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PTAheute-Pinnwand KW 50/2025: Faire Rezepturvergütung & Chikungunya-Fieber

Täglich erreichen uns zahlreiche Meldungen rund um Pharmazie, Gesundheit und Apothekenmarkt. Hier finden Sie eine Übersicht über die News und Pressemeldungen der aktuellen Woche:
Notaufnahme: Signifikanter Anstieg der Patientenzugänge
Im Jahr 2024 wurden in deutschen Krankenhäusern etwa 13 Millionen ambulante Notfälle behandelt. Dies entspricht einem Anstieg von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt den höchsten Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2018 dar, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Im Jahr 2020 erreichte die Zahl der ambulanten Notfallbehandlungen mit insgesamt 9,4 Millionen den niedrigsten Wert und ist seitdem kontinuierlich angestiegen. Experten führen den Rückgang der Fallzahlen in den Notaufnahmen auf die Covid-19-Pandemie zurück.
Die Zahlen der Notfallbehandlungen unterscheiden sich erheblich zwischen den Bundesländern. Im Durchschnitt wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2024 täglich etwa 35.600 Patientinnen und Patienten in Notfallambulanzen versorgt. Insgesamt erhielten rund 17,5 Millionen Menschen im Jahr 2024 eine vollstationäre Behandlung, was einem Anstieg von zwei Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht.
Die meisten ambulant behandelten Notfälle verzeichneten die bevölkerungsreichsten Bundesländer: Nordrhein-Westfalen mit 3,4 Millionen Fällen, Bayern mit 1,9 Millionen und Baden-Württemberg mit 1,6 Millionen. Bezogen auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner kamen deutschlandweit durchschnittlich rund 156 Behandlungen in Notfallambulanzen, wie die Statistiker erklärten.
Innerhalb der Länder zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede: Besonders hoch war die Quote in den Stadtstaaten Hamburg (213 Fälle je 1.000 Einwohner) und Berlin (208 Fälle), während sie in Schleswig-Holstein (119 Fälle) und Hessen (123 Fälle) vergleichsweise niedrig ausfiel. Quelle: dpa
RKI berichtet über großen Ausbruch von Chikungunya-Fieber auf Kuba
Auf Kuba kommt es derzeit zu einem größeren Ausbruch des Chikungunya-Fiebers. Nach fünf Jahren ohne gemeldete Infektionen werden nun wieder hohe Fallzahlen registriert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem „Epidemiologischen Bulletin“ unter Berufung auf das kubanische Gesundheitsministerium und die Pan-Amerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) berichtet.
Auch in Deutschland zeigen sich Auswirkungen des Ausbruchs: Bis Anfang Dezember wurden dem RKI 171 importierte Chikungunya-Fälle gemeldet, davon 33 in Zusammenhang mit Reisen nach Kuba, vor allem im November und Dezember. In den Vorjahren wurden aus Kuba keine oder nur vereinzelt Fälle übermittelt.
Der aktuelle Ausbruch könnte durch die Folgen des Hurrikans Melissa Ende Oktober begünstigt worden sein. Trotz verstärkter Maßnahmen zur Bekämpfung der übertragenden Mücken bleibt das Infektionsrisiko erhöht.
Laut RKI besteht für Reisende seit Oktober ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion. Rückkehrende mit Symptomen wie Fieber, starken Gelenkschmerzen oder Hautausschlag sollten daher auch auf Chikungunya-Fieber untersucht werden.
In der EU sind zwei Impfstoffe gegen Chikungunya-Fieber zugelassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Juli 2025 eine Impfung für Personen ab zwölf Jahren, die in betroffene Gebiete reisen. Beim Impfstoff Vimkunya bestehen aktuell jedoch Lieferengpässe. Zusätzlich bietet konsequenter Mückenschutz den wichtigsten Schutz vor einer Infektion. Quelle: dpa
Rote-Hand-Brief: Lebensgefährliche Folgen bei falscher intrathekaler Anwendung von Tranexamsäure
Die Zulassungsinhaber intravenöser Tranexamsäure-Präparate haben in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM vor schwerwiegenden, teils tödlich verlaufenden Nebenwirkungen gewarnt, die durch eine versehentliche intrathekale oder epidurale Anwendung entstehen können. Meist kommt es dabei zu Verwechslungen mit injizierbaren Lokalanästhetika.
Fachpersonal wird dringend darauf hingewiesen, Tranexamsäure klar gekennzeichnet und getrennt von anderen Injektionslösungen aufzubewahren, insbesondere wenn intrathekal zu verabreichende Injektionsprodukte während desselben Behandlungsverfahrens angewendet werden.
Tranexamsäure-Spritzen sollten deutlich gekennzeichnet und getrennt von injizierbaren Lokalanästhetika gelagert werden, um Verwechslungen zu vermeiden. Verdachtsfälle sollen über die Arzneimittelkommission gemeldet werden. Quelle: AMK
EU-Staaten einigen sich auf Maßnahmen gegen Arzneimittelengpässe
Die Gesundheitsminister der 27 EU-Länder haben sich laut Informationen des Deutschen Ärzteblattes mehrheitlich auf Maßnahmen gegen den anhaltenden Mangel an Arzneimitteln wie Fiebersäften für Kinder, Asthmasprays und Diabetesmedikamenten geeinigt.
Bei einer Sitzung in Brüssel stimmten die Minister heute für Initiativen, die einen Teil der Arzneimittelproduktion wieder nach Europa holen und die gegenseitige Unterstützung zwischen den Mitgliedstaaten verbessern sollen.
