In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.
PTAheute-Pinnwand KW 29/2026: Hitzewelle mit Folgen, Social-Media-Begrenzung & Polio

Täglich erreichen uns zahlreiche Meldungen rund um Pharmazie, Gesundheit und Apothekenmarkt. Hier finden Sie eine Übersicht über die News und Pressemeldungen der aktuellen Woche:
Hitzewelle: Mehr als 5.000 Tote in Deutschland
Bis Ende Juni sind in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 5.120 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben, wie die Tagesschau berichtet.
Dem Bericht zufolge wurden allein für die Woche vom 22. bis 28. Juni rund 4.310 hitzebedingte Todesfälle verzeichnet. Bereits zur Jahresmitte liegt die Zahl deutlich über den Werten der gesamten Vorjahre: 2025 wurden laut RKI rund 2.600 hitzebedingte Todesfälle registriert, 2024 etwa 2.900 und 2023 rund 3.200.
Mehr als 80 Prozent der Hitzetoten waren laut RKI älter als 75 Jahre. Zudem starben mehr Frauen als Männer an den Folgen extremer Hitze. Das Institut führt dies jedoch vor allem auf den höheren Frauenanteil in den betroffenen Altersgruppen zurück. Quelle: https://www.tagesschau.de/wissen/klima/robert-koch-institut-hitzetote-deutschland-100.html
Chargenrückruf: Nystaderm®-S 100.000 I.E./ml Suspension zur Anwendung in der Mundhöhle und zum Einnehmen
Die Firma Dermapharm AG ruft folgende Packungen des Arzneimittels Nystaderm®-S (Nystatin) 100.000 I.E./ml Suspension zur Anwendung in der Mundhöhle und zum Einnehmen, 24 ml (PZN 03936713), 24 ml, Dosierpumpe (PZN 03936736) und 48 ml, Dosierpumpe (PZN 03936742), mit folgenden Chargen zurück:
- 24 ml mit Ch.-B.: 230704
- 24 ml, Dosierpumpe mit Ch.-B.: 230703, 230704
- 48 ml, Dosierpumpe mit Ch.-B.: 230703
Grund des Rückrufs ist, dass im Rahmen einer Überprüfung eine Abweichung von der gültigen Spezifikation beim Parameter „Gehalt“ festgestellt wurde.
Apotheken werden gebeten, ihre Lagerbestände zu überprüfen und alle noch vorhandenen Packungen über den pharmazeutischen Großhandel mithilfe des OTC-Formulars zur Gutschrift zurückzugeben. Quelle: AMK
Neue Produktlinie: Eunova Menopause

Die Stada Arzneimittel AG erweitert ihr Sortiment um vier Nahrungsergänzungsmittel für Frauen in den Wechseljahren.
Die neue Produktlinie Eunova Menopause umfasst die Präparate Mentalaktiv (PZN 19873771), Relaxplus (PZN 19873802), Körpervital (PZN 19873788) sowie Tag & Nacht (PZN 19873819).
Alle vier Produkte enthalten einen Rotklee- und Hopfen-Extrakt und wurden laut Hersteller für unterschiedliche Bedürfnisse während der Menopause entwickelt.
Je nach Produkt sollen sie Frauen mit typischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, innerer Unruhe oder Erschöpfung unterstützen.
Ergänzend enthalten die Präparate verschiedene Vitamine und Mineralstoffe wie B-Vitamine, Vitamin E, Magnesium oder Zink. Quelle: PM Stada Arzneimittel AG
Social Media: EU-Experten empfehlen Altersgrenze ab 13 Jahren
Kinder unter 13 Jahren sollten nach Empfehlung von Experten keinen eigenständigen Zugang zu Social Media erhalten.
Laut Informationen des Deutschen Ärzteblattes sollte die Nutzung sozialer Medien und anderer digitaler Dienste bis zu diesem Alter ausschließlich unter Aufsicht der Eltern oder in einem pädagogischen Kontext sowie zeitlich begrenzt erfolgen.
Nach Ansicht der Experten sollten die Mitgliedsstaaten über die EU-weite Basisregelung hinaus auch höhere Altersgrenzen festlegen können. Jugendliche ab 13 Jahren könnten schrittweise eigenständig auf altersgerechte Social-Media-Angebote zugreifen, sofern diese standardmäßig mit geeigneten Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet sind.
Für Kinder unter zwei Jahren raten die Experten grundsätzlich von der Nutzung digitaler Medien und Dienste ab. Quelle: https://www.aerzteblatt.de/news/social-media-eu-experten-fur-zugangsbeschrankung-bis-13-830a0480-dc3c-42dd-82dd-7cab75313ccd
Informationsschreiben zu Victoza® (Liraglutid): EU/EWR-weite Vertriebseinstellung bis Ende 2026
Die Firma Novo Nordisk Pharma GmbH informiert in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM zur EU/EWR-weiten Vertriebseinstellung von Victoza® (Liraglutid) 6 mg/ml Injektionslösung in einem Fertigpen (10x3 ml), bis spätestens Dezember 2026.
In Deutschland ist Victoza®, 10x3 ml, laut Angaben des Herstellers noch bis zum 31. Dezember 2026 uneingeschränkt verfügbar. Der Vertrieb von Victoza®, 2x3 ml, wurde deutschlandweit schon Ende Juni 2026 eingestellt.
Laut Angaben steht die Vertriebseinstellung nicht im Zusammenhang mit Sicherheits- oder Qualitätsmängeln.
Die AMK bittet Apotheken, betroffene Patienten angemessen zum Sachverhalt zu informieren und Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Liraglutid-haltigen Arzneimitteln unter www.arzneimittelkommission.de zu melden. Quelle: AMK
Neu: Ivermectin Aristo® 6 mg erweitert Therapieoptionen

