Ernährungsform oder Lifestyle-Trend?
Ob Paleo, Low-Carb, Clean Eating oder vegan: Wenn es um Ernährung geht, vertreten verschiedene Experten unterschiedlichste Meinungen. Während die einen den Verzicht auf tierische Produkte für den richtigen Weg halten, glauben die anderen, dass nur eine steinzeitliche Ernährung gesund sei. In dieser Serie nehmen wir moderne Ernährungsweisen unter die Lupe und betrachten dabei auch ihre Alltagstauglichkeit. Außerdem erfahren Sie, wieso nicht jede Ernährungsform für alle Menschen geeignet ist und manchmal sogar gefährlich sein kann. 
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Wasserfasten – Was bringt die­se Er­nähr­ungs­form?

Mann schenkt sich ein Glas Wasser ein
Als Dauer für das Wasserfasten wird meist ein Zeitraum zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen empfohlen. | Bild: Africa Studio / AdobeStock

Wasserfasten ist die radikalste Form des Nahrungsverzichts. Auf dem „Speisezettel“ steht ausschließlich Wasser, am besten stilles. Damit geht die Fastenmethode noch weiter als andere Diäten, die teilweise Tee, Kaffee und klare Suppen erlauben.

Das Wasserfasten wird von Influencern, Ernährungsexperten und sogar einigen Medizinern als wirksame Methode zur Gewichtsabnahme und zur Linderung oder gar Heilung bestimmter Krankheiten empfohlen.

Was ist dran an dem viel diskutierten Trend? Welche Regeln gibt es? Für welche Personengruppen kommt Wasserfasten nicht infrage? Und kann die Nulldiät für andere sogar gesundheitliche Vorteile haben? Hier die Fakten.

Das Prinzip hinter dem Wasserfasten

Beim Wasserfasten werden in der Regel zwei bis drei Liter stilles Wasser pro Tag getrunken, und zwar zeitlich gut verteilt. Denn: Zu große Mengen auf einmal kann der Körper nicht speichern, und ein Übermaß in kürzester Zeit führt in ungünstigen gesundheitlichen Konstellationen möglicherweise sogar zu einer Wasservergiftung.

Durch den Verzicht auf Kalorien und Nährstoffe schaltet der Körper in den Hungerstoffwechsel und baut zur Verfügung stehende Energiereserven ab. Das hat zur Folge, dass Fettreserven schwinden.  

Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Wasserfasten die Autophagie fördert, die Zersetzung und Wiederverwertung beschädigter Zellen.

Des Weiteren erhoffen sich Befürworter des Wasserfastens, dass dieses das Risiko für chronische Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Herzstörungen senkt.

Wasserfasten: Der Ablauf der Fastenmethode

Vor dem eigentlichen Fasten sollte man den Körper rund drei Tage durch verringerte Nahrungszufuhr und leicht verdauliche Lebensmittel auf den Totalverzicht vorbereiten. Viele Anwender der Nulldiät raten, den Darm mithilfe von Glaubersalz oder Einläufen zu entleeren, damit dieser keine hungererzeugenden Botenstoffe mehr aussenden kann.  

Als Dauer für das Wasserfasten wird meist ein Zeitraum zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen empfohlen. Dabei raten Mediziner, nicht länger als zwei bis drei Tage ohne ärztliche Aufsicht auf sämtliche Nahrung zu verzichten, denn Wasserfasten bleibt für den Körper eine Extremsituation, die Risiken birgt.  

So kann schon das Abführen Nebenwirkungen wie Dehydrierung, Übelkeit und Kreislaufschwäche hervorrufen. Zudem werden beim Totalfasten schon ab dem dritten Tag nicht nur Fettreserven, sondern auch Proteine und damit Muskeln abgebaut.

Und weil dem Körper essenzielle Nährstoffe fehlen, kann es ab dem siebten Tag zu Mangelerscheinungen kommen.

