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Wann wird Hitze gefährlich für die Gesundheit?

junge Frau im Sommer draußen und hält sich ein Tuch an den Nacken und fasst sich mit der anderen Hand an den Kopf
Kinder, Ältere und chronisch Kranke sind besonders gefährdet bei Hitze. | Bild: dragonstock / AdobeStock

Hohe Temperaturen und anhaltende Hitzeperioden gehören inzwischen auch in Deutschland zum Sommeralltag. Die aktuelle Hitzewelle birgt für viele Menschen gesundheitliche Gefahren. Auch in der Apotheke sind Fragen rund um Hitzebelastung, Flüssigkeitszufuhr und den Umgang mit Arzneimitteln bei hohen Temperaturen relevant. 

Wir haben zusammengefasst, worauf es bei Hitze zu achten gilt und wie man sich davor schützen kann.

Ab wann wird Hitze für Menschen gefährlich?

Eine Faustregel lautet: Gefährlich wird es, wenn der Körper unter bestimmten Bedingungen mehr Wärme aufnimmt, als er wieder abgeben kann. Denn dann gerät die Körpertemperatur außer Kontrolle und steigt rasch an. 

Diese Grenze ist sehr individuell und hängt mit Lebensalter, Gesundheitszustand, Aktivität und Gewöhnung zusammen. Bei über 30 Grad hat der Körper vieler Mitteleuropäer deutlich mehr Stress, sich selbst wieder zu kühlen, als bei niedrigeren Temperaturen. Eine Gewöhnung an hohe Temperaturen dauert meist mehrere Tage.

Kann Hitze im schlimmsten Fall zum Tod führen?

Hitze bedeutet für den menschlichen Körper Schwerstarbeit. Denn: Der Organismus ist bemüht, seine Temperatur konstant auf circa 37 Grad zu halten. Die meisten Zellen, Enzyme, Proteine und das Immunsystem arbeiten dann optimal. 

Bei extremen Schwankungen sind all diese Prozesse gestört. Steigt die menschliche Körpertemperatur über 42 Grad oder sinkt sie unter 32 Grad, kann das tödlich sein.

Gut zu wissen: Fast 10.000 Hitzetote in 2026

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland in diesem Jahr bis zum 19. Juli bereits 9.800 Menschen wegen hoher Temperaturen gestorben. Das ist mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. 

Die meisten Hitzetoten in den vergangenen zehn Jahren gab es 2018 – damals waren es im gesamten Jahr circa 8.900, schätzt das RKI. Der Großteil der hitzebedingten Sterbefälle 2026 – mehr als 5.000 – geht dem RKI zufolge auf die heißen Tage in der zweiten Junihälfte zurück, als es im Zuge einer Hitzewelle deutschlandweit vielerorts zu Temperaturen um 40 Grad kam. 

Laut RKI gab es 2026 in der Zeit von Anfang April bis zum 12. Juli schätzungsweise 7.900 Hitzetote. Innerhalb der nun betrachteten Woche vom 13. bis 19. Juli kamen demnach 1.900 hinzu. Quelle: Tagesschau / vs 

Wie kann sich der Körper bei Hitze selbst abkühlen?

Um Organschäden entgegenzuwirken, fährt der Körper seine Kühlung bei Hitze hoch und setzt Flüssigkeit und Salze frei – den Schweiß. Das kühlt die Haut durch Verdampfen ab. Hohe Luftfeuchtigkeit verlangsamt diesen Prozess. 

Wenn der Körper wärmer als die Umgebung ist, kann er Hitze auch abstrahlen – so wie eine Glühbirne ihre Umgebung erwärmt. Bei großer Hitze erweitern sich die Blutgefäße, wodurch der Blutdruck sinkt. Das Herz erhöht seine Pumpleistung, auch die Atmung kann sich beschleunigen. Die Gehirnleistung kann wegen verminderter Sauerstoffzufuhr abnehmen.

Wer ist bei Hitze besonders gefährdet?

Hohe Außentemperaturen können das Herz-Kreislauf-System stark belasten. Menschen mit chronischen Vorerkrankungen in diesem Bereich sollten deshalb besonders vorsichtig sein. Mit steigendem Lebensalter verlangsamt sich die Regulierung der Körpertemperatur und es gibt weniger Schweißdrüsen. 

Da ältere Menschen außerdem seltener Durst verspüren, besteht die Gefahr, dass sie dehydrieren. Schon ein bis zwei Prozent zu wenig Wasser im Körper können nach Angaben des Malteser-Hilfsdienstes zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwindel führen.

Bei Kindern ist unter anderem die Schweißproduktion geringer. Vor allem Babys und Kleinkinder haben daher eher Hitzebeschwerden – ein Risiko ist auch hier das Dehydrieren. 

Auch Menschen, die im Freien schwer körperlich arbeiten oder sich etwa wegen Erkrankungen schwerer selbst helfen können, sind bei großer Hitze gefährdet. Quellen:
- dpa
- Tagesschau
 

Zur Erinnerung: Was sind typische Hitzeleiden?

Sonnenstich: Ist der Kopf ohne Kappe, Hut oder Tuch zu lange direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann das zu einer Reizung der Hirnhäute führen. In schweren Fällen entsteht eine Hirnschwellung. Anzeichen dafür können Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, Fieber, manchmal auch Bewusstseinsstörungen und Krampfanfälle sein.

Hitzschlag: Bei Hitze kann die Schwitz-Kapazität des Körpers an Grenzen stoßen. Dann kommt es zu einem Wärmestau: Die Körpertemperatur steigt schnell – oft innerhalb von zehn bis 15 Minuten – auf über 40 Grad oder mehr. In der Folge schwillt das Gehirn an und es kommt zu Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderungen oder Bewusstlosigkeit. Das ist ein Fall für den Rettungsdienst.

Hitzekollaps: Durch große Hitze kommt es zu einem Abfall des Blutdrucks. Die Folge ist eine verminderte Gehirndurchblutung, die von einem Schwächegefühl über Übelkeit und Schwindel bis zur Bewusstlosigkeit führen kann. Auch das ist ein Notfall.

Hitzekrämpfe: Wer sich bei Hitze körperlich anstrengt, zum Beispiel bei Sport oder Gartenarbeit, schwitzt meist stark. Dadurch kann es im Körper zu einem Mangel an Flüssigkeit und Elektrolyten wie Natrium oder Kalium kommen. Die Muskulatur reagiert bei einem Mangel an Elektrolyten mit Krämpfen oder Muskelschmerzen.

Hitzeausschlag: Wenn der Schweiß durch wenig atmungsaktive oder enge Kleidung nicht ausreichend verdunsten kann, verstopft er die Ausgänge der Schweißdrüsen. Die Folge sind kleine, häufig juckende oder brennende Bläschen.