Haemophilus-influenzae-Impfung

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Haemophilus influenzae Typ b – kurz „Hib“ – ist vielen Menschen heutzutage gar kein Begriff mehr. Dies ist positiv zu werten, denn es spricht für den Erfolg der Hib-Impfung. Sie wurde in Deutschland im Jahr 1990 als Standardimpfung für Säuglinge eingeführt. Seither kommen bei uns nur noch wenige der teilweise schweren Hib-Krankheitsfälle vor.  

Gefährlicher invasiver Krankheitsverlauf

Auch wenn es der Name vermuten lassen könnte – mit Influenza-Viren steht die Haemophilus-influenzae-Erkrankung nicht in Zusammenhang. Vielmehr ist der Erreger dieser Infektionskrankheit das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b. Es wird vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen und kann nach einer Inkubationszeit von zwei bis fünf Tagen zum Krankheitsausbruch führen. Der Hib-Erreger verursacht fieberhafte Infektionen des Nasen-Rachenraums mit Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- und Lungenentzündung. Gefürchtet sind invasive Krankheitsverläufe, bei denen das Hib-Bakterium in den Körper eindringt und schwerwiegende Hirnhautentzündungen mit bleibenden Behinderungen hervorrufen kann. Selbst bei rechtzeitiger antibiotischer Behandlung beträgt die Todesrate noch mehr als fünf Prozent. Auch eine mit Erstickungsgefahr verbundene Kehlkopfdeckelentzündung kann bei einer Hib-Infektion auftreten.

Impfung so früh wie möglich

Am meisten Hib-infektionsgefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder. Sie sollten daher so früh wie möglich geimpft werden. Gemäß STIKO-Impfempfehlung beginnt die Hib-Impfserie zur Grundimmunisierung im Alter von zwei Monaten, in der Regel mit Kombinationsimpfstoffen. Ab einem Alter von fünf Jahren ist eine Hib-Impfung nur noch in Ausnahmefällen erforderlich. Diese betreffen insbesondere Personen mit fehlender oder nicht funktionierender Milz, da bei ihnen ebenfalls ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht.  

Üblicherweise Kombinationsimpfung

Bei der Impfung gegen Haemophilus influenzae b handelt es sich um eine aktive Immunisierung gegen ein Oberflächenantigen – ein Polysaccharid – des Hib-Bakteriums. Die Impfung ist meist gut verträglich. An Nebenwirkungen können vor allem Reizbarkeit, Erbrechen und Fieber auftreten. Neben einer Monovakzine (Act-Hib) stehen die üblicherweise verwendeten Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung: zum Beispiel Fünffachimpfstoffe mit zusätzlichem Schutz gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Polio (Infanrix-IPV+Hib®, Pentavac®) oder Sechsfachimpfstoffe mit zusätzlichem Hepatitis-B-Schutz (z.B. Hexyon®, Infanrix hexa®).

STIKO-Impfempfehlungen

Standardimpfempfehlung:

  • alle Säuglinge/Kleinkinder ab 2 Monaten  
  • fehlende Impfungen bis zum Alter von 4 Jahren nachholen

 Indikationsimpfempfehlung:

  • Personen mit fehlender oder funktionsuntüchtiger Milz (Asplenie)

Impfschema und Impfstoffe

  •  Hib-Impfstoffe bestehen aus Haemophilus-influenzae-Typ-b-Polysaccharid (z.B. Act Hib, Kombinationsimpfstoffe: DTaP-IPV-Hib, z.B. Infanrix-IPV+Hib®, Pentavac®, bzw. DTaP-IPV-HepB-Hib, z.B. Infanrix hexa®, Hexyon®)
  • Die vier Teilimpfungen der Grundimmunisierung sollten im Alter von 2, 3, 4 sowie 11 bis 14 Monaten erfolgen. (Ungeimpften Kindern bis zum 5. Lebensjahr wird eine einmalige Nachholimpfung empfohlen.)
  • Ab einem Alter von 5 Jahren wird eine einmalige Impfung nur Personen mit fehlender oder funktionsuntüchtiger Milz empfohlen.
Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de