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Ist eine vegetarische Ernährung gut fürs Herz?

in Apfel eingeritzter Herzschlag
Kein Fleisch und viel Gemüse – diese Ernährung zeigt sich günstig für die Herzgesundheit. | Bild: udra11 / AdobeStock 

Eine pflanzenbasierte Ernährung ist bestimmt nicht das Schlimmste, das man seinem Körper antun kann. Ganz im Gegenteil: Menschen, die sich vegetarisch ernähren, tun ihrer Herzgesundheit etwas Gutes, sagt etwa die Deutsche Herzstiftung. 

In einer Metaanalyse wurde nun untersucht, inwiefern eine vegetarische Ernährungsintervention Personen mit hohem kardiovaskulärem Risiko helfen kann, Gesundheitsparameter zu verbessern.

Welche kardiovaskulären Risiken hatten die Studienteilnehmenden?

In der Übersichtsarbeit wurden 20 Studien mit insgesamt 1.878 Probanden analysiert, die zwei bis 24 Monate eine vegetarische Diät zu sich nahmen. 

In vier Studien waren die Probanden kardiovaskulär erkrankt. In sieben Interventionen hatten die Teilnehmenden Diabetes und in neun Studien wiesen die Probanden mindestens zwei kardiovaskuläre Risikofaktoren auf, z. B. Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes.

Die Teilnehmenden befanden sich zumeist in einer pharmakologischen Therapie, die auch während der Studie fortgeführt wurde.

Wie ernährten sich die Studienteilnehmenden?

Während der Studiendauer sollten die Probanden der einzelnen Studien auf Fleisch verzichten, in einer der Studien war allerdings weißes Fleisch erlaubt. Milchprodukte und Eier durften meist verzehrt werden, in zwei Studien ernährte sich die Interventionsgruppe vegan.

In den meisten Studien wurden die Probanden ermuntert, Gemüse Obst vorzuziehen, ballaststoffreiche Getreideprodukte zu essen und pflanzliche Öle zu verwenden. In einer Studie hatte die Interventionsgruppe ein Energielimit, das sie pro Tag nicht überschreiten sollte, bei drei Studien sollte wenig Fett verzehrt werden.

Vegetarische Ernährung senkt Cholesterinspiegel

Durch die Analyse konnte gezeigt werden, dass – verglichen mit anderen Diäten (Standarddiät, Diät bei Diabetes oder Ähnliches) – die vegetarische Ernährung nach durchschnittlich sechs Monaten den Spiegel des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL-Cholesterin) signifikant senkte (durchschnittlich um 6,6 mg/dl). Ebenso sankt der Langzeitblutzuckerwert HbA1c (durchschnittlich um 0,24 %) sowie das Körpergewicht (durchschnittlich um 3,4 kg).

Der Blutdruck wurde laut der Übersichtsarbeit als einziger untersuchter Parameter nicht signifikant reduziert (durchschnittlich um –0,1 mmHg).

Zur Erinnerung: Was bewirkt LDL? 

LDL (Low Density Lipoprotein) transportiert Cholesterin im Körper zu den Orten seines Bedarfs. Cholesterin wird zum Beispiel als Bestandteil von Zellmembranen benötigt. Außerdem ist es wichtig für die Produktion von Gallensäuren und Steroidhormonen sowie die Vitamin-D-Bildung.  

Ist das Cholesterinangebot jedoch größer als die Aufnahmekapazitäten der Zellen, wird Cholesterin ins Blut abgegeben und lagert sich an den Gefäßwänden ab.

Ein gemessener LDL-Cholesterinwert ist immer im Kontext des Gesamtrisikoprofils eines Menschen für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sehen. Je höher das Gesamtrisiko, desto niedriger sollte der LDL-Cholesterinwert sein. Bei Menschen, die bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben, ist dieser Grundsatz besonders wichtig. /wf

Personen mit hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnten demnach von einer vegetarischen Ernährung profitieren, die zusammen mit der pharmakologischen Therapie das Gefäßsystem schützen könnte. Quelle:

Wang T et al. Vegetarian Dietary Patterns and Cardiometabolic Risk in People With or at High Risk of Cardiovascular Disease. Cardiology, 25. Juli 2023, https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2807597

Herzgesunde Ernährung. Deutsche Herzstiftung e. V., https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung