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Was ist eigentlich das Zika-Virus?

Das Zika-Virus ist ein RNA-Virus aus der Gattung Flavivirus in der Familie Flaviviridae. Das Virus stammt aus Afrika und ist heute in den Tropen und Subtropen Afrikas, Asiens sowie Süd- und Mittelamerikas verbreitet.
Der erste dokumentierte Fall trat 1947 in Uganda bei einem als Sentineltier (Versuchstier zum Nachweis von Krankheiten in Tierbeständen) eingesetzten Rhesus-Affen im dortigen Zika-Wald auf. Erste Erkrankungen beim Menschen wurden in den fünfziger Jahren in Uganda und Tansania und später in Nigeria dokumentiert.
In den folgenden Jahrzehnten breitete sich das Virus in Afrika und Asien aus, wurde aber bis 2007 äußerst selten nachgewiesen.
Seit wann verbreitet sich das Zika-Virus stärker?
Der erste große Ausbruch beim Menschen erfolgte 2007 auf den Yap-Inseln Mikronesiens, der zweite 2013/14 in Französisch-Polynesien. Ab 2015 wurden dann zunehmend Fälle von Zika-Fieber in Süd- und Mittelamerika beobachtet. Es folgten Ausbrüche in Afrika, vor allem auf den Kapverdischen Inseln, Guinea-Bissau und Angola.
In Europa wurden erste endemische Zika-Virus-Übertragungen im Herbst 2019 aus Südfrankreich bekannt. Im Dezember 2021 meldeten bereits 89 Länder Zahlen zu Infektionen mit dem Zika-Virus.
Im Moment ist die diagnostische Testung und Überwachung weltweit gering, deshalb gibt es keine aktuellen Zahlen zur Häufigkeit.
Wie wird das Zika-Virus übertragen?
Primär stammt das Virus wahrscheinlich von Affen und Nagetieren. Die Übertragung auf den Menschen und auch von Mensch zu Mensch erfolgt in erster Linie durch Stechmücken der Gattung Aedes, darunter möglicherweise auch die Asiatische Tigermücke.
Weitere Übertragungsmöglichkeiten sind Geschlechtsverkehr und Blutprodukte, diese spielen aber eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die Übertragung des Zika-Virus von Schwangeren auf Ungeborene.
Was passiert bei einer Infektion mit dem Zika-Virus?
Das Zika-Virus ruft in einem von fünf Infizierten das Zika-Fieber hervor, das nach einer Inkubationszeit von zwei bis sieben Tagen unter anderem die folgenden Symptome auslöst:
- Fieber
- großflächiger Hautausschlag
- Muskelschmerzen
- Gelenkschmerzen und -schwellungen
- Kopfschmerzen
- Bindehautentzündung
Die Erkrankung dauert in der Regel nur wenige Tage bis eine Woche und verläuft meist mild, manchmal auch asymptomatisch. Im Anschluss kann jedoch in Einzelfällen ein Guillain-Barré-Syndrom (entzündliche Erkrankung des Nervensystems) auftreten, das mitunter lebensbedrohlich verläuft.
Bei Föten, deren Mütter während des ersten Trimesters der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infiziert werden, treten vermehrt Fehlbildungen wie eine Mikrozephalie (zu kleiner Schädel) oder Flüssigkeitsansammlungen in mehreren Körperhöhlen auf. Auch Fehl- oder Totgeburten sind möglich.
Wie wird eine Infektion mit dem Zika-Virus therapiert?
Zurzeit gibt es keine spezifische antivirale Therapie gegen das Zika-Virus. Die Behandlung ist rein symptomatisch und fokussiert sich auf Schmerzlinderung, Fiebersenkung und Stillung des Juckreizes. Viel Ruhe und ausreichend Flüssigkeit unterstützen die Heilung.
Gibt es eine Prophylaxe gegen das Zika-Virus?
Es existiert bislang weder eine zugelassene Impfung gegen eine Infektion mit dem Zika-Virus noch eine medikamentöse Prophylaxe. In Anbetracht der steigenden globalen Erkrankungszahlen erhielt die Impfstoffentwicklung jedoch eine höhere Priorität.
Die wichtigste Prophylaxe ist die Verhinderung von Mückenstichen, zum Beispiel durch lange Kleidung, Moskitonetze oder Insektensprays. Quellen:
- tropeninstitut.de
- flexikon.doccheck.com
- de.wikipedia.org
Das Zika-Virus in Kürze
- RNA-Virus aus der Gattung Flavivirus
- Auslöser des Zika-Fiebers
- Symptome bei Infektion: Fieber, Hautausschlag, Schmerzen, Bindehautentzündung; manchmal asymptomatisch
- Übertragung: über Mücken von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch; durch Sexualkontakt; durch Schwangerschaft
- Therapie: symptomatisch durch Medikamente, Flüssigkeit und Ruhe
- Prophylaxe: weder Impfung noch medikamentös; Vermeidung von Mückenstichen