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Tatort „Kammerflimmern“: Wie sicher sind Herzimplan­tate?

Kommissarin telefoniert
Der Tatort „Kammerflimmern“ handelt von einem Hackerangriff auf Herzimplantate. Kann so etwas in der Realität vorkommen? | Bild: ARD Degeto Film/SRF / Sava Hlavacek

Der am 28. September 2025 bei der ARD ausgestrahlte Tatort „Kammerflimmern“ aus Zürich hat ein brisantes Szenario aufgegriffen: Mehrere Menschen sterben, weil ihre implantierten Defibrillatoren (ICD) manipuliert wurden. Ein Hackerangriff auf die Medizintechnik bringt die Ermittlerinnen Grandjean und Ott auf die Spur eines Erpressers, der mit einem digitalen Schlüssel Millionen erpressen will. 

Die Vorstellung, dass lebensrettende Geräte gezielt ausgeschaltet werden könnten, hat viele ARD-Zuschauer beunruhigt – besonders jene, die selbst ein solches Implantat tragen.

Implantierbare Defibrillatoren sind sicher 

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) reagierte mit einem Statement, um mögliche Ängste einzuordnen. Die Fachgesellschaft betont: „Implantierbare Defibrillatoren sind weltweit millionenfach eingesetzte, sichere und lebensrettende Medizinprodukte. Allein in Deutschland werden jährlich rund 20.000 dieser Systeme implantiert. Sie verhindern bei Patienten mit einem Risiko für plötzlichen Herztod durch Rhythmusstörungen zuverlässig lebensbedrohliche Situationen.“

Tatort-Szenario in der Realität sehr unwahrscheinlich 

Zwar sei Cybersicherheit im Gesundheitswesen ein ernstzunehmendes Thema, das auch kontinuierlich weiterentwickelt werde. Doch die im Tatort gezeigte Manipulation sei ein stark zugespitztes Szenario. 

„In der Realität ist das Risiko eines gezielten Hackerangriffs auf implantierbare Defibrillatoren sehr unwahrscheinlich“, stellt Prof. Dr. David Duncker vom Hannover Herzrhythmus Centrum klar. Die Geräte seien durch mehrere Sicherheitsmechanismen geschützt und erfordern für Eingriffe meist direkten physischen Zugang oder hochspezifische digitale Zugänge. Hersteller und Zulassungsbehörden arbeiteten zudem fortlaufend daran, Schutzmechanismen gegen Fremdzugriffe zu verbessern.  

Die DGK begrüßt, dass der Tatort das Bewusstsein für IT-Sicherheit im Gesundheitswesen schärft. Gleichzeitig stellt sie klar: Patienten können den Geräten weiterhin vertrauen. Die Nutzen-Risiko-Bilanz sei eindeutig – Defibrillatoren retten Leben und sind sicher.