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Was ist eigentlich PANDAS?

junges Schulmädchen mit roter Brille richtet Buntstifte exakt gleich aus
Kinder mit PANDAS-Syndrom haben ausgeprägte Tics. | Bild: triocean / AdobeStock

PANDAS steht für Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorder Associated with Streptococcal Infection und wird im Deutschen auch „pädiatrische autoimmune neuropsychiatrische Störungen im Zusammenhang mit Streptokokkeninfektionen“ oder „Autoimmunerkrankung mit assoziierter Streptokokkeninfektion im Kindesalter“ genannt.  

Das Syndrom ist gekennzeichnet durch das plötzliche Auftreten von Zwangsstörungen, Tics und anderen neuropsychiatrischen Symptomen bei Kindern nach einer Streptokokkeninfektion (zum Beispiel Scharlach oder „Angina“).

Für eine erfolgreiche Behandlung ist unter anderem die Früherkennung entscheidend, weshalb Eltern die Symptome kennen sollten. Hier alles Wichtige im Überblick.  

Gut zu wissen: PANDAS vs. PANS

Bei PANDAS handelt es sich um eine Form des Pediatric Acute-onset Neuropsychiatric Syndrome (PANS).

Vor der Definition von PANS stand in den 1990er-Jahren die Entdeckung von PANDAS, welches nun als durch Streptokokken verursachte Unterkategorie von PANS gilt.

Ursachen und Symptome von PANDAS

Der Entstehungsprozess von PANDAS konnte bisher nicht abschließend geklärt werden. Wie der Name des Syndroms andeutet, wird jedoch eine Bildung von Antikörpern im Rahmen einer Streptokokkeninfektion vermutet.

Die Autoimmunreaktion richtet sich fälschlicherweise gegen verschiedene Strukturen im Gehirn, allen voran die für Motorik und Kognition wichtigen Basalganglien im Großhirn.

Zu den typischen Merkmalen von PANDAS gehören plötzlich auftretende Zwangsstörungen, (oftmals schwere) Tics und andere Verhaltensänderungen, oft begleitet von körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen oder Appetitveränderungen und emotionalen Störungen wie Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen.

Die akuten Symptome bleiben mehrere Wochen, teils auch mehrere Monate oder länger. Schwere und individuelle Kombination der Krankheitserscheinungen können von Kind zu Kind sehr unterschiedlich ausfallen.

Therapie und Prognose von PANDAS

Die Behandlung erfolgt symptomatisch und umfasst typischerweise eine Kombination aus medikamentösen und therapeutischen Ansätzen wie den folgenden:

  • Antibiotika gegen die zugrunde liegende Streptokokkeninfektion  
  • selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) zur Behandlung der Zwangsstörungen  
  • antipsychotische Medikamente zur Kontrolle schwerer Tics
  • Corticosteroide gegen Entzündungen im Gehirn
  • kognitive Verhaltenstherapie zur Bewältigung von Zwangsstörungen  
  • unterstützend eventuell alternative Therapien wie Achtsamkeitsübungen oder Akupunktur  
  • gegebenenfalls Lebensstiländerungen in Bezug auf Ernährung, Bewegung und Schlaf zur Verbesserung der allgemeinen psychischen Gesundheit

Die Prognose für Kinder mit PANDAS ist sehr unterschiedlich. Viele Betroffene erleben mit der richtigen Behandlung innerhalb weniger Wochen eine deutliche Besserung, während bei anderen die Symptome über lange Zeiträume anhalten und eine dauerhafte Behandlung erfordern.

Zu den Faktoren, die die Prognose beeinflussen, gehören Früherkennung und Therapietreue (Adhärenz). Quellen:
https://flexikon.doccheck.com/de/PANDAS
https://www.apollohospitals.com/de/diseases-and-conditions/pandas-syndrome
https://de.wikipedia.org/wiki/Pediatric_Acute-onset_Neuropsychiatric_Syndrome#
 

PANDAS auf einen Blick:

Krankheitstyp: neuropsychiatrisches Syndrom

Ursache: (wahrscheinlich) Autoimmunreaktion nach Streptokokkeninfektion

Symptome: vor allem Tics und Zwangsstörungen, daneben unter anderem Stimmungsschwankungen, Verhaltensänderungen und Schlafstörungen

Therapie: vor allem Medikamente und kognitive Verhaltenstherapie, eventuell Lebensstiländerungen und alternative Therapien

Prognose: vor allem bei früher Diagnose deutliche Besserung der Symptome möglich