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Was ist eigentlich das Krim-Kongo-Fieber?

Das Krim-Kongo-Fieber ist eine Viruserkrankung mit möglichem hämorrhagischem, also mit Blutungen einhergehendem, Verlauf, der häufig zum Tode führt.
Die Krankheit wird vom Krim-Kongo-Fieber-Virus aus der Gattung Orthonairovirus ausgelöst, das aufgrund seines Übertragungsweges über Zecken zu den Arboviren (durch Gliederfüßer wie Mücken oder Zecken übertragene Viren) zählt.
Verbreitung des Krim-Kongo-Fiebers
Zu dem ungewöhnlichen Namen, der zwei weit entfernte Gebiete beinhaltet, kommt es durch die spezielle Entdeckungsgeschichte: In den 1940er-Jahren wurden Fälle einer hämorrhagischen Fiebererkrankung auf der Krim dokumentiert. Das zugrunde liegende Virus wurde jedoch erst 1956 in Belgisch-Kongo, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, aus menschlichem Blut isoliert.
Größere Aufmerksamkeit erhielt das Krim-Kongo-Fieber ab den 2000er-Jahren, als in verschiedenen Regionen der Türkei mehrere Todesfälle auftraten. Im Folgejahrzehnt gab es auch in Georgien und Spanien Krankheits- und Todesfälle.
Mittlerweile ist die Viruserkrankung in Südeuropa, Asien, dem Nahen und Mittleren Osten sowie – mit milderen Verlaufsformen – in mehreren Ländern Afrikas endemisch. In Mittel- und Westeuropa ist das zurzeit nicht der Fall, allerdings wurde das Virus in Südfrankreich bei Wildtieren und Zuchtvieh nachgewiesen.
Übertragung des Krim-Kongo-Fiebers
Das Virusreservoir sind pflanzenfressende Haus- und Wildtiere wie Rinder, Schafe, Ziegen, Hasen oder Kamele, die in der Regel keine Krankheitssymptome zeigen.
Die Übertragung erfolgt durch den Stich von Zecken, vor allem der Gattung Hyalomma, die in trockenen und halbtrockenen Gebieten Asiens, Afrikas und Südeuropas natürlicherweise vorkommt. In Mitteleuropa vermutet man eine Einschleppung durch Zugvögel.
Die Zecke nimmt das Virus über das Blut infizierter Tiere in seinen Verdauungstrakt auf, wo es längere Zeit überleben kann. Sticht der Parasit einen gesunden Wirt, geht das Virus mit dem Speichel auf diesen über.
Weitere Übertragungswege sind der Kontakt mit dem Blut oder Gewebe eines infizierten Tieres oder eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch. Auch die Verbreitung via Tröpfcheninfektion oder über kontaminierte Oberflächen oder Gegenstände ist möglich.
Je schwerer die Erkrankung verläuft, desto mehr Viren scheidet der Patient aus.
Symptome und Verlauf des Krim-Kongo-Fiebers
Die Inkubationszeit liegt in der Regel zwischen einem und 13 Tagen. Danach setzen die Symptome plötzlich ein. Typisch sind:
- Fieber
- Schüttelfrost
- Kopf-, Nacken-, Muskel- und Gliederschmerzen
- geschwollene Lymphknoten
- Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Schwellung der Leber
- Rötung von Gesicht und Rachen
- Bindehautentzündung
- Lichtscheue
- Benommenheit
- Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Depression
Bei einem Teil der Erkrankten stellt sich als Komplikation ab dem dritten bis fünften Tag eine hämorrhagische Verlaufsform ein. Häufige Symptome sind dann:
- Darmblutungen
- Bluterbrechen
- Haut- und Schleimhautblutungen
- gesteigerte Blutungsneigung
Die Blutungen können zu einem Multiorganversagen von Leber, Niere und Lunge und schließlich zum Tod führen, der meist in der zweiten Krankheitswoche eintritt. Die Letalität ist abhängig vom Serotyp des Virus und wird insgesamt auf rund 40 Prozent geschätzt.
Gut zu wissen: Krim-Kongo-Fieber ist meldepflichtig
Nach § 6 Infektionsschutzgesetz sind in Deutschland der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an „virusbedingtem hämorrhagischen Fieber“ namentlich meldepflichtig.
Die Erkrankung ist zudem in der Tierseuchenmeldeverordnung gelistet, und es besteht für Erkrankungen von Rindern, Schafen und Ziegen eine allgemeine Meldepflicht nach § 4.
Therapie und Prävention des Krim-Kongo-Fiebers
Die Therapie ist primär symptomatisch und auf die Sicherung der Vitalfunktionen ausgerichtet. Sie erfolgt wegen der Ansteckungsgefahr auf einer Quarantänestation.
In einigen Fällen wurden erfolgreich Virostatika wie Ribavirin eingesetzt. Ob Immunseren, die aus dem Blut Überlebender gewonnen wurden, eine Verbesserung erzielen, ist bislang nicht eindeutig belegt.
Zurzeit ist keine sichere Impfung gegen das Krim-Kongo-Fieber bekannt. Deshalb wird in Endemiegebieten dringend Zeckenschutz durch Repellentien, geschlossene helle Kleidung und regelmäßige Selbstuntersuchung empfohlen. Zudem sollte der Kontakt mit infizierten Personen und infiziertem Material unbedingt vermieden werden.
Krim-Kongo-Fieber: Verlauf hängt von Behandlung ab
Die Heilungsaussichten hängen beim Krim-Kongo-Fieber vom Zeitpunkt der Diagnose, der Verlaufsform und der Qualität der medizinischen Versorgung ab.
Wenn ein milder Verlauf vorliegt, aber auch wenn bei einem hämorrhagischen Verlauf eine fachgerechte Behandlung sichergestellt ist, bestehen meist gute Chancen auf eine Heilung.
Prekär wirkt sich in Gegenden mit mangelnder medizinischer Infrastruktur eine Fehldiagnose als vermeintliche FSME oder Borreliose aus, die zu einer verspäteten oder falschen Behandlung führt. Dann kann es, auch wenn der Patient die akute Infektion überlebt, zu einer verringerten Lebenserwartung des Betroffenen kommen. Quellen:
https://flexikon.doccheck.com/de/Krim-Kongo-Fieber
https://de.wikipedia.org/wiki/Krim-Kongo-Fieber
https://medlexi.de/Krim-Kongo-Fieber#Aussicht_.26_Prognose
https://www.focus.de/gesundheit/news/krim-kongo-fieber-etabliert-sich-langsam-in-europa-was-sie-wissen-muessen_8f48be3d-219d-4680-9150-ce844547ef81.html
Krim-Kongo-Fieber auf einen Blick:
Krankheitstyp: Viruserkrankung
Übertragung: über Zecken von Pflanzenfressern auf den Menschen; durch Kontakt mit kontaminiertem Tiergewebe oder Material; von Mensch zu Mensch über Schmier- oder Tröpfcheninfektion
Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gliederschmerzen sowie zahlreiche neurologische, gastrointestinale und Augensymptome; bei hämorrhagischem Verlauf organschädigende Blutungen
Therapie: Sicherung der Vitalfunktionen und möglicherweise Virostatika beziehungsweise Immunseren von Überlebenden
Prognose: bei mildem Verlauf gut; bei hämorrhagischem Verlauf stark abhängig von der Qualität der medizinischen Versorgung