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Herbstmilbe: Hautaus­schlag mit starkem Juckreiz

Frau mit Rucksack von hinten, läuft durch hohes Gras
Im Gras lauern die lästigen Grasmilben. Sie erzeugen einen unangenehm juckenden Hautausschlag bei Mensch und Tier. | Bild: sonyachny / AdobeStock

Die gute Nachricht zuerst: Die Herbstmilbe ist zwar mit den Zecken verwandt, aber wenn sie zubeißt, drohen keine Krankheiten wie FSME oder Borreliose.  

Sehr lästig und meist langanhaltend ist aber der Juckreiz: Er entsteht, wenn die Grasmilbe ihre Mahlzeit beendet und das Sekret, das sie dabei ausgeschieden hat, nicht mehr fließt.  

Herbstmilbe befällt eigentlich Kleinsäuger und Vögel

Die Herbstmilbe gehört wie die Zecken zur Unterklasse der Milben in der Klasse der Spinnentiere. Ihre eigentlichen Opfer sind kleinere Säugetiere wie Mäuse, Igel oder Kaninchen sowie Vögel; sie befallen jedoch auch Menschen, Hunde und Katzen.

Als Larven ernähren sich die Milben von Gewebe- und Lymphflüssigkeit ihrer Wirte, denen sie vor allem auf Grünflächen auflauern. Sie haben kein Stechorgan wie Zecken, sondern haken sich mit scherenartigen Mundwerkzeugen an der Haut des Wirtes fest.

Dann sondern sie neben auflösenden und gerinnungshemmenden Flüssigkeiten auch saure Polysaccharide ab, die die Immunreaktion des Wirtes unterdrücken und so dafür sorgen, dass dieser den Biss nicht spürt.  

Erst wenn die Herbstmilbe längst losgelassen hat, bemerkt der Wirt den Biss, und es bilden sich nach 12 bis 24 Stunden rötliche Quaddeln, die bis zu zwei Wochen stark jucken können. 

Die Milbe ist dann schon längst auf den Boden zurückgefallen, wo sie sich nach ihrer Mahlzeit zum nächsten Stadium, der Nymphe, weiterentwickelt und fortan räuberisch von Kleinstlebewesen und Pflanzenresten lebt.  

Gut zu wissen: Irreführende Namen der Grasmilbe

Die Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis) wird auch Herbstgrasmilbe, Heumilbe oder Grasmilbe genannt. Sie hat aber nichts mit den Pflanzenmilben zu tun, die an Gräsern saugen.  

Auch befällt sie ihre Wirte nicht im Herbst, sondern vor allem im Juli und August.

Trivialnamen wie Herbstlaus, Graslaus, Erdlaus oder Pfirsichlaus sind ebenfalls irreführend, da die Milben als Spinnentiere nicht mit Läusen verwandt sind, die zu den Insekten gehören.  

Die Milbenlarven haben zwar wie Insekten sechs Beine, die Nymphen und ausgewachsenen Tiere jedoch wie alle Spinnentiere acht Beine.

Herbstmilben befallen bestimmte Körperstellen

Wie Zecken setzen auch Herbstmilben häufig an Körperbereichen mit dünner, oft feuchter Haut wie Füßen, Knöcheln, Kniekehlen, Achseln oder den Genitalien an.  

Während ihrer Mahlzeit können sie von kaum sichtbaren 0,25 Millimetern auf das 25-Fache ihres ursprünglichen Volumens anschwellen.

Zum Schutz vor den Spinnentieren sollten Menschen, die viel in der Natur unterwegs sind, die gleichen Schutzmaßnahmen wie gegen Zecken ergreifen:

  • lange Kleidung  
  • geschlossene Schuhe  
  • Hose in die Socken stecken

Das Deutsche Rote Kreuz rät außerdem dazu, nach Aufenthalten im Freien zu duschen, da Grasmilben sich nicht wie Zecken auf der Haut festhalten, und die getragene Kleidung bei mindestens 60 Grad zu waschen, um die Milben abzutöten.  

Für Haustiere gibt es spezielle Schutzmittel, denn humanmedizinische Produkte können die Haut der Vierbeiner reizen. Nach dem Spaziergang sollte man Hunde an Pfoten, Leisten und Bauch abspülen und bei auffälligem Kratzen oder Lecken einen Tierarzt aufsuchen. Quelle: dpa, wikipedia 

Gut zu wissen: Hilfe gegen den Juckreiz

Wie auch bei anderen Bissen und Stichen von Parasiten gilt: Die betroffenen Stellen keinesfalls aufkratzen, da dies Entzündungen und eine Verschlimmerung des Juckreizes nach sich zieht.  

Stattdessen schaffen kühlende Umschläge, Antihistaminika-Gele oder cortisonhaltige Salben Abhilfe.  

Wenn sich der Juckreiz länger als zwei Wochen hält oder verschlimmert oder es Anzeichen auf eine allergische Reaktionen wie große Bläschen oder Atemnot gibt, sollte man ärztlichen Rat einholen.