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Fingernägel: Welche Krankheiten zeigen sie an?

Nahaufnahme einer Hand mit dem Fokus auf ordentliche, nicht lackierte Fingernägel
Manchmal helfen Nagelschere und -feile nicht, um gepflegte Fingernägel beizubehalten. | Bild: Maria / AdobeStock

Gepflegte Fingernägel sind ein persönliches Statement. Manchmal helfen aber Nagelschere und -feile nicht mehr, weil sich die Nägel in ihrer Form, Farbe und Beschaffenheit stark verändern.

Der Grund könnte eine ernsthafte Erkrankung sein. Die folgenden Erscheinungen sollte man nicht ignorieren.

Verformungen der Fingernägel: Darauf deuten sie hin

Sogenannte Uhrglasnägel bilden hohe Wölbungen in Längs- und Querrichtung aus und spannen sich über vergrößerte Fingerkuppen. Eine solche Verformung entsteht oft bei chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen und seltener bei einer akuten Schädigung der Lunge, der chronischen Darmerkrankung Colitis ulcerosa und bei Magersucht.

Löffelnägel wölben sich in der Mitte nach innen und werden brüchig. Sie treten unter anderem bei einem Mangel an Eisen oder des Vitamins Niacin (Vitamin B3) sowie bei mangelnder Durchblutung von Fingern und Zehen (Raynaud-Syndrom) oder der Durchfallerkrankung Sprue (Zöliakie) auf.

Tüpfel- oder Grübchennägel mit einzelnen oder gruppierten stecknadelkopfgroßen Dellen können in Verbindung mit Ekzemen oder kreisrundem Haarausfall auftreten, kommen aber am häufigsten vor, wenn eine Psoriasis auf Hände und Füße übergreift.

Widderhornnägel sind, wie ihr Name andeutet, stark verdickt und verkrümmt. Sie entstehen durch Pilz- und andere Infektionen, Psoriasis, Verletzungen oder Durchblutungsstörungen.

Nagelablösungen gehen nicht nur auf Verletzungen zurück

Lösen sich ganze Fingernägel ab, können unterschiedliche Auslöser dafür verantwortlich sein. Die häufigsten Gründe sind:

  • Verletzungen
  • Infektionen des Nagelbetts
  • bestimmte Medikamente
  • Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Neurodermitis
  • Systemerkrankungen oder metabolische Störungen wie Morbus Crohn
  • Virusinfektionen
  • Schilddrüsenstörungen

Verfärbte Fingernägel: Auf die Farbe kommt es an

Weiße Flecken müssen nichts bedeuten, können aber bei großflächigem Auftreten auf Leber- oder Nierenerkrankungen hindeuten. Gelbliche Nägel kommen bei Pilzinfektionen, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen vor – und natürlich bei starken Rauchern. 

Grünliche Verfärbungen entstehen meist bei bakteriellen Infektionen, bläuliche bei Sauerstoffmangel oder Herz-Lungen-Krankheiten. Rötliche Einblutungen können mit Herzklappenerkrankungen zusammenhängen.

Hinter einer anhaltenden Dunkelfärbung, die nicht durch eine Quetschung entstanden ist, kann ein Melanom, also ein von den Pigmentzellen ausgehender Tumor, stecken. 

Brüchige Nägel häufig bei Psoriasis

Wenn die Nägel häufig brechen oder splittern, kann das einerseits an äußeren Einflüssen wie trockener Luft, häufigem Händewaschen oder dem Gebrauch von Reinigungsmitteln ohne Handschuhe liegen. 

Andererseits bedingen auch Nährstoffmangel, hormonelle Veränderungen, Stress oder bestimmte Erkrankungen eine Schwächung der Nägel. Oftmals spielt hier, wie auch bei den meisten anderen Nagelveränderungen, die Psoriasis eine Rolle.

Rillen in den Fingernägeln meist unbedenklich

Längsrillen sind unbedenklich, wenn sie aus einem verminderten Nagelwachstum im Alter oder durch Trockenheit entstehen. Sie kommen aber auch in Verbindung mit verschiedenen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis vor.

Querrillen treten oft nach schweren Infektionen, starkem Stress, einer Chemotherapie oder bei Mangelernährung auf.

Auffällige Nagelveränderungen, die lange Zeit anhalten und womöglich schmerzen, sollten beim Hautarzt abgeklärt werden. Im besten Fall lässt sich auf diese Weise eine Gesundheitsstörung frühzeitig erkennen, die andernfalls erst viel später diagnostiziert und behandelt worden wäre. Quellen:
- PM Debeka
- https://flexikon.doccheck.com
- https://doktor.top/nagelkrankheiten-tabelle-bilder-symptome-und-behandlungen/
 
 

Zur Erinnerung: Gut für die Nägel

Neben der aktiven Nagelpflege tragen auch eine nährstoffreiche Ernährung und der Schutz vor äußeren Einflüssen wie Chemikalien zur Nagelgesundheit bei.  

Feuchtigkeitscremes schützen gesunde Nägel vor Trockenheit, aber wenn sich einmal ein Nagel ablöst, sollte das Nagelbett trocken (und sauber) gehalten werden, um Infektionen aller Art zu vermeiden.  

Speziell gegen Nagelpilzinfektionen helfen Antimykotika wie Canesten® Nagelpilzkur und Loceryl® oder Ciclopoli® Nagellack.