Mögliche Vorteile des Wasserfastens

Viele mögliche Wirkungen des Wasserfastens sind nur unzureichend untersucht. Die folgenden positiven Effekte lassen sich jedoch erklären beziehungsweise widerlegen:

Ein schneller Gewichtsverlust findet bei einer Nulldiät in den meisten Fällen statt. Allerdings verliert der Körper eher Wasser und Glykogen, also gespeicherten Zucker, und nicht Fett, weshalb das Gewicht nach dem Fasten wahrscheinlich wieder ansteigt.  

Wasserfasten kann chronische Erkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck unter ärztlicher Aufsicht positiv beeinflussen. Für Menschen mit Typ-2-Diabetes ist es möglicherweise ein guter Einstieg, um Gewicht zu verlieren und die eigenen Lebensgewohnheiten zu verbessern.

Die Autophagie (Zellreinigung) kann womöglich durch das Wasserfasten angeregt werden, allerdings stammen die meisten Erkenntnisse aus Tier- und Laborstudien.  

Ein häufiges Schlagwort in sozialen Medien ist „Entschlackung“, also das Befreien des Körpers von Giftstoffen. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Belege für irgendwelche Schlacken im Körper. Abbaustoffe werden stattdessen über Organe wie Leber, Nieren, Darm und Haut aus dem Körper transportiert.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen des Wasserfastens

Sowohl der Nährstoffmangel als auch die veränderte Flüssigkeitsbalance im Körper beim Wasserfasten können verschiedene Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kreislaufschwäche, Schwindel, Kopfschmerzen oder Müdigkeit auslösen.

Ab dem dritten Tag kann es zum Abbau von Muskelmasse kommen und ab etwa einer Woche zu Mangelerscheinungen. Außerdem droht ein Jo-Jo-Effekt, wenn sich der oder die Fastende nach Ablauf der Nulldiät nicht gesünder ernährt oder mehr Sport treibt.

Die folgenden Personengruppen sollten ganz auf das Wasserfasten verzichten:

  • Kinder und Jugendliche, um das Wachstum und die Konzentrationsfähigkeit nicht zu mindern
  • Schwangere und Stillende, um keine Entwicklungsstörungen beim Fötus oder eine verminderte Milchbildung zu riskieren
  • Menschen mit Untergewicht oder Essstörungen, da weiterer Gewichtsverlust hier besonders gefährlich ist
  • Menschen mit Vorerkrankungen wie Gicht, Nieren-, Leber- oder Herz-Kreislauf-Störungen wegen des erhöhten Risikos für zum Teil schwerwiegende Komplikationen
  • Patienten, die Medikamente wie Insulin, Blutdruckmittel oder Diuretika einnehmen, da deren Wirkung gefährlich verstärkt oder abgeschwächt werden kann

Ist Wasserfasten sinnvoll?

Für Menschen, die nicht zu den oben genannten Personengruppen zählen, kann das Wasserfasten positive Auswirkungen haben. Ein schneller Gewichtsverlust ist wahrscheinlich, Zellreinigung und positive Auswirkungen auf Körperwerte wie Blutdruck zumindest theoretisch möglich.

Auch wenn manche Gesundheitsmechanismen nicht abschließend geklärt sind, so bleibt doch ein ganz spezieller Vorteil: Das Fasten kann ein Einstieg ins Abnehmen darstellen und dabei helfen, Lebensstiländerungen anzustoßen. 

Jedoch sollten PTA in der Beratung betonen, dass Wasserfasten nur nach ärztlicher Abklärung erfolgen sollte. Da während des Fastens keine essenziellen Nährstoffe zugeführt werden, können die bereits genannten Mangelerscheinungen nach mehreren Tagen bis einer Woche klinisch relevant werden und die körperliche Belastbarkeit deutlich beeinträchtigen. Quellen:
- https://www.morgenpost.de/ratgeber-wissen/article408298912/wasserfasten-diese-risiken-hat-die-radikale-nulldiaet.html
- https://utopia.de/ratgeber/wasserfasten-wie-gesund-ist-es-wirklich_125992/
- https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/wasserfasten-risiken-wirkung-und-einschaetzung-durch-experten-1503709.html
- https://www.n-tv.de/wissen/Wasserfasten-ist-weniger-gefaehrlich-als-Tabletten-nehmen-id30355213.html
 

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