das Risiko für hitzebedingte Gesundheitsschäden oder unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Hitze erhöhen, indem sie beispielsweise die Schweißproduktion, die Hautdurchblutung oder das Durstgefühl beeinflussen.  

Gut zu wissen: CALOR-Liste nicht bindend

Die Autoren weisen explizit darauf hin, dass die in der CALOR-Liste gegebenen Empfehlungen weder medizinisch noch rechtlich bindend sind.  

Für die Verordnung der genannten Arzneimittel bleiben die behandelnden Ärzte verantwortlich, und sämtliches Gesundheitspersonal sollte immer die Beipackzettel, die Fachinformationen der Hersteller und/oder die entsprechenden Leitlinien zur Kontrolle der gegebenen Hinweise heranziehen.

CALOR-Liste gibt Hinweise zu Dosis und Anwendung

Damit das Gesundheitspersonal – also Ärzte und MFA, Apotheker und PTA sowie Pflegekräfte – Patienten vor und während des Sommers zum richtigen Verhalten bei Hitze aufklären können, enthält die Liste unter anderem Hinweise zur Anwendung der Arzneimittel und Empfehlungen zu einer intensiveren Überwachung der Patienten.  

Die Empfehlungen sollen einerseits die individuelle Versorgung der Patienten verbessern und andererseits das Gesundheitssystem resilienter gegenüber den Folgen des Klimawandels machen.

Welche Informationen liefert die CALOR-Liste?

Die CALOR-Liste umfasst 28 Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffklassen, darunter  

Zu den Informationen in den jeweiligen Abschnitten, die je maximal zwei Seiten lang und übersichtlich aufgebaut sind, gehören die Anpassungshinweise zur Anwendung selbst, der medizinische beziehungsweise pharmakologische Hintergrund sowie Beispiele für Handelsnamen und Generika.

Der ein- bis dreiteilige Anpassungshinweis zu jeder Wirkstoffklasse sieht zum Beispiel bei Insulin wie folgt aus:

Screenshot Calor-Liste Insulin

Weitere Versionen der CALOR-Liste in Arbeit

Die CALOR-Liste steht etwas versteckt unter www.allgemeinmedizin.uk-koeln.de/forschung/projekte/ im Bereich „Adapt-Heat – Hitzesensible Medikationsanpassung“ zum Download bereit.

Bis zum Ende des Projekts im Dezember 2026 sollen zusätzlich eine Kurzversion sowie eine digitale Form der Liste entwickelt und die Hinweise der wichtigsten Inhalte unter Beteiligung von Patienten laienverständlich aufbereitet werden. Quellen:
https://www.uk-koeln.de/uniklinik-koeln/aktuelles/detailansicht/calor-liste-zur-arzneimittel-therapiesicherheit-bei-hitze-veroeffentlicht/
https://allgemeinmedizin.uk-koeln.de/fileadmin/user_upload/allgemeinmedizin/downloads/calor-liste-2026-07-allgemeinmedizin-ukkoeln.pdf
 

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