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E-Zigaretten zur Ta­bak­entwöhnung: Höheres Ri­si­ko als Rauch­stopp

E-Zigaretten rauchende Person
Ein von Kardiologen veröffentlichtes Positionspapier weist auf die Gefahren von Nikotin in jeglicher Form hin. | Bild: Михаил Решетников / AdobeStock

Eine südkoreanische Forschungsgruppe um Yeon Wook Kim von der Seoul National University hat die allgemein anerkannte Annahme, E-Zigaretten seien deutlich gefährlicher als ein absoluter Rauchstopp, anhand einer breiten Datenbasis überprüft.

Ihre Prämisse: E-Zigaretten haben als weniger schädliche Alternative zu Tabakzigaretten an Beliebtheit gewonnen, doch ihr Zusammenhang mit dem Lungenkrebsrisiko nach der Rauchentwöhnung ist nach wie vor unklar.

Die Wissenschaftler nutzten Krankenversicherungsdaten von 4.524.895 Erwachsenen mit einer Vorgeschichte des herkömmlichen Rauchens und verfolgten ihre Rauch- und Gesundheitsentwicklung in den Jahren 2018 bis 2023. 

Ziel der Studie war ein Vergleich der in diesen Jahren aufgetretenen Lungenkrebsfällen und Lungenkrebstoden zwischen Personen, die komplett mit dem Rauchen aufgehört hatten und solchen, die auf E-Zigaretten umgestiegen waren.

E-Zigaretten senken Lungenkrebsrisiko weniger als Rauchstopp

Die Beobachtung der Probanden über insgesamt 24.182.543 Personenjahre hinweg lieferte die folgenden Ergebnisse in Bezug auf Lungenkrebsfälle und Lungenkrebstode:

Neue Lungenkrebserkrankungen nach der Tabakentwöhnung waren in der Gruppe der E-Zigaretten-Raucher um 56 % häufiger als in der Gruppe der Personen, die vollständig mit dem Rauchen aufgehört hatten.

Die Zahl der lungenkrebsbedingten Todesfälle war unter den E-Zigaretten-Rauchern sogar exakt doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe.

In einer von den Forschenden definierten Hochrisikountergruppe von starken Rauchern fiel der Unterschied bei den Neuerkrankungen noch deutlicher aus: Hier war das Risiko für E-Zigaretten-Raucher, einen Lungenkrebs zu entwickeln, um 91 % erhöht.

Die Todesfälle von E-Zigaretten-Konsumenten waren in der Hochrisikountergruppe um 92 % häufiger als in der Kontrollgruppe, das Risiko also ähnlich stark erhöht wie in der Gesamtheit der Studienteilnehmenden, wo es 100 % waren.

Rauchstopp und E-Zigaretten: Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Konsum von E-Zigaretten nach der Tabakentwöhnung die Vorteile für die Lungenkrebsprävention gegenüber einem kompletten Rauchstopp deutlich abschwächt.

Jedoch hat die Studie nicht untersucht, wie stark der Umstieg auf E-Zigaretten das Lungenkrebsrisiko im Vergleich zu weiterhin tabakrauchenden Personen senkt.

Die im Januar 2021 veröffentlichte Leitlinie „Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung“ empfiehlt jedenfalls aufgrund der mangelnden Langzeitdaten die E-Zigarette nicht zum Rauchausstieg.  

Obwohl die Gefahren der E-Zigarette geringer seien und sich durch einen Umstieg Atemwegsprobleme tendenziell besserten, sollten eher Nikotinersatztherapie und Verhaltenstherapie empfohlen werden.

Sei das nicht erfolgreich, könnten bei Entzugssymptomen Medikamente wie Bupropion oder Vareniclin empfohlen werden. Zu diesen Methoden lägen gesicherte Erkenntnisse vor, die eine Empfehlung rechtfertigten.

Ein von Kardiologen im Dezember 2025 veröffentlichtes Positionspapier weist zudem auf die Gefahren von Nikotin in jeglicher Form, auch in E-Zigaretten, für die Herz-Kreislauf-Gesundheit und in Bezug auf das Suchtverhalten hin. Quelle:
- Studie: https://www.nature.com/articles/s41591-026-04469-5