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Cadmium in Lebensmitteln: Gefährlich oder unbedenklich?

firsche Kartoffeln auf einem Feld, ein Teil liegt in einer Holzkiste und der andere Teile davor in der Erde
Einige Lebensmittel, wie Kartoffeln, Nudeln, Spinat und Weißbrot, sind stark mit dem Schwermetall Cadmium belastet. | Bild: natara / AdobeStock

Cadmium kommt als natürliches Element in der Erdkruste in vergleichsweise geringen Mengen vor. Meist tritt es als Mineral zusammen mit anderen Elementen wie Blei, Zink und Kupfer auf.

In die Umwelt gelangt die Substanz entweder durch natürliche Prozesse wie Vulkanausbrüche und Verwitterung oder durch menschliche Aktivitäten wie die Verhüttung anderer Metalle, die Nutzung fossiler Brennstoffe, die Abfallverbrennung oder das Ausbringen von Phosphatdüngern und Klärschlamm.

Außerdem wird Cadmium gezielt für Batterien, Pigmente, Beschichtungen, Stabilisatoren für Kunststoffe, Nichteisenlegierungen und Photovoltaikeinrichtungen verwendet.

Wie gelangt Cadmium in die Nahrungskette?

Cadmiumverbindungen bleiben in der Luft stabil, können über weite Strecken transportiert werden und gelangen schließlich in Böden und Gewässer und von dort über Nutzpflanzen in die Lebens- und Futtermittelkette.

Als Folge davon sind sowohl pflanzliche Lebensmittel als auch tierische Produkte, vor allem Innereien wie Leber und Niere, aber auch Muscheln, Krebstiere und deren Fressfeinde, die auf dem menschlichen Speiseplan stehen, mit Cadmium kontaminiert.

Die Allgemeinbevölkerung nimmt Cadmium zwar hauptsächlich oral über Lebensmittel auf, doch gerade bei Kindern im Krabbelalter gelangt es auch oral über Hausstaub oder den Boden in den Körper (Hand-zu-Mund-Verhalten).

Raucher und Passivraucher nehmen das Element zudem beim Einatmen von Zigaretten-, Zigarren- oder Pfeifenrauch auf. Auch manche Berufszweige wie beispielsweise der Metallbau können eine erhöhte Inhalation von Cadmium mit sich bringen.

Wie wirkt Cadmium auf den Körper?

Über den Magen-Darm-Trakt gelangt ein relativ geringer Anteil von einem bis zehn Prozent des oral aufgenommenen Cadmiums vor allem in Leber und Niere, wo das Element durch seine sehr lange biologische Halbwertszeit von zehn bis 30 Jahren extrem langsam abgebaut wird.  

Cadmium kann bei langfristiger Aufnahme vor allem die Funktion der Nieren beeinträchtigen und die Knochen demineralisieren.

Ein Mangel an bestimmten lebensnotwendigen Elementen, allen voran Eisen, begünstigt unter Umständen die Aufnahme von Cadmium im Körper, weshalb eine ausreichende Eisenversorgung besonders wichtig ist.

Welche Lebensmittel sind stark mit Cadmium belastet?

Die MEAL-Studie („Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln“) des Bundesamts für Risikobewertung identifizierte unter anderem in Steinpilzen, Kakaopulver, Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Algen, Innereien, Tintenfisch und Muscheln die höchsten Gehalte an Cadmium.

Auch Lebensmittel mit einem geringen Gehalt, aber üblicherweise großen Verzehrmengen liefern viel Cadmium.  

Im Durchschnitt leisten Getreideprodukte wie Weiß-, Grau- oder Vollkornbrot, Brötchen oder Nudeln in allen Altersgruppen mit 40 bis 50 Prozent den höchsten Beitrag. Die hierzulande ebenfalls in großen Mengen verzehrten Kartoffeln und Kartoffelprodukte liegen mit 13 bis 15 Prozent auf Platz zwei.  

Kinder nehmen durch Spinat beziehungsweise Rahmspinat am meisten Cadmium auf: Spinat gehört laut MEAL-Studie zu den zehn Lebensmitteln mit den höchsten Cadmiumgehalten.

Wie viel Cadmium ist unbedenklich?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) leitete eine tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (Tolerable Weekly Intake, TWI) für Cadmium von 2,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht ab.

Zur Erinnerung: Was bedeutet Tolerable Weekly Intake (TWI)?

Der TWI ist ein gesundheitsbasierter Richtwert und stellt die Menge einer Substanz dar, die pro Woche bei lebenslanger Aufnahme keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen erwarten lässt.

Für den Großteil der Bevölkerung liegt die Aufnahme von Cadmium über die Nahrung in Deutschland unterhalb des gesundheitsbasierten Richtwerts.  

Bei bestimmten Bevölkerungsgruppen kann die Aufnahme von Cadmium jedoch höher sein. So überschreitet die Exposition bei Kindern bestimmter Altersgruppen, abhängig von den verzehrten Lebensmitteln, den TWI.

Für die Jüngsten gab das Bundesinstitut für Risikobewertung allerdings im Jahr 2015 Entwarnung: Bei den geprüften Produkten der Kategorien „Milchnahrung in Pulverform“, „Milchnahrung verzehrfertig“, „Getreidebeikost in Pulverform“ und „Getreidebeikost verzehrfertig“ seien keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Cadmium zu erwarten.  

Dies gelte für Kinder der Altersgruppe 0,5 bis unter 3 Jahren sowohl bei durchschnittlichem als auch bei hohem Verzehr.

Wie lässt sich die eigene Aufnahme von Cadmium reduzieren?

Verbraucher haben wenig Möglichkeiten, ihre Aufnahme an Cadmium eigenverantwortlich zu verringern. Die folgenden Tipps können jedoch einen Beitrag leisten:

  • Innereien von wildlebenden Tieren nur gelegentlich (mit zwei bis drei Wochen Abstand) verzehren.
  • Wildpilze nur gelegentlich oder bei regelmäßigem Verzehr in geringen Mengen (200 bis 250 Gramm pro Woche) verzehren.
  • Abwechslungsreich ernähren, um die Cadmiumexposition zu begrenzen und gleichzeitig die Cadmiumaufnahme über den Magen-Darm-Trakt zu erschweren.

Da Cadmium durch natürliche Prozesse und auch durch menschliche Aktivitäten freigesetzt wird und in die Nahrungskette gelangt, lässt sich sein Vorkommen in Lebensmitteln nicht vollständig vermeiden.

Gesetzliche Regelungen wie etwa die Verordnung (EU) 2023/915 der Europäischen Kommission über Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln sollen jedoch die Gehalte minimieren. Quelle:
- https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/cadmium-in-lebensmitteln-was-ist-ueber-die-aufnahme-und-gesundheitliche-risiken-bekannt/