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KI errechnet Herz-Kreislauf-Risiko aus Mammografiedaten

Computerbildschirm zeigt eine Mammografie-Aufnahme
Aufnahmen aus einer Mammografie können auch zur Bestimmung des Herz-Kreislauf-Risikos genutzt werden. | Bild: Valerii Apetroaiei / AdobeStock

Kalkablagerungen in den Brustarterien werden bei einer Mammografie ebenso sichtbar wie die Struktur der Brustdrüse, die das ursprüngliche Untersuchungsziel darstellt. Wie mehrere Studien gezeigt haben, liefern diese Verkalkungen Hinweise auf eine allgemeine Arteriosklerose und damit auf das Herz-Kreislauf-Risiko.  

US-Forschende um Hari Trivedi von der Emory University in Atlanta haben nun eine künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die die in der Mammografie sichtbaren Verkalkungen effektiv quantifizieren und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie einen Herzinfarkt präziser als bisher vorhersagen soll.  

Vorhersage von KHK: Agatston-Score für die Mammografie

Vorbild für die Mengenbestimmung der Verkalkungen war der Agatston-Score, mit dem in der kardialen Computertomografie die Kalkablagerungen in den Koronararterien bewertet werden. Das neue System ist sozusagen ein Agatston-Score für die Mammografie.  

Die Wissenschaftler wendeten ihr Vorhersagesystem rückwirkend auf zwei Mammografie-Studien mit insgesamt 123.762 Frauen an und stellten fest, dass die KI-basierte Analyse der Verkalkungen eine recht gute Vorhersage von schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz sowie des Todes erlaubt.

Frauengesundheit: Herzversorgung mit neuem KI-System verbessern

Das Ausmaß der Brustarterienverkalkung anhand der Mammografiedaten zu errechnen, ist ein Weg, Herzerkrankungen früher – oder überhaupt erst – zu erkennen. Aufgrund der neuen Diagnosemöglichkeiten fordert die nicht an der KI-Entwicklung beteiligte Wissenschaftlerin Lori Daniels von der Universität Kalifornien eine schnelle Einführung der Kalkuntersuchung.  

Ihrer Meinung nach könnte sich die Herzversorgung von Frauen dadurch stark verbessern, schließlich nähmen in den USA mehr als 70 Prozent der Frauen am Mammografie-Screening teil, aber weniger als 40 Prozent würden ihren Cholesterinwert kennen.

In Deutschland haben Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung – in Ausnahmefällen schon ab dem 45. Geburtstag. In vielen anderen Ländern ist die Vorsorge ähnlich geregelt. 

Ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung könnte also von der – laut Hari Trivedi relativ einfachen – Errechnung des Herz-Kreislauf-Risikos aus den digitalen Mammografiedaten profitieren. Quellen:
https://www.aerzteblatt.de/news/kunstliche-intelligenz-erkennt-herz-kreislauf-risiko-in-mammografien-7b8df247-d956-443a-b12a-ac478b195533
https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article/doi/10.1093/eurheartj/ehag128/8501420?login=false
https://www.gesundheitsinformation.de/mammographie-zur-brustkrebs-frueherkennung.html