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Welche Infektionskrankheiten werden häufig importiert?

In den letzten Jahren hat sich der internationale Reiseverkehr wieder weitgehend an den Stand vor Beginn der Corona-Pandemie angepasst. Das betrifft die Reisezahlen und -ziele, aber auch die Gefahr, Infektionen und Krankheiten aus dem Ausland nach Deutschland zu bringen.
Das Robert Koch-Institut überwacht sämtliche meldepflichtigen Infektionen in Deutschland und veröffentlicht jährlich ausgewählte importierte Infektionskrankheiten, die auf Reisen oder andere Formen internationaler Mobilität zurückgehen.
Gut zu wissen: Welche Krankheiten werden als importiert erfasst?
Durch die Meldepflicht werden vorwiegend importierte Erkrankungen erfasst, deren Diagnose in Deutschland erfolgt.
Wenn sich die im Ausland Erkrankten nach ihrer Rückkehr in Deutschland jedoch nicht mehr in ärztliche Behandlung begeben, werden diese Fälle in der Regel nicht berücksichtigt. Das betrifft in erster Linie Krankheiten mit kurzer Inkubationszeit.
Die häufigsten importierten Infektionskrankheiten 2025
2025 wurden, wie schon in mehreren Jahren zuvor, keine Fälle von Fleckfieber, Läuserückfallfieber, Pest, Poliomyelitis oder Tollwut gemeldet. Mit weniger als 50 Fällen waren auch Paratyphus, Brucellose, Zikavirus, Cholera, Lepra und das virale hämorrhagische Fieber selten.
In großer Zahl wurden dagegen die folgenden Infektionskrankheiten nach Deutschland importiert (Stand 8. Dezember 2025):
Die Shigellose, auch Bakterienruhr genannt, war mit 3.151 in Deutschland registrierten Fällen deutlich häufiger als im Jahr 2024, in dem 2.233 Fälle dokumentiert wurden. Allerdings sind bei dieser Krankheit nur etwa die Hälfte der Krankheitsfälle tatsächlich importiert; die restlichen Ansteckungen finden in Deutschland statt.
Ähnliches gilt für die Giardiasis oder Lamblienruhr, bei der sogar nur rund ein Drittel der Ansteckungen auf Reisen erfolgt. Die Gesamtzahl inklusive der Weiterverbreitung innerhalb Deutschlands ist mit 2.828 Fällen fast genauso hoch wie 2024 (2.841 Fälle).
Bei der Hepatitis A liegt der Anteil der Infektionen im Ausland nur bei rund einem Viertel. Die Gesamtzahl der 2025 gemeldeten Infektionen beträgt 1.076 und ist damit ebenfalls fast gleich geblieben (2024: 1.001 Fälle).
Die importierten Malaria-Infektionen sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent von 934 auf 849 gesunken. Noch auffälliger ist der Rückgang beim Denguefieber: Mit 825 statt der letztjährigen 1.717 Fälle wurde die Krankheit im Jahr 2025 nur noch halb so oft nach Deutschland gebracht wie im Vorjahr.
Das Chikungunya-Fieber ist dagegen in der Häufigkeit stark gestiegen, von nur 51 auf 171 Fälle. Typhus abdominalis war mit 83 Infektionen etwa zehn Prozent häufiger als 2024 (74 Fälle).
Die durch die Meldepflicht ermöglichte Überwachung importierter Infektionskrankheiten durch das Robert Koch-Institut trägt einerseits zum Verständnis der Epidemiologie dieser Erkrankungen in einer modernen, vernetzten Welt bei und kann andererseits helfen, deren Ausbreitung zu verhindern. Quelle:
RKI