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Wetterfühlige Knochen: Gibt es das wirklich?

Ein Kunde erzählt Ihnen in der Apotheke, dass er den Wetterumschwung mal wieder in den Knochen spüre. Insbesondere die Knie schmerzten mal wieder stark.
Wetterfühligkeit bzw. Meteoropathie nennt man dieses Erscheinungsbild. Viele Menschen sind davon überzeugt, körperlich Wetterveränderungen spüren zu können. Lässt sich dieses Phänomen wissenschaftlich belegen?
Gut zu wissen: Wetterfühlig oder wetterempfindlich?
Die Begriffe Wetterfühligkeit und Wetterempfindlichkeit werden häufig synonym verwendet. Darunter wird eine erhöhte Sensibilität für Wetterveränderungen verstanden. Betroffene leiden dann häufig unter Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, gereizter Stimmung oder Müdigkeit.
Diese Symptome werden aber mitunter auch nur der Wetterfühligkeit zugeschrieben. Im Unterschied dazu betrifft die Wetterempfindlichkeit Menschen mit bestehenden (chronischen) Erkrankungen. Bestimmte Wetterlagen können bei diesen Patienten die Symptome der vorhandenen Krankheit verstärken.
Tatsächlich gibt es bereits Belege, dass Veränderungen der Temperatur oder Luftfeuchtigkeit insbesondere auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen Einfluss nehmen.
Ein Forscher-Team aus Australien beschäftigte sich mit der Frage, ob wechselndes Wetter Einfluss auf die Schmerzen von Patienten mit muskuloskeletalen Beschwerden (Beschwerden am Bewegungsapparat) hat.
Erhöht das Wetter das Risiko für muskuloskeletale Schmerzen?
In ihrer Metaanalyse schlossen sie elf Fall-Crossover-Studien mit über 15.000 Teilnehmenden ein, die Daten zu rund 28.000 Ereignissen für sieben Erkrankungen des Bewegungsapparates lieferten. Dazu zählten Knie-, Hüft- und Kreuzschmerzen, rheumatoide Arthritis und Gicht.
Trotz Einzelfallberichten von Patienten konnte die Auswertung der Daten nicht zeigen, dass Wetterfaktoren ein signifikant erhöhtes Risiko für rheumatoide Arthritis, Knieschmerzen oder Schmerzen im Rückenbereich darstellen.
Hitze und niedrige Luftfeuchtigkeit verstärken Gicht-Symptome
Eine Ausnahme bilden Patienten mit Gicht. Für diese Patientengruppe zeigte die Metaanalyse, dass hohe Temperaturen in Kombination mit niedriger Luftfeuchtigkeit das Risiko für Schmerzen, Rötungen und Gelenkschwellungen betroffener Gelenke verdoppeln können. Quelle:
- https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0049017224000337?via%3Dihub
Bei Warmfront häufiger Schwindel
Neben Schmerzen im Bewegungsapparat berichten viele Menschen bei Wetterwechsel auch von Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schlafproblemen. Aktuell nähert sich Deutschland eine Warmfront, was bei einigen Menschen Schwindel auslösen kann.
Bei einer Warmfront ändern sich mehrere Wetterfaktoren gleichzeitig. Neben einem Temperaturanstieg kommt es auch zu Veränderungen im Luftdruck, des Windes und der Sonnenscheindauer sowie Feuchte. Dadurch müsse sich der Körper verstärkt anpassen, was bei z. B. Menschen mit niedrigem Blutdruck zu Schwindel und Kreislaufproblemen führen kann.
Der Deutsche Wetterdienst bietet Betroffenen auf seiner Website Unterstützung: Auf Gefahrenkarten können sich Wetterfühlige tagesaktuell darüber informieren, in welchen Regionen Wetterlagen herrschen oder kommen, die für sie bestimmte Belastungen mit sich bringen können. Ansonsten lautet die Empfehlung: Viel an die frische Luft gehen und sich bewegen. Das hilft dem Körper, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Quelle: dpa