Der Hersteller Aristo Pharma GmbH erweitert seit Juni 2026 sein Sortiment um Ivermectin Aristo® 6 mg zur systemischen Behandlung parasitärer Infektionen.
Das verschreibungspflichtige Arzneimittel enthält den Wirkstoff Ivermectin und ergänzt die bereits verfügbare 3-mg-Wirkstärke um eine dosisgerecht teilbare 6-mg-Tablette
Je nach benötigter Wirkstoffmenge kann die 6-mg-Wirkstärke insbesondere bei erwachsenen Patienten mit höherem Körpergewicht die Anzahl einzunehmender Tabletten reduzieren. Ivermectin Aristo® ist zudem für pädiatrische Patienten mit einem Körpergewicht von mehr als 15 kg zugelassen.
Die Einnahme erfolgt als Einzeldosis auf nüchternen Magen. Zwei Stunden vor und nach der Einnahme sollte auf die Aufnahme von Nahrung verzichtet werden.
Eine mögliche Wiederholungsbehandlung wird ärztlich festgelegt. Das Präparat ist nach Herstellerangaben in Packungsgrößen mit zwei oder vier Tabletten erhältlich. Quelle: PM Aristo Pharma GmbH
Polio-Überlebende: Wohl letzte Nutzerin einer Eisernen Lunge gestorben
Mit dem Tod der US-Amerikanerin Martha Lillard ist die letzte bekannte Polio-Überlebende verstorben, die zum Atmen auf eine sogenannte Eiserne Lunge angewiesen war.
Wie mehrere US-Medien berichten, starb sie bereits Ende Juni im Alter von 78 Jahren in Oklahoma. Damit endet vermutlich auch das Kapitel einer Medizintechnik, die vor der Einführung der Polio-Impfung als Sinnbild der Krankheit galt.
Die US-Amerikanerin infizierte sich 1953 im Alter von fünf Jahren mit dem Poliovirus – zwei Jahre bevor in den USA der erste Impfstoff gegen die Krankheit eingeführt wurde. Die Erkrankung führte zu weitreichenden Lähmungen und beeinträchtigte ihre Atemmuskulatur dauerhaft.
Während viele andere Polio-Überlebende im Laufe der Zeit auf moderne Beatmungssysteme umsteigen konnten, blieb Lillard bis zu ihrem Tod auf eine Eiserne Lunge angewiesen. Quelle: https://www.aerzteblatt.de/news/polio-wohl-letzte-nutzerin-einer-eisernen-lunge-gestorben-1ddaed86-f8df-43df-80d4-5a5bee11c7a7
Information: Risiko mangelnder Compliance bei Telmisartan-haltigen Tabletten aufgrund von Geruchsbeanstandungen
Der AMK liegen seit 2024 insgesamt 44 Meldungen zu Geruchsbeanstandungen bei Telmisartan Zentiva® 40 mg und 80 mg sowie Telmisartan/HCT Zentiva® 40 mg/12,5 mg, 80 mg/12,5 mg und 80 mg/25 mg Tabletten vor.
Arzneimittel können einen charakteristischen Eigengeruch haben. Ein unangenehmer Geruch weist daher nicht zwangsläufig auf einen Qualitätsmangel hin.
Da die Geruchsauffälligkeiten jedoch chargenübergreifend bei Präparaten desselben Herstellers beschrieben wurden und nach einem Wechsel des Arzneimittels nicht mehr auftraten, erscheint eine produktspezifische Ursache wahrscheinlich.
Die Firma führt die Geruchsauffälligkeiten gegenüber der AMK auf formulierungs- und verpackungsbedingte Faktoren zurück. Als weitere mögliche Ursache nennt sie ein unterhalb der Nachweisgrenze liegendes Telmisartan-Abbauprodukt.
Laut einer der AMK vorliegenden Stellungnahme des Herstellers ist der Geruch herstellungsbedingt, steht jedoch gemäß Spezifikation nicht mit einem Qualitätsmangel in Verbindung. Nach Einschätzung des Unternehmens besteht kein Risiko für die Patientensicherheit.
Die AMK bittet Apotheken, Patienten mit Geruchsbeanstandungen bei Telmisartan-haltigen Arzneimitteln von Zentiva über die Hintergründe zu informieren und auf die Gefahr eines eigenständigen Absetzens hinzuweisen.
Falls sich der Geruch durch Auslüften der Tabletten nach dem Ausblistern nicht verbessert, sollten eine engmaschige Blutdruckkontrolle und ein Herstellerwechsel erwogen werden. Dieser kann gegebenenfalls unter Angabe pharmazeutischer Bedenken (Sonder-PZN) mit einer Begründung wie „Geruch/Non-Adhärenz“ erfolgen. Quelle: AMK
Rausch: Pflege-Linien für sommerlich strapaziertes Haar

Die Firma Rausch GmbH stellt verschiedene Pflege-Linien für durch UV-Strahlung, Hitze sowie Salz- und Chlorwasser beanspruchtes Haar vor.
Das Angebot umfasst unter anderem die Repair-Linie mit Amaranth, die Nähr-Linie mit Weizenkeim, die Farbschutz-Linie mit Wildrose sowie das 4in1 Energy-Boost-Shampoo mit Wacholder.
Die Produkte basieren nach Herstellerangaben auf hauseigenen Kräuterextrakten und abgestimmten Rezepturen. Je nach Haarbedürfnis können die verschiedenen Pflege-Linien zur Unterstützung von Reparatur, Feuchtigkeitsausgleich oder Farbschutz eingesetzt werden. Quelle: PM Yupik PR GmbH