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Was ist eigentlich das Hungry-Bone-Syndrom?

ältere Frau sitzt auf der Couch und fasst sich an den Oberarm und verzieht dabei das Gesicht vor Schmerzen
Knochenschmerzen und Muskelkrämpfe können Anzeichen des Hungry-Bone-Syndroms sein. | Bild: Liubomir / AdobeStock

Das Hungry-Bone-Syndrom ist eine Erkrankung, die vor allem nach der chirurgischen Entfernung der Nebenschilddrüsen auftritt.  

In den meisten Fällen dient die Entfernung einiger oder aller vier Nebenschilddrüsen dazu, eine Überproduktion des Parathormons zu behandeln, die zu einem stark erhöhten Calciumspiegel im Blut und daraus folgenden Krankheitserscheinungen führt.  

Die Parathormonwerte sinken nach der Operation auf Normalwerte, aber das Blut kann den durch die einstige Überproduktion entstandenen „Hunger“ der Knochen nach Calcium nicht mehr stillen. Es kommt zu einem Calciummangel im Blut, der schwerwiegende gesundheitliche Probleme auslösen kann.

Menschen mit dem Hungry-Bone-Syndrom leiden häufig auch an Magnesium- und Phosphatmangel. Alle Mängel lassen sich jedoch in der Regel durch eine zeitlich begrenzte Medikamentengabe beheben.

Risikofaktoren und Symptome des Hungry-Bone-Syndroms

Für das Auftreten eines Hungry-Bone-Syndroms nach einer Entfernung der Nebenschilddrüsen gibt es verschiedene Risikofaktoren. Die häufigsten sind:

  • Alter: Bei Senioren besteht aufgrund des altersbedingten Verlusts der Knochendichte ein höheres Risiko.
  • Geschlecht: Frauen, vor allem nach der Menopause, haben häufiger Probleme mit der Knochendichte.
  • Geografie: In Gebieten mit eingeschränkter Sonneneinstrahlung kann es zu Vitamin-D-Mangel kommen, was wiederum das Risiko von Knochenproblemen erhöht.

Das Hungry-Bone-Syndrom entwickelt sich typischerweise innerhalb von rund einem Tag nach der Operation. Die möglichen Symptome ähneln denen eines anderweitig verursachten Calciummangels:

  • Muskelkrämpfe oder Muskelschwäche
  • Knochenschmerzen
  • Ermüdung
  • Verwirrung oder Gedächtnisprobleme
  • Reizbarkeit oder Unruhe
  • Depression
  • Taubheit oder Kribbeln im Mundbereich und den Extremitäten
  • Muskelkrämpfe im Hals, die das Atmen erschweren
  • schwache und spröde Nägel
  • höhere Anfälligkeit für Knochenbrüche
  • in schweren Fällen Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen oder Bewusstlosigkeit

Therapie des Hungry-Bone-Syndroms

Die Behandlung des Hungry-Bone-Syndroms zielt darauf ab, die durch die veränderten Hormonwerte entstandenen Mängel auszugleichen und die Werte wieder zu normalisieren. Dabei können verschiedene Maßnahmen zum Einsatz kommen:

  • Calcium-Supplementation: Hohe Dosen Calcium werden zunächst intravenös und später in Form von oralen Nahrungsergänzungsmitteln verabreicht.
  • Vitamin D: Aktive Formen von Vitamin D wie Calcitriol verbessern die Calciumaufnahme.
  • Magnesium- und Phosphat-Supplementation: Die Gabe von Magnesium und Phosphat erfolgt erst später, da sie die Calciumregulierung behindern oder verlangsamen können. Oft gleichen sich die Magnesium- und Phosphat-Werte nach Wiederherstellung des Calciumspiegels von selbst aus.
  • Alternative Therapien: Akupunktur, Physiotherapie oder andere Behandlungen können die Symptome lindern, bis die Mangelerscheinungen austherapiert sind.

In einigen Fällen hält der Bedarf an Calcium- und Vitamin-D-Ersatz bis zu einem Jahr nach der Operation an. In dieser Zeit – und danach – können Lebensstiländerungen hin zu einer Calcium- und vitaminreichen Ernährung und zu sportlichen Übungen für mehr Knochengesundheit die Therapie unterstützen.

Prognose des Hungry-Bone-Syndroms

Die Prognose für Patienten mit Hungry-Bone-Syndrom ist bei frühzeitiger Diagnose und entsprechender Behandlung im Allgemeinen günstig.  

Die meisten Patienten sprechen gut auf Calcium- und Vitamin-D-Präparate an, und die Symptome bessern sich typischerweise innerhalb von Wochen bis Monaten. Quellen:
- https://www.apollohospitals.com/de/diseases-and-conditions/hungry-bone-syndrome
- https://www.ybyin.com/de/wiki/what-is-hungry-bone-syndrome.html#google_vignette
- https://flexikon.doccheck.com/de/Hungry_Bone_Syndrome
- https://swiphealth.com/hungry-bone-syndrom-was-es-ist-symptome-und-behandlung/
- https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/nebenschilddruese/
 

Das Hungry-Bone-Syndrom in Kürze

  • Ursache: Calciummangel im Blut nach Nebenschilddrüsen-Entfernung
  • Symptome: unter anderem Muskelkrämpfe, Knochenschmerzen, Ermüdung, Verwirrtheit, Taubheit und Kribbeln
  • Risikofaktoren: höheres Alter, weibliches Geschlecht, sonnenarmer Wohnort
  • Therapie: Supplementation von Calcium sowie gegebenenfalls Phosphat und Magnesium; eventuell Akupunktur oder Physiotherapie
  • Prognose: meist vollständige Heilung nach Wochen oder Monaten