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Was ist eigentlich PANS?

Junge sitzt vor Scchulaufgaben und stützt den Kopf in beide Hände
PANS äußert sich neben Tic-Störungen durch Symptome wie Depression und Schlafstörungen. | Bild: nadezhda1906 / AdobeStock

Charakteristisch für das Pediatric Acute-onset Neuropsychiatric Syndrome (PANS) ist das plötzliche Auftreten starker Zwangs- oder Tic-Störungen in Verbindung mit Nahrungsverweigerung im Kindes- oder frühen Jugendalter.  

Gleichzeitig treten mindestens zwei weitere neuropsychiatrische Symptome wie Angst, Depression, Reizbarkeit, Entwicklungsrückschritte, kognitive Störungen, sensorische oder motorische Probleme, Schlafstörungen und vermehrter Harndrang oder auch Bettnässen auf.

Der Verlauf von PANS fluktuiert zwischen Schüben und nahezu symptomfreien Phasen. 

Was ist die Ursache von PANS?

Das Pediatric Acute-onset Neuropsychiatric Syndrome ist eine klinische Diagnose, deren genaue Ursachen noch nicht geklärt sind. In einigen Fällen scheint es sich um die Folgen einer Infektion mit Bakterien oder Viren, zum Beispiel Streptokokken, Mykoplasmen, Borrelien, SARS-CoV-2, oder anderen Erregern zu handeln.  

Die neuere Forschung vermutet außerdem Autoimmunreaktionen als Ursache: Als Antwort auf Infektionen oder andere Prozesse scheint das Immunsystem Entzündungen in den Basalganglien (Kerngebiet des Großhirns) auszulösen, die bei genetisch prädisponierten Menschen zu PANS führen.  

Wahrscheinlich ist auch ein Teil der Zwangs- und Tic-Störungen bei Erwachsenen die Folge eines in der Kindheit erworbenen PANS-Syndroms.

Gut zu wissen: PANS vs. PANDAS

Vor der Definition von PANS stand in den 1990er-Jahren die Entdeckung von PANDAS (Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcal Infections), das ausschließlich durch Streptokokken verursacht wird und heute als Unterkategorie von PANS gilt.  

PANS wurde als Kategorie festgelegt, weil immer mehr Forschungsergebnisse vermuten ließen, dass nicht ein bestimmter Erreger, sondern Immunreaktionen im Gehirn der wichtigste Faktor für diese Erkrankung sind.

Verlauf und Therapie von PANS

Das Pediatric Acute-onset Neuropsychiatric Syndrome verläuft von Patient zu Patient unterschiedlich. Günstigenfalls verschwinden die Symptome bis zur Pubertät fast vollständig.  

Es gibt aber auch chronische und fortschreitende Verläufe, die unter Umständen ein Leben lang anhalten. In diesem Fall bleiben nach wellenartigen Schüben meist Restsymptome übrig, die aber deutlich schwächer ausfallen als während des Schubes.  

Die Therapie erfolgt symptomatisch und oft experimentell. Sie umfasst hormonbasierte und neuropsychiatrische Medikationen, die gegebenenfalls durch eine Psychotherapie begleitet werden. Auch Antibiotika und Immuntherapien kommen zur Anwendung.

Gemeinhin wird eine frühzeitige und konsequente Behandlung empfohlen, um einen möglichen chronischen Verlauf zu verhindern. Quellen:
https://www.aerztezeitung.de/Medizin/PANS-koennte-Folge-von-systemischer-Entzuendung-sein-451994.html?searchtoken=MBryv8TA5Kc01t363YzzscyRh%2fs%3d&starthit=1
https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2821657
https://flexikon.doccheck.com/de/Pediatric_Acute-onset_Neuropsychiatric_Syndrome?utm_source=www.doccheck.com&utm_medium=DC%2520Search&utm_campaign=DC%2520Search%2520content_type%253Aall&utm_content=DC%2520Search%2520PANS
https://de.wikipedia.org/wiki/Pediatric_Acute-onset_Neuropsychiatric_Syndrome
 

PANS in Kürze

  • Krankheitstyp: neuropsychiatrische Erkrankung
  • Hauptsymptome: Zwangs- oder Tic-Störungen in Verbindung mit Nahrungsverweigerung und mindestens zwei weiteren Symptomen
  • Betroffene: Kinder; bei chronischem Verlauf auch Erwachsene
  • Ursachen: unklar; vermutet werden Infektionen und Autoimmunreaktionen
  • Therapie: Medikamente gegen die Symptome, ggf. unterstützende Psychotherapie
  • Heilungschancen: Symptome können bis zur Pubertät weitgehend verschwinden; bei chronischem Verlauf evtl. lebenslange Schübe mit bleibenden (schwachen) Restsymptomen