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Was ist eigentlich eine Absence-Epilepsie?

Die Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der sich wiederholt ganze Verbände übererregbarer Nervenzellen synchron entladen („Gewitter im Kopf“).
Wenn sich dabei keine Krämpfe, Muskelzuckungen, Atemaussetzer oder Bewusstseinsverlust zeigen, sondern lediglich ein kurzes Wegtreten, so liegt eine Absence-Epilepsie (oder Absenzen-Epilepsie) vor.
Sie ist vergleichsweise ungefährlich, da keine Stürze oder Erstickung drohen, sollte aber dennoch frühzeitig behandelt werden, um langfristige kognitive Beeinträchtigungen zu vermeiden. Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen zu erkennen.
Wie äußert sich eine Absence-Epilepsie?
Die Absence-Epilepsie manifestiert sich typischerweise zwischen dem fünften und zehnten Lebensjahr und betrifft häufiger Mädchen als Jungen.
Es treten plötzlich circa fünf- bis zehnsekündige Bewusstseinsstörungen auf, während derer der Patient erstarrt und seine Tätigkeit spontan unterbricht, um sie nach dem Anfall übergangslos fortzusetzen. Oft fällt ihm die eigene Abwesenheit gar nicht auf und er erinnert sich nicht an das Ereignis.
Während der Absence reagiert der Patient nicht auf äußere Reize, wirkt desorientiert, macht einen ratlosen Eindruck und spricht nicht. Manchmal kommen Bewegungen von Mund und Zunge, Augenzwinkern und Fingernesteln hinzu. Unter Umständen erweitern sich die Pupillen und das Gesicht rötet sich.
Diese Erscheinungen sind meist so diskret, dass die Absence oft auch anderen Personen nicht auffällt und häufig mit Tagträumen verwechselt wird.
Da die Absencen mehrmals (bis zu 100-mal) am Tag auftreten, können sie bei Kindern das Lernen und die Konzentrationsfähigkeit in der Schule beeinträchtigen. Ansonsten zeigen die Betroffenen jedoch in der Regel eine unauffällige und altersgemäße Entwicklung.
Bei manchen Patienten kommt in der Pubertät eine Aufwachepilepsie mit Muskelkrämpfen und -zuckungen hinzu.
Wie wird eine Absence-Epilepsie diagnostiziert und behandelt?
Die Diagnose einer Absence-Epilepsie erfolgt im EEG. Bei unauffälligem Befund kann eine provozierte Hyperventilation einen Anfall auslösen und damit die Krankheit sichtbar machen. Wenn das EEG trotz dieses Provokationstests ohne Befund bleibt, aber weiterhin Anfälle auftreten, schafft eine MRT Klarheit.
Eine Erkrankung wird mit Antikonvulsiva wie Ethosuximid oder Valproinsäure behandelt, wobei Letztere bei Frauen im gebärfähigen Alter wegen möglicher Fehlbildungen des Kindes nur im Ausnahmefall angewendet werden sollte.
Die Dosis des Medikaments wird so lange gesteigert, bis der Patient anfallsfrei ist. Schlägt die Behandlung nicht an, sollte auf ein Medikament der zweiten Wahl wie das Antiepileptikum Lamotrigin umgestiegen werden, das erregende Impulse hemmt.
In der Regel wird das jeweilige Medikament für drei bis fünf Jahre eingenommen, bevor ein Absetzversuch eingeleitet wird. Zusätzlich können Änderungen des Lebensstils wie mehr Schlaf, der Verzicht auf Videospiele und Stressreduktion unterstützen.
Die Prognose für Absence-Epilepsie ist in der Regel gut: Bei vielen Kindern verschwinden die Anfälle mit der Pubertät vollständig. Eine konsequente Behandlung und regelmäßige Kontrollen sind aber wichtig, um einen möglichen Übergang in andere Epilepsieformen zu verhindern. Quellen:
https://flexikon.doccheck.com/de/Absenceepilepsie
https://www.medizin-lexikon.de/Absence/
https://de.wikipedia.org/wiki/Epilepsie
Die Absence-Epilepsie in Kürze
- Krankheitstyp: neurologische Erkrankung
- Symptome: meist fünf- bis zehnsekündige Bewusstseinsstörung mit Abwesenheit und eventuellen Gesichts- und Fingerbewegungen; manchmal Pupillenerweiterung und Gesichtsrötung
- Betroffene: meist Kinder ab dem fünften bis achten Lebensjahr; mehr Jungen als Mädchen
- Diagnose: durch EEG und gegebenenfalls MRT
- Therapie: Antikonvulsiva Ethosuximid und Valproinsäure oder wahlweise Antiepileptikum Lamotrigin
- Heilungschancen: gut; Anfälle verschwinden oft während der Pubertät