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Datenbank „Pflanzliche Arzneimittel“ – hilf­reich für Apo­the­ken

Frau mit Pipettenflasche in Hand recherchiert mit Handschuhen am Laptop
Die Datenbank-Website führt zu einer großen Sammlung von Monographien über die wichtigsten Arznei­pflanzen. | Bild: glebcallfives / AdobeStock

Die Kooperation Phytopharmaka betreibt unter der Webadresse www.pflanzliche-arzneimittel.info eine Datenbank, die in Deutschland verkehrsfähige, also hierzulande zugelassene beziehungsweise registrierte pflanzliche Arzneimittel enthält.  

Dabei werden sowohl apothekenpflichtige als auch frei verkäufliche pflanzliche Arzneimittel berücksichtigt. 

Datenbank: Suche nach pflanzlichen Arzneimitteln

Screenshot Datenbank pflanzliche Arzneimittel
Suchfunktion der Arzneimitteldatenbank | Screenshot: www.pflanzliche-arzneimittel.info/

Klicken PTA oder auch private Anwender in der übersichtlichen Menüleiste auf „Alle Produkte“, so erhalten sie eine alphabetische Liste von Arzneimitteln.

Unter A sind momentan neun Arzneimittel von „Aescuven 12,5 mg, überzogene Tablette“ gegen Venenerkrankungen bis „Arhama-Terno“ gegen Erschöpfung und Appetitlosigkeit gelistet, B umfasst 20 Mittel von „Baldrianwurzel (Bombastus)“ gegen Unruhezustände bis „Bronchial-Tee Kräutertee Nr. 8, Tee im Filterbeutel“ zur Schleimlösung.  

Kurzbeschreibungen und die zugrunde liegenden Arzneipflanzen sind dank der übersichtlichen Tabellenform auf einen Blick zu erfassen, und ein Klick auf das Arzneimittel führt zu ausführlichen Informationen vom Anwendungsgebiet über die Wirkstoffzusammensetzung bis hin zum Mindestalter bei einer etwaigen Zulassung für Kinder.

Die Packungsbeilage ist bei jedem Arzneimittel hinterlegt.

Arzneimitteldatenbank: Hersteller können ihre Produkte selbst eingeben

Die Datenbank wird ständig erweitert, was unter anderem durch die Hersteller selbst erfolgt: Sie können direkt auf der Internetseite ein Webformular ausfüllen, wobei sie sich im Wortlaut an die Packungsbeilage halten sollen.

Die Kooperation Phytopharmaka prüft die Inhalte vor der Veröffentlichung in der Datenbank.

Nicht berücksichtigt werden folgende Produktkategorien:

Arzneipflanzenlexikon ergänzt Medikamentenliste

Screenshot-Monographien Datenbank pflanzliche Arzneimittel
Große Sammlung von Monographien | Screenshot: www.pflanzliche-arzneimittel.info/

Das Hauptmenü der Datenbank-Website führt über den Punkt „Arzneipflanzenlexikon“ zu einer großen Sammlung von Monographien über die „wichtigsten Arznei­pflanzen, die in der westlichen Welt in pflanzlichen Arznei­mitteln (Phytopharmaka) als Wirkstoffe enthalten sind oder volks­tümlich genutzt werden“.

Das Lexikon wird, wie auch die Arzneimittelliste, regelmäßig erweitert. Zudem werden die einzelnen Einträge aktualisiert. Es enthält zurzeit rund 200 Pflanzen.

Die Monographien beschreiben die Pflanzen optisch und botanisch, benennen die als Drogen ver­wendeten Pflanzen­teile, listen die Inhaltsstoffe auf und nennen Anwendungs­gebiete, Dosierung, Neben- und Wechsel­wirkungen sowie Warnhinweise für die einzelnen Drogen. 

Hier können PTA zu Erkrankungen und Symptomen die passenden Arzneipflanzen suchen.

Betreiber der Arzneimitteldatenbank: Die Kooperation Phythopharmaka

Die Kooperation Phytopharmaka GbR beschreibt sich als „wissenschaftliche Gesellschaft, die sich für eine Stärkung des Stellenwerts pflanzlicher Arzneimittel in unserem Gesundheitssystem einsetzt“.

Im Fokus stehen laut eigenen Angaben die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit pflanzlicher Arzneimittel und damit das Nutzen-Risiko-Profil für den Patienten.

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts wurde 1982 in Köln gegründet und betreibt heute eine Geschäftsstelle in Bonn. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von Mitgliedsfirmen folgender vier Organisationen:

  • Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH)
  • Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI)
  • Verband der Reformwarenhersteller e.V. (VRH)
  • Gesellschaft für Phytotherapie e.V. (GPT)

Die Kooperation Phytopharmaka unterstützt mit ihren fachlich-wissenschaftlichen Ausarbeitungen ihre Mitgliedsfirmen beim Nachweis von Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit ihrer pflanzlichen Arzneimittel in den Bereichen „well-established medicinal use“ und „traditional use“. 

Hierzu sichtet sie die wissenschaftliche Literatur, bewertet sie nach neuestem Erkenntnisstand und stellt Ausarbeitungen zusammen. Quellen:
- https://pflanzliche-arzneimittel.info
- https://arzneipflanzenlexikon.info/
 

Gut zu wissen: „well-established medicinal use“ & „traditional use“

Die Begriffe „well-established medicinal use“ (wissenschaftlich begründete Anwendung) und „traditional use“ (traditionelle Anwendung) bezeichnen zwei rechtliche Kategorien der EMA (European Medicines Agency) für pflanzliche Arzneimittel.

Beim „well-established medicinal use“ liegen wissenschaftliche Nachweise für eine anerkannte Wirksamkeit und ausreichende Sicherheit vor. Der „traditional use“ stützt sich dagegen auf eine langjährige Anwendung, aus der sich die Wirksamkeit plausibel ableiten lässt. /am Quelle: https://www.gmp-navigator.com/gmp-news/pflanzliche-arzneimittel-was-ist-well-established-use