COVID-19-Impfung
Corona-Pandemie
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Neue Studiendaten: Beeinflusst die Corona-Impfung den weiblichen Zyklus?

Fragezeichen an mehreren Tagen auf Kalenderblatt, gehalten von einer Frau
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der COVID-19-Impfung und den Zyklusbeschwerden, von denen einige Frauen nach der Impfung berichten? | Bild: natus111 / AdobeStock

Zyklusschwankungen oder Unregelmäßigkeiten von ein paar Tagen sind für viele Frauen ein normales Phänomen. Bei anderen läuft der Zyklus wie ein Uhrwerk. Doch einige Frauen berichten über stärkere, schwächere oder eine unregelmäßige Menstruation sowie Zwischenblutungen nach der COVID-19-Impfung. Gibt es einen ursächlichen Zusammenhang? Neue Studiendaten geben nun Aufschluss. 

Was bislang bekannt war

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist für die Sicherheit von Impfstoffen zuständig, die Behörde sammelt Berichte über unerwünschte Nebenwirkungen. Dem Institut wurden bis Ende Juni letzten Jahres 310 Einzelfallmeldungen mit 368 „unerwünschten Ereignissen“ von Zyklusstörungen berichtet, wie aus einem Sicherheitsbericht der Behörde hervorgeht. 34 davon – also knapp zehn Prozent – wurden als schwerwiegend bezeichnet. 

Die Frauen berichteten von einem „breiten Spektrum zum Teil auch wenig spezifischer Beschwerden“, heißt es in dem Bericht. Dazu gehören Zwischenblutungen, eine verstärkte oder ausbleibende Menstruation und andere Zyklus-Unregelmäßigkeiten. 

Das PEI bewertete das so: „Unter Berücksichtigung der Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen und der Häufigkeit von Zyklusstörungen erscheint die Zahl der Meldungen nicht ungewöhnlich hoch zu sein.“ Allerdings sei davon auszugehen, dass viele – insbesondere vorübergehende – Zyklusstörungen nicht berichtet würden.

Studie belegt geringe Zyklusschwankungen

In zwei Studien wurde nun der Zusammenhang zwischen der COVID-19-Impfung und dem weiblichen Zyklus genauer untersucht. Wie aus einem Überblicksartikel der Fachzeitschrift BMJ hervorgeht, kann eine Corona-Impfung zwar Einfluss auf den weiblichen Zyklus haben, allerdings sind die Schwankungen nur klein und von geringer Dauer.

In der US-Studie wurde die Menstruation von tausenden Frauen sechs Zyklen lang mit einer Perioden-App überwacht. 2.400 der knapp 4.000 Probandinnen waren geimpft, der Rest war ungeimpft. Die erste Dosis hatte keinen Einfluss auf die Monatsblutung. Nach der zweiten Dosis kam die Menstruation im Schnitt einen halben Tag später.

Am stärksten war die Verzögerung bei den 358 Frauen, die beide Impfungen innerhalb desselben Zyklus bekamen – nach dem deutschen Impfschema unmöglich. Bei ihnen setzte die Blutung mehr als zwei Tage später ein. Innerhalb dieser Gruppe dauerte sie bei elf Prozent auch deutlich länger. Bei allen Frauen normalisierte sich das nach zwei Zyklen.

Am häufigsten treten stärkere Blutungen auf

In einer anderen Studie wurden 5.688 Norwegerinnen gefragt, ob sie Veränderungen vor oder nach der Impfung bemerkt haben. 38 Prozent berichteten von Unregelmäßigkeiten vor der Impfung, 39 Prozent nach der ersten Dosis, 41 Prozent nach der zweiten Spritze. Die häufigste Veränderung, über die berichtet wurde, war eine stärkere Blutung.

„Studien geben Sicherheit“

„Veränderungen bei der Menstruation kommen nach der Impfung vor, aber sie sind gering im Vergleich zur natürlichen Schwankung und gehen schnell wieder weg“, so die Reproduktionsmedizinerin Victoria Male vom Imperial College London. Als Fazit der Studien fasst Male zusammen: „Die Ergebnisse beider Studien geben Sicherheit.“

Weiblicher Zyklus generell störanfällig

Vor Corona sei nie über Zyklusstörungen nach Impfungen berichtet worden. „Dass Frauen nach irgendeiner Impfung eine dauerhafte Veränderung ihres Menstruationszyklus erleben würden, also über mehrere Monate deutlich verstärkte, verlängerte Blutungen und kontinuierlich verlängerte oder verkürzte Zykluslängen, ein solches Phänomen ist unbekannt“, sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Der Eisprung und der Zyklus seien prinzipiell sehr störanfällig: „Diäten, Stress, Infektionskrankheiten, Aufregung, starke körperliche Anstrengung oder ein sportlicher Wettkampf, das alles kann den Eisprung und damit den Zeitpunkt der Menstruation beeinflussen.“ Quelle: dpa/mia 

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