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Was ist eigentlich die pAVK?

Älterer Mann sitzt auf einer öffentlichen Treppe und hält sich die schmerzende rechte Wade
Eine pAVK kann Schmerzen in den Beinen verursachen. | Bild: NVB Stocker / AdobeStock

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) gehört zu den chronischen Gefäßkrankheiten der Arterien. Sie entsteht durch Einengung oder Verschluss der die Extremitäten versorgenden Arterien und der hirnversorgenden Gefäße oder seltener der Hauptschlagader (Aorta).

Ursachen der pAVK

Die Hauptursache ist mit etwa 95 Prozent die Arteriosklerose, die umgangssprachlich oft „Arterienverkalkung“ genannt wird. Andere Ursachen wie Gefäßentzündungen oder die Quetschung von Gefäßen sind selten.

Verursacht und verschlimmert wird die pAVK vor allem durch ein Zusammenspiel der folgenden Risikofaktoren:

Die vier Stadien der pAVK

Eine pAVK verläuft normalerweise in vier Stadien:

Stadium I: Im Anfangsstadium reicht die Durchblutung noch aus. Die pAVK bleibt oft jahrelang asymptomatisch und wird meist zufällig diagnostiziert.  

Stadium II: Durch das Fehlen von Sauerstoff und Nährstoffen im Versorgungsgebiet der betroffenen Arterien entstehen Symptome wie Schmerz beim Laufen, Schwäche, kalte und blasse Haut. Dazu muss eine Arterie allerdings zu 90 Prozent verschlossen sein. Schon in diesem Stadium haben die Patienten eine deutlich reduzierte Lebenserwartung.

Stadium III: Es tritt nun zusätzlich Ruheschmerz auf, vor allem im Liegen.  

Stadium IV: Veränderungen oder Absterben von Gewebe (Geschwüre, Nekrosen etc.)

Weil in der Regel nicht nur die Arterien der Gliedmaßen, sondern auch die herz- und hirnversorgenden Schlagadern verengt sind, haben pAVK-Patienten ein dreifach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt und ein vierfach erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall.  

Die Fünf-Jahres-Mortalität, also die Sterblichkeit unter den Erkrankten innerhalb von fünf Jahren, liegt bei etwa 20 Prozent.

Gut zu wissen: Andere Namen für die pAVK

Zur Abgrenzung von akuten Verschlüssen der Arterien und anderen chronischen Erkrankungen wird die periphere arterielle Verschlusskrankheit auch „chronische arterielle Verschlusskrankheit der Extremitäten“ genannt.

Da Betroffene im Stadium II beim Gehen des Öfteren anhalten müssen, bis die Schmerzen abgeklungen sind – und dabei gelegentlich die Auslagen von Geschäften betrachten –, wird die pAVK oft auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet.

Häufigkeit der pAVK

Von der pAVK sind weltweit etwa 200 Millionen Menschen betroffen; die Gesamtprävalenz wird auf drei bis zehn Prozent in der Allgemeinbevölkerung geschätzt. Männer sind rund viermal so oft betroffen wie Frauen.

Mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit zu: Bei Personen über dem 70. Lebensjahr beträgt die Prävalenz sogar 15 bis 20 Prozent; allerdings wird sie nur in rund einem Drittel der Fälle symptomatisch.  

In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin sowie der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin rund 4,5 Millionen Menschen an einer pAVK.

Wie wird die pAVK behandelt?

Das Hauptziel der Therapie einer pAVK ist das Vermeiden von Herzinfarkten, Schlaganfällen und plötzlichem Herztod. Des Weiteren soll die Therapie Amputationen vermeiden, Beschwerden lindern und die Gehstrecke verbessern, um insgesamt eine möglichst hohe Lebensqualität und Bewegungsfreiheit zu gewährleisten.

Zu diesem Zweck sind verschiedene Therapiebausteine nötig, die nacheinander oder parallel zur Anwendung kommen:

  • Risikofaktoren ausschalten: Tabakverzicht, Stress vermeiden, Blutdruck und ggf. Diabetes bestmöglich einstellen
  • Gehtraining, um die Neubildung von Blutgefäßen zu fördern und Stress, Übergewicht und andere Risikofaktoren zu verringern
  • medikamentöse Therapie: Cholesterinsenker, Blutdrucksenker, Thrombozytenaggregationshemmer zur Vermeidung von Thrombosen, ggf. Antibiotika, nach Operationen ASS
  • operative Maßnahmen, zum Beispiel Gefäßaufdehnung, Bypass, Rekanalisierung oder Überbrückung von Arterien
  • Wundbehandlung bei abgestorbenem Gewebe
  • Amputation

Weil pAVK-Patienten schon ab Stadium II eine deutlich reduzierte Lebenserwartung haben und die Krankheit häufig zu Amputationen führt, sollten Menschen gelegentliche Beinschmerzen ernst nehmen – vor allem, wenn Risikofaktoren vorhanden sind. Quellen:
- https://flexikon.doccheck.com/de/Periphere_arterielle_Verschlusskrankheit?utm_source=www.doccheck.com&utm_medium=DC%2520Search&utm_campaign=DC%2520Search%2520content_type%253Aall&utm_content=DC%2520Search%2520PAVK
- https://de.wikipedia.org/wiki/Periphere_arterielle_Verschlusskrankheit
- https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/fruehe-pavk-symptome_deb2105f-e586-40ee-af7a-b60ebdddfc0e.html
 

Die pAVK in Kürze

  • Krankheitsbild: Durchblutungsstörungen der Arterien, meist in den Beinen
  • Ursache: in den meisten Fällen Arteriosklerose
  • Häufigkeit: drei bis zehn Prozent der Bevölkerung
  • Betroffene: meist Männer in der zweiten Lebenshälfte
  • Symptome: Schwäche und Schmerzen in den Beinen, kalte und blasse Haut, Gewebeveränderungen
  • Therapie: Tabakverzicht, Gehtraining, Medikamente, Operation, Wundbehandlung, Amputation