Zukünftig soll bei der öffentlichen Beschaffung nicht mehr ausschließlich der niedrigste Preis ausschlaggebend sein. Stattdessen wollen die EU-Staaten auch auf langfristige Verfügbarkeit, verlässliche Lieferbedingungen und ausreichende Lagerbestände achten. Besteht eine starke Abhängigkeit von einzelnen Ländern, sollen Kriterien greifen, die die Produktion innerhalb der EU fördern.
„Wir müssen eine Abhängigkeit vermeiden von China, Indien und auch von den USA“, betonte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) am Rande der Sitzung. Deutschland unterstützte den Gesetzesentwurf, kritisierte aber Ausnahmeregelungen. Warken erklärte, dass nur dann, wenn alle Mitgliedstaaten bei ihren öffentlichen Ausschreibungen Arzneimittel bevorzugen, die in der EU hergestellt werden, der Anreiz für Hersteller groß genug sei, wieder in der EU zu investieren. Quelle: https://www.aerzteblatt.de/news/eu-lander-einigen-sich-auf-vorgehen-gegen-arzneimittelknappheit-c6a7cc15-8bdd-49e7-a0cf-45d59595da4e
US-Gremium lockert Impfempfehlung für Neugeborene
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der als Impfkritiker gilt, setzt seine Impfagenda weiter um. Ein Beratergremium der Gesundheitsbehörde CDC stimmte nach zweitägigen intensiven Beratungen dafür, die bisherige Regelung aufzuweichen, wonach Neugeborene direkt nach der Geburt gegen Hepatitis B geimpft werden.
Nach Angaben des Senders NBC empfahl das Gremium, dass Mütter, die negativ auf Hepatitis B getestet wurden, künftig in Absprache mit ihrem Arzt entscheiden können, ob ihr Kind die Geburtsdosis erhält. Vorgeschlagen wurde außerdem, die erste Impfung auf mindestens zwei Monate zu verschieben. Die Empfehlung muss noch vom CDC-Direktor offiziell bestätigt werden, was unter Kennedy als wahrscheinlich gilt.
Laut der dpa berichtete das Portal „The Hill“, dass es innerhalb des Ausschusses deutliche Meinungsverschiedenheiten gab. Eine Minderheit warnte vor möglichen negativen Folgen und verwies darauf, dass es nur wenige Daten gebe, die eine Änderung der Leitlinien stützen. Im Juni hatte Kennedy die bisherigen Mitglieder des Gremiums entlassen und überwiegend Impfskeptiker nachberufen.
Kürzlich äußerte Kennedy, er schließe einen Zusammenhang zwischen Autismus und Impfungen nicht aus. Er habe die CDC angewiesen, Leitlinien zu überarbeiten, unter anderem aufgrund fehlender großangelegter Studien zu Autismus im Zusammenhang mit Impfungen im ersten Lebensjahr, darunter der Hepatitis-B-Impfstoff sowie die Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten. Quelle: dpa
Hinweis zu Mycophenolsäure Hexal: Überempfindlichkeitsreaktionen möglich
Die Hexal AG informiert über eine Aktualisierung der Produktinformationen für Mycophenolsäure Hexal 180 mg und 360 mg magensaftresistente Tabletten. Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Anaphylaxie, wurden als weitere mögliche Nebenwirkungen identifiziert.
Diese können lebensbedrohlich verlaufen und erfordern sofortige medizinische Behandlung. Da die Umsetzung in Fach- und Gebrauchsinformationen verzögert ist, erfolgt die Information vorab.
Patienten sind zu Beginn der Therapie und nach Dosisänderungen sorgfältig zu überwachen und über mögliche schwere allergische Reaktionen wie Juckreiz, Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder Schwellungen zu informieren.
Bei Verdacht auf Überempfindlichkeitsreaktionen oder Anaphylaxie ist Mycophenolsäure sofort abzusetzen und eine leitliniengerechte Notfallbehandlung einzuleiten.
Die Arzneimittelkommission bittet Apotheker, Institutionen und Patienten zu informieren und Risiken von mycophenolhaltigen Arzneimitteln der AMK zu melden. Quelle: AMK
Apotheken vor Gericht: Einsatz für faire Rezepturvergütung
Laut Informationen der ABDA setzt sich der Deutsche Apothekerverband (DAV) derzeit vor Gericht dafür ein, dass Krankenkassen Apotheken für das Anfertigen von Rezepturen fair und ohne Rechnungskürzungen bezahlen.
Nach einem richtungsweisenden Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel intensivieren der DAV und seine Landesapothekerverbände ihre juristischen Bemühungen, die ordnungsgemäße Abrechnung von Rezepturen gemäß der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) gegenüber den Krankenkassen durchzusetzen. Ziel sei es, klären zu lassen, wie ähnliche Abrechnungsfälle zu bewerten sind, bei denen Krankenkassen Retaxationen geltend machen.
Er betonte, dass Rezepturen ein unersetzbarer Bestandteil der Arzneimittelversorgung seien. Er erklärte, dass die Herstellung individueller Arzneimittel in den Apotheken einen hohen Personal- und Sachaufwand erfordere und die Krankenkassen diese Leistungen daher voll bezahlen müssten.
DAV-Vorstandsmitglied Thomas Dittrich kündigte an, dass die Apotheken in ähnlichen Fällen erneut die Sozialgerichte um Klärung ersuchen würden. Er kritisierte außerdem, dass die geplanten Änderungen im Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) die Apotheken belasten würden, und betonte, dass der DAV jederzeit bereit sei, mit den Krankenkassen über kostendeckende Abrechnungspreise zu verhandeln. Quelle: ABDA