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In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.

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PTAheute-Pinnwand KW 51/2025: Apothekenreform, Angebotserweiterung & Krebs­sterb­lich­keit

PTAheute-Pinnwand KW 51/2025
Bilder: wideeyes / AdobeStock, Louis-Paul Photo / AdobeStock, pikselstock / AdobeStock, Jamrooferpix / AdobeStock; Montage: PTAheute

Täglich erreichen uns zahlreiche Meldungen rund um Pharmazie, Gesundheit und Apothekenmarkt. Hier finden Sie eine Übersicht über die News und Pressemeldungen der aktuellen Woche:

ABDA kritisiert fehlende Stärkung der Apotheken durch Reform

Die ABDA erklärte, die vom Bundeskabinett beschlossene Apothekenreform werde die angespannte Lage der Apotheken nicht verbessern und gefährde vielmehr eine zukunftssichere Arzneimittelversorgung. Der Gesetzentwurf missachte den Koalitionsvertrag, da die seit Jahren ausstehende Erhöhung des Apothekenhonorars von 8,35 auf 9,50 Euro ausbleibe. Zudem kritisiere die ABDA, dass strukturelle Änderungen zentrale Grundpfeiler des bewährten Apothekensystems angreifen würden. Daher appelliere die Apothekerschaft an Bundestag und Bundesrat, die Mängel des Reformpakets im Gesetzgebungsverfahren zu korrigieren. 

ABDA-Präsident Thomas Preis erklärte, der Kabinettsentwurf sei enttäuschend und lasse die dringend notwendige wirtschaftliche Stärkung der Apotheken vermissen. Die anhaltende Unterfinanzierung habe seit 2013 zum Verlust von nahezu 20 Prozent der Apotheken geführt, was die Arzneimittelversorgung für Patientinnen und Patienten zunehmend erschwere. Die geplanten Regelungen, wonach Apotheken zeitweise ohne anwesende Apothekerinnen oder Apotheker geführt werden könnten, lehnte er entschieden ab, da viele Leistungen ohne fachliche Präsenz nicht möglich seien. Der Gesetzgeber müsse das Reformvorhaben daher grundlegend nachbessern und zu einem echten Apothekenstärkungsgesetz machen.

Zugleich begrüßte Preis die Absicht der Bundesregierung, Apotheken stärker in die Primärversorgung einzubinden und zusätzliche Leistungen etwa in Prävention, Impfungen und Früherkennung zu ermöglichen. Voraussetzung dafür seien jedoch wirtschaftlich stabile Apothekenbetriebe, deren finanzielle Grundlage die Bundesregierung nun unverzüglich sichern müsse. Quelle: ABDA 

EHEC-/HUS-Ausbruch: Aktuelle Lage in Nord- und Westdeutschland

Ende August 2025 wurde in Deutschland ein EHEC-/HUS-Ausbruch festgestellt, mit Schwerpunkten im Norden und Westen des Landes. Besonders betroffen waren Kinder unter zehn Jahren, bei denen es häufig zu schweren Verläufen mit hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) kam. Der Ausbruchserreger wurde als EHEC O45:H2 identifiziert.

Nach aktuellem Stand vom 17.11.2025 werden dem Ausbruch 199 bestätigte Fälle zugerechnet, darunter 53 HUS-Fälle, ausschließlich bei Kindern. Zusätzlich gibt es 9 wahrscheinliche und 220 mögliche Fälle, sodass insgesamt 428 Erkrankungen mit dem Ausbruch in Verbindung stehen. Drei Todesfälle wurden gemeldet. Die Erkrankungen traten überwiegend zwischen dem 11. August und dem 16. Oktober 2025 auf. Der Altersmedian liegt bei vier Jahren, etwa die Hälfte der Betroffenen ist weiblich.

Am stärksten betroffen sind Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen. Genomische Analysen zeigen ein klar abgegrenztes Cluster mit vergleichsweise hoher genetischer Variabilität. Die Dynamik des Ausbruchs hat inzwischen deutlich nachgelassen. Nach Angaben im Epidemiologischen Bulletin 40/2025 gilt der Ausbruch sehr wahrscheinlich als lebensmittelbedingt, konkrete Ansteckungsquellen konnten bislang jedoch nicht identifiziert werden. Die Untersuchungen dauern weiterhin an. Quelle: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/47_25.pdf?__blob=publicationFile&v=4 

Chargenrückruf: Calycast Injektopas® 10x2 ml und 100x2 ml, flüssige Verdünnung zur Injektion

Die Firma Pascoe Pharmazeutische Präparate GmbH ruft ihr Arzneimittel Calycast Injektopas® (Mischung homöopathischer Stoffe), 10 und 100x2 ml, flüssige Verdünnung zur Injektion (PZN 14406987 und 14406993) mit Ch.-B.: 0823, 1037, 1223, 1356, 1769, 2097, zurück.

Grund des Rückrufs ist, dass bei Nachuntersuchungen der Fertigware nicht-spezifikationskonforme sichtbare Partikel in der Injektionslösung detektiert wurden.

Apotheken werden gebeten ihre Lagerbestände zu überprüfen und betroffene Packungen, bitte ausreichend frankiert, zur Gutschrift an folgende Retourenadresse (Portokosten werden erstattet) zurückzusenden: Quelle: AMK 

Pascoe Pharmazeutische Präparate GmbH
Europastraße 2 – Einfahrt Netanyastraße
35394 Gießen 

Relaunch: Eucerin optimiert drei Pflegeserien in neuem Design 

Relaunch der Eucerin-Pflegeserien | Bild: PM Eucerin

Eucerin bringt ab Januar 2026 die überarbeiteten Produktserien DermatoClean, Q10 Active sowie UltraSensitive/Anti-Rötungen in die Apotheken. 

Mit dem Relaunch hat das Unternehmen nach eigenen Angaben die Verpackungen modernisiert, den Kunststoffverbrauch reduziert und verstärkt auf recycelte sowie wiederverwendbare Materialien gesetzt. Die Wirksamkeit der Produkte bleibe dabei unverändert, zudem wurde die Formulierung der Q10 Active Tagespflege angepasst. Laut des Herstellers erhalten die neuen Verpackungen ein klareres, moderneres Design mit verbesserter Typografie und Lesbarkeit. In der Produktentwicklung kommt unter anderem erneuerbares Polypropylen zum Einsatz, abwaschbare Etiketten sollen das Recycling erleichtern. Quelle: PM Eucerin 

Krebssterblichkeit in Deutschland rückläufig

Der dpa zufolge geht die Sterblichkeit bei Krebserkrankungen in Deutschland weiter zurück. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts seien die altersstandardisierten Krebssterberaten in den vergangenen 25 Jahren bei Frauen um 21 Prozent und bei Männern um 31 Prozent gesunken, mit besonders deutlichen Rückgängen bei Magen- und Darmkrebs.

Als Gründe nannte das RKI Fortschritte in der Krebstherapie, Erfolge in der Prävention – etwa durch den Rückgang des Rauchens – sowie verbesserte Früherkennungsprogramme, unter anderem bei Darm- und Brustkrebs. Jährlich würden in Deutschland weiterhin mehr als eine halbe Million Menschen neu an Krebs erkranken. Für das Jahr 2023 wiesen die Auswertungen rund 517.800 Neuerkrankungen und etwa 228.960 krebsbedingte Todesfälle aus. Zugleich lebten Ende 2023 rund 4,8 Millionen Menschen in Deutschland, die innerhalb der vergangenen 25 Jahre mindestens einmal an Krebs erkrankt gewesen sind.

Die Angaben stammen aus dem zweijährlich erscheinenden Bericht „Krebs in Deutschland“, der vom Deutschen Krebsregister und dem Zentrum für Krebsregisterdaten am RKI auf Basis von Registerdaten und der amtlichen Todesursachenstatistik erstellt wird. Quelle: dpa 

Chargenrückruf: Grundlage für Suspensionen zum Einnehmen DAC, 500 ml und 1l

Die Firma Caesar & Loretz GmbH bittet um Vernichtung der Abpackungen mit den Chargenbezeichnungen 25000354001 und 25000355001 der Rezeptursubstanz Grundlage für Suspensionen zum Einnehmen DAC, 500 ml und 1 Liter (PZN 15301813 und 16354444).

Grund der Vernichtungsaufforderung ist, dass die durchgeführten Kontrolluntersuchungen aufgrund von Reklamationen aus Apotheken über weiße Partikel in der Suspensionsgrundlage eine produktionsbedingte Kontamination mit weißem Vaselin ergaben.

Apotheken werden gebeten ihre Lagerbestände zu überprüfen und betroffene Packungen vor Ort zu vernichten und zwecks Erstattung eine Vernichtungserklärung an ihren Großhändler zu senden.

Der Aktionszeitraum dieses Rückrufes endet am 6. März 2026. Quelle: AMK 

Apotheken: Angebotserweiterung für Patienten

Laut der dpa will die Bundesregierung die Rolle der Apotheken in der Gesundheitsversorgung deutlich ausbauen. Mit Gesetzesplänen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht wurden, sollen Apotheken zusätzliche Aufgaben übernehmen. Ziel ist es demnach, die vorhandenen fachlichen Kompetenzen stärker zu nutzen und den Zugang zu Gesundheitsleistungen für die Bevölkerung niedrigschwelliger zu gestalten. Kernpunkte der Pläne:

Mehr Vorsorgeangebote:
Apotheken sollen Leistungen zur Prävention und Früherkennung anbieten können, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder zur Rauchentwöhnung.

Ausweitung von Impfungen:
Neben Corona- und Grippeimpfungen sollen künftig alle Impfungen mit sogenannten Totimpfstoffen möglich sein, etwa gegen Tetanus oder FSME.

Schnelltests gegen Erreger:
Auf Selbstzahlerbasis sollen Apotheken Schnelltests unter anderem auf Influenza-, Noro- oder Rotaviren anbieten können, um Infektionsketten schneller zu unterbrechen.

Mehr Medikamente ohne Rezept:
In bestimmten Fällen sollen Apotheken verschreibungspflichtige Medikamente auch ohne ärztliches Rezept abgeben dürfen – etwa bei bekannten Langzeittherapien oder akuten, unkomplizierten Erkrankungen. Antibiotika mit systemischer Wirkung sowie suchtrelevante Medikamente bleiben ausgeschlossen. Die Kosten müssten Patienten selbst tragen.

Erleichterter Medikamententausch:
Ist ein verordnetes Arzneimittel nicht verfügbar, sollen Apotheken befristet leichter auf vorrätige Alternativen ausweichen dürfen.

Flexiblere Öffnungszeiten:
Die Öffnungszeiten sollen stärker in die Eigenverantwortung der Apotheken gelegt werden, insbesondere zur besseren Versorgung in ländlichen Regionen. Details sollen per Verordnung geregelt werden.

Vergütung bleibt Streitpunkt:
Eine von Apotheken geforderte Erhöhung des Fixhonorars pro Medikamentenpackung von 8,35 auf 9,50 Euro kann laut Warken vorerst nicht umgesetzt werden, da Mehrkosten von rund einer Milliarde Euro erwartet werden. Die Ministerin betonte jedoch laut dpa, die politische Zusage gelte weiterhin und solle im kommenden Jahr erneut aufgegriffen werden.

Zudem soll eine Expertenkommission bis März 2026 Vorschläge vorlegen, wie die Krankenkassenbeiträge ab 2027 stabilisiert werden können. Quelle: dpa