Erkältungsviren als häufige Ursache

Es gibt viele unterschiedliche Ursachen dafür, warum Halsschmerzen auftreten. Häufigster Auslöser ist die Pharyngitis, eine Entzündung der Rachenschleimhaut.

Dahinter steckt oft eine erkältungsbedingt verstopfte Nase. Daher atmen wir, wenn wir erkältet sind, vermehrt durch den Mund. Die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum trocknen aus und werden anfällig für Erkältungserreger. Diese wandern von der Nase in den Hals- und Rachenraum und lösen hier eine Entzündung aus, die sich durch Kratzen, Trockenheitsgefühl und Heiserkeit bemerkbar macht. Durch das Trockenheitsgefühl entsteht Hustenreiz, die Entzündung schreitet fort und das anfängliche Kratzen steigert sich zu Hals- und Schluckbeschwerden. Eine Pharyngitis im Rahmen einer „banalen“ Erkältung ist meistens viral bedingt, häufig sind Rhinoviren dafür verantwortlich. Es können aber auch ernste Ursachen zugrunde liegen, beispielsweise eine „echte“ Influenzagrippe oder eine eitrige Angina aufgrund einer Streptokokken-Infektion. Eine Rachenentzündung wird meistens im Rahmen der Selbstmedikation behandelt. Bei Verdacht auf ernste Ursachen ist dennoch ein Arztbesuch erforderlich.

Halsschmerzen: Prävalenz & Verlauf

Meistens fängt es mit einem Kratzen in der Kehle an. Der Hals ist dann schnell gereizt oder stark verschleimt, die Stimme klingt „belegt”. Wenn Halsschmerzen auftreten, kommen oft auch noch Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Schmerzen beim Sprechen hinzu. Nach zwei bis drei Tagen ist bei akuten Halsschmerzen üblicherweise der Höhepunkt der Beschwerden erreicht, und nach einer Woche sind sie wieder verschwunden. Die meisten Erwachsenen werden – erkältungsbedingt – zwei- bis dreimal pro Jahr von Halsschmerzen geplagt. Auch bei Kindern und Jugendlichen kommen Halsschmerzen oft vor: Die Durchschnittswerte für Kleinkinder liegen bei sechs- bis achtmal pro Jahr und für Neunjährige bei drei- bis viermal pro Jahr.Dabei treten Halsschmerzen häufiger in der typischen „Erkältungszeit” auf. Aber auch zu anderen Jahreszeiten kann man von Erregern befallen werden. Trockene Raumluft, der Aufenthalt in klimatisierten Räumen, im Auto oder Flugzeug können dies ebenso begünstigen. Es ist also nichts Außergewöhnliches, mehrmals im Jahr Halsschmerzen zu bekommen.4

Abb. in Anlehnung an: Avila R. Aetiology and pathophysiology of the common cold, 1993

Verschiedene Faktoren machen den Mund trocken

Erkältungsviren sind allerdings nicht die einzigen Übeltäter für trockene Schleimhäute im Mund- und Rachenraum. Mundtrockenheit äußert sich in Räusperzwang, Problemen beim Sprechen und beim Essen, durch Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden. Neben einer trockenen Raumluft (geheizte oder klimatisierte Räume, im Flugzeug oder Auto etc.) kann die Mundtrockenheit auch Folge einer altersbedingt verminderten Speichelproduktion sein. Auch eine Vielzahl von Medikamenten machen den Mund trocken. Dazu gehören beispielsweise die Anti-Babypille, Antihistaminika, Antidepressiva, Betablocker, Diuretika, Mittel gegen Blasenschwäche, Psychopharmaka. Ebenso führt eine Bestrahlung, wie sie bei Tumoren im Kopf- und Halsbereich angewendet wird, oft zu Schäden an den Speicheldrüsen. Je nachdem, wieviel Drüsengewebe zerstört wurde, kann daraus sogar dauerhaft ein trockener Mund resultieren. Mundtrockenheit ist außerdem das Kardinalsyndrom beim Sjögren-Syndrom, einer Autoimmunerkrankung, die zur Zerstörung der Tränen- und Speicheldrüsen führt. Ein trockener Mund, gerötete Schleimhäute, Zungenbrennen, eine trockene Nase und Augen, sowie geschwollene Speicheldrüsen sind hier die typischen Symptome des Sicca-Syndroms (Trockenheitssyndrom). Auch beim Diabetes mellitus zählt ein trockener Mund zu den Symptomen. Weiterhin kann sie im Zuge einer behinderten Nasenatmung auftreten (Schnarcher, allergischer Schnupfen) oder durch Rauchen ausgelöst werden. Besonders gefährdet sind Menschen, die ihre Stimme beruflich bedingt stark beanspruchen, also Sänger, Schauspieler oder Berufssprecher, die häufig reden müssen (z.B. Politiker, Lehrer, Call Center Agents).5

Wenn Heiserkeit dazukommt

Gerade bei Vielsprechern steht das Symptom der Heiserkeit besonders im Vordergrund. Denn eine Reizung betrifft nicht nur die Rachenschleimhaut, sondern zusätzlich auch den Stimmbandbereich im Kehlkopf. Wenn die Stimmbänder durch Überbeanspruchung gereizt und geschwollen sind und beim Sprechen nicht richtig schließen, wird die Atemluft gewissermaßen zu „Mini-Stürmen“ verwirbelt – die Stimme klingt dann rau und heiser. Möglicherweise führt eine verstärkte oder verminderte Schleimbildung im Hals zu dem Gefühl, sich räuspern zu müssen („Frosch im Hals“, „Räusperzwang“). Diese Empfindungen können auch bei einer Stimmüberlastung auftreten